Großgarnstadt
Jubiläum

175-Jahre Freiwillige Feuerwehr Großgarnstadt

Egal ob Löschen oder Hilfe bei Verkehrsunfällen, die Großgarnstadter Wehr leistet seit 175 Jahren ihren Dienst. Zum bevorstehenden Festakt gibt Kommandant Uwe Schillig einen Einblick in die Aufgaben und Belange seiner Wehr.
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Viel hat sich über 175 Jahre bei der Feuerwehr verändert. Einen Auszug zeigen (von links) Florian Gall, Meik Reißenweber, Jürgen Gerlicher und Kommandant Uwe Schillig. Sie präsentieren unter anderem historische Helme.  Foto: Alexandra Kemnitzer
Viel hat sich über 175 Jahre bei der Feuerwehr verändert. Einen Auszug zeigen (von links) Florian Gall, Meik Reißenweber, Jürgen Gerlicher und Kommandant Uwe Schillig. Sie präsentieren unter anderem historische Helme. Foto: Alexandra Kemnitzer
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Die Zeiten in denen jeder männliche Einwohner verpflichtet war, bei Bränden Hilfe zu leiten, wie es die verbesserte Feuerordnung von 1834 vorsah, sind längst vorbei. Aber die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Großgarnstadt sind stets bereit im Ernstfall einzugreifen. Gegründet wurde die Wehr zwar erst 1873, aber bereits 1838 wurde die Gemeinde in die Bildung von Feuerwehren (durch die Feuerordnung von 1834) einbezogen, so dass heuer das "175-Jährige" gefeiert werden kann.

Während insbesondere kleinere Wehren über Nachwuchs klagen, ist die Großgarnstadter mit derzeit 83 Mitgliedern, von denen 34 aktiv und vier weibliche Anwärter sind, doch recht gut ausgestattet. "Dass wir so viele Mitglieder haben, führe ich auf unsere Kameradschaft und das florierende Vereinsleben zurück", sagt Kommandant Uwe Schillig. Er steckt zur Zeit mitten in den Vorbereitungen zum großen Festakt. Aber nicht nur zum 175-jährigen Bestehen macht die Wehr mehr als nur das Nötigste, wie Schillig erklärt: "Wir zeigen den Leuten im Ort, dass es unsere Wehr nicht nur am Sonntag vor dem Gottesdienst beim Übungsbetrieb gibt, denn vom Dienst alleine würden wir niemanden erreichen."

In Zukunft fehlt der Nachwuchs

Ihm ist es wichtig, dass sich in der Wehr etwas bewegt, da in den nächsten zehn Jahren mehrere Aktive die Altersgrenze erreichen werden. "Es wäre natürlich schön, wenn es jüngere Zugänge, beispielsweise aus den Reihen der Neubürger geben würde", sagt Schillig.

Um die Jahrtausendwende konnte die Wehr im Nachwuchsbereich einen gewaltigen Zuwachs verzeichnen. Damals hatte Jürgen Gerlicher das Amt des Jugendwarts übernommen und konnte innerhalb von zwei Wochen 15 Neuanmeldungen in der Jugendgruppe verzeichnen, von denen heute noch rund die Hälfte bei der Wehr ist.
Durch weitere Aktive könnte auch die personelle Lage bei Einsätzen während des Tages verbessert oder beispielsweise auch der Atemschutz um einen weiteren Trupp aufgestockt werden. "Derzeit stehen zwei Trupps mit insgesamt acht Atemschutzgeräte-Trägern zur Verfügung", so Schillig.

Die Brände waren schlimm

Auch wenn die technischen Hilfeleistungen, wie bei Verkehrsunfällen, zunehmen, waren es in der Vergangenheit Brände, die zu den größeren und schlimmen Einsätzen zählten. "Als 2009 der Sägespänebunker der Firma Pientka brannte, waren wir mehrere Tage am Einsatzort", erinnert sich Uwe Schillig. Besonders schlimm war für die Aktiven ein Brand im April 1981. Als zwei Kinder im Alter von elf und zwölf Jahren in einem Schaumstofflager zündelten und verbrannten.

Meik Reißenweber erinnert sich auch noch an die Zeiten, in denen nicht jeder im Ort ein Telefon hatte: "Das war vor 40 Jahren. Da musste sich beim Großbrand auf dem Anwesen Walter Alex und Wilhelm Steiner ein Feuerwehrkamerad auf sein Fahrrad setzen, um für die Alarmierung den damaligen Bürgermeister zu wecken. Heute geht die Alarmierung recht schnell."

Uwe Schillig sieht die Großgarnstadter Wehr optimal ausgestattet und ist froh, dass sich die umliegenden Wehren gegenseitig unterstützen, sowie gemeinsam üben oder Einsätze bewältigen. Einen Wunsch hat Schillig für die Zukunft dann doch. Auf der Wunschliste der Wehr steht die Ersatzbeschaffung des 30 Jahre alten Tragkraftspritzenfahrzeugs.

175-jähriges Bestehen

Programm Die Feier zum 175-jährige Bestehen findet am Freitag im Schützenhaus Großgarnstadt statt. Bewirtung ab 18.30 Uhr. Um 19.30 Uhr ist der Festkommers geplant, dem sich ein Beisammensein mit Tanz und Barbetrieb anschließt. Musikalisch umrahmt die Feier Patrick Scheler.


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