Coburg
1. Stiftungspreis

1. Stiftungspreis für Coburger Engagement

Die Stiftung Vitatio der Coburgerin Carmencita Hartwig spendet 5000 Euro an den Christlichen Entwicklungsdienst. Der Helferkreis in Coburg erläutert warum.
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Armenhäuser in Indien sollen mit dem Stiftungsgeld unterstützt werden. Der Coburger Helferkreis des CED kümmert sich um die medizinische Versorgung und zahlt die Betriebskosten.CED
Armenhäuser in Indien sollen mit dem Stiftungsgeld unterstützt werden. Der Coburger Helferkreis des CED kümmert sich um die medizinische Versorgung und zahlt die Betriebskosten.CED
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Die Begeisterung für eine Sache, bei der es keine Verlierer, sondern nur Gewinner gibt, lebt - heute wie vor 25 Jahren. Damals war es der Kapuzinerpater Josef, der von München nach Coburg kam und in St. Marien die Ideen des Christlichen Entwicklungsdienstes (CED) in eine Handvoll leidenschaftlicher Köpfe säte. Das Ehepaar Göbel gehört zu jenen, die die "Keimlinge" seither im CED-Helferkreis hegen und pflegen. Mit viel Liebe zur Sache und ansteckender Euphorie engagieren sich Christine Göbel, ihr Mann und etwa ein Duzend Gemeindemitglieder für Menschen in Indien, Afrika und Osteuropa. "Das Netzwerk ist riesig und wir sind immer wieder fasziniert, wer uns alles mit Herzblut unterstützt", sagt Christine Göbel.

Eine davon ist Carmencita Hartwig, Gründerin der Stiftung inVitatio, in Coburg, vielen durch ihr ehrenamtliches Engagement in der Hospizarbeit bekannt. Der mit 5000 Euro dotierte Stifterpreis , der in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben wird, geht an die Münchner Tropenärztin Susanne Pechel, die Gründerin des CED in München. Der komplette Betrag kommt Hilfsprojekten in Indien zugute, die seit Jahren von den Coburgern unterstützt werden. Übergeben wird der Preis im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des CED-Helferkreises Coburg nach dem feierlichen Gottesdienst am Sonntag, 20. Mai, in der Pfarrei St. Marien.

"Unsere beiden Stiftungen verfolgen im Aufbau und Ausrichtung ähnliche Ziele, nämlich Menschen direkt und unbürokratisch in schwierigen Situationen zu helfen und ihnen Hoffnung zu schenken", sagt die CED-Gründerin. "Mit dem Geld werden wir unsere Projektpartner in Indien, die ,Little Sisters of the Poor', unterstützen, die Armenhäuser in mehreren indischen Metropolen betreiben. Hier finden ältere, kranke und obdachlose Menschen ein Zuhause, eine liebevolle Zuwendung und eine medizinische Versorgung. Damit schließt sich auch der Kreis zu Carmencita Hartwig, die sich seit mehr als 20 Jahren in der Hospizarbeit und der würdevollen Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen in bewundernswerter Weise engagiert", stellt Susanne Pechel fest.

Seit der Gründung durch Carmencita Hartwig im Jahr 2012 verfolgt die Stiftung inVitatio das Ziel, Menschen in Krisensituationen zu unterstützen und ihnen trotz ungünstiger Rahmenbedingungen ein Leben in Würde zu ermöglichen. So förderte inVitatio zwischen 2013 und 2015 den Aufbau der Wohngemeinschaft ,Villa Lichtblick' in Heuchelheim bei Gießen, in der seitdem zwölf Menschen mit Demenz gemeinsam leben.
Seit 2016 legt die Stiftung den Schwerpunkt ihrer Förderung auf eine nachhaltige Integration von Flüchtlingsfrauen und -kindern, etwa durch die Unterstützung von Sprachpaten des Vereins Mentor Lesespaß Coburg, des Flüchtlingsprojekts Amal des Caritasverbands Coburg oder des Begegnungscafés in Zwickau.

In diesem Jahr wird nun erstmals der Stifterpreis übergeben. "Ich verfolge die Arbeit des CED schon seit über 20 Jahren und bin nach wie vor begeistert, was der CED mit viel ehrenamtlichen Engagement und wenig Verwaltung mit seinen Hilfsprojekten bewegt", so Carmencita Hartwig. "Ich habe größte Hochachtung vor der Leistung und bin sicher, dass das Geld hier in guten Händen ist und viel bewegen wird."
Christine Göbel weiß das zu schätzen. "Transparenz ist uns ein großes Anliegen. Wir können immer nachvollziehen, wo das Geld hinkommt und für was es verwendet wird", erläutert sie und weist auf die große Verbundenheit zum Arnold-Gymnasium Neustadt hin. Seit mehr als 20 Jahren unterstützen dort Lehrer und Schüler den CED. Das Geld, das durch den alljährlichen Spendenlauf und die Weihnachtsbasere zusammenkommt, geht direkt an eine Mädchenschule in Afrika.
Die Coburgerin hat sowohl die Mädchenschule als auch andere Projekte in Bulgarien und Afrika besucht. "Zu sehen, wie notwendig die Hilfe ist und wie erfolgreich sie angenommen wird, gibt mir Kraft", sagt Christine Göbel. Zu sehen, wie wichtig Bildung ist und wie gerne und ehrgeizig die Kinder dort zu Schulen gehen, macht der Kirchenmusikerin und Chorleiterin Hoffnung. Selbstbewusste Mädchen, die voller Dankbarkeit mit einer Schale Hirsebrei und einem Dach übern dem Kopf zufrieden sind, um eine Ausbildung machen zu dürfen, beeindrucken die Coburgerin sehr. Denn Hilfe zur Selbsthilfe sei entscheidend, um die Probleme in den Ländern zu lösen.
"Wenn intelligente Menschen freundlich miteinander umgehen und sich wertschätzen, entsteht Frieden", ist die Christin überzeugt.


Über den CED
Der Christliche Entwicklungsdienst (CED) wurde im Jahr 1992 von der Tropenärztin Dr. med. Susanne Pechel gegründet. Seitdem wuchs von Jahr zu Jahr die Zahl der Helfer, Spender und Hilfsprojekte beständig an, so dass der CED im Jahr 2005 in eine gemeinnützige Stiftung überführt wurde. Heute zählt der CED deutschlandweit rund 2.000 aktive Förderer und 200 ehrenamtliche Helfer, die durch private Spenden und Hilfsaktionen humanitäre Hilfe in den Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika ermöglichen - vom Bau von Armenhäusern, Krankenstationen, Schulen, Ausbildungszentren, Brunnen und Bewässerungssystemen, Behindertenheimen über Obdachlosenhilfe, Gesundheitserziehung, Schulausbildung und HIV/AIDS-Hilfe bis hin zur Betreuung von AIDS-Waisen. Das Ziel ist dabei die "Hilfe zur Selbsthilfe", weshalb auch alle Hilfsprojekte des CED ausschließlich durch einheimische Kräfte bzw. Entwicklungshelfer geleitet werden, die seit vielen Jahren vor Ort leben und somit in ihrer Hilfeleistung auf gefestigte und gewachsene Strukturen im Land zurückgreifen können.

Um den persönlichen Kontakt zu den Armen und den Projektpartnern vor Ort zu stärken und gemeinsam nach neuen Möglichkeiten der Hilfeleistung zu suchen, besuchen ehrenamtliche CED-Helfer - regelmäßig und auf eigene Kosten - die Hilfsprojekte vor Ort und überzeugen sich gleichzeitig bei ihren Aufenthalten von dem zweckgebundenen Einsatz der Spendengelder.
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