Herzogenaurach

Britta Dassler: Eine späte Überzeugungstäterin

"Richtig Schub für die FDP geben" wollte Britta Dassler, als sie vor 10 Jahren in die Kommunalpolitik einsteigt. 2017 kämpft sie für einen Sitz in Berlin.
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Britta Dassler will für die FDP in den Bundestag - die Direktkandidatin im Wahlkreis Erlangen kämpft gemeinsam mit ihrer Partei "einen harten Kampf".  Foto: Anna-Lena Deuerling
Britta Dassler will für die FDP in den Bundestag - die Direktkandidatin im Wahlkreis Erlangen kämpft gemeinsam mit ihrer Partei "einen harten Kampf". Foto: Anna-Lena Deuerling
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Stillstand scheint es bei Britta Dassler nicht zu geben - die Unternehmerin ist immer unterwegs, immer in Aktion. "Sobald ich die Füße morgens aus dem Bett hebe, bin ich aktiv", sagt sie. Ein rheinischer Orkan im gemütlichen Franken - diese Energie will die FDP-Politikerin jetzt für den Landkreis Erlangen-Höchstadt in den Bundestag bringen.

Geboren ist die 53-Jährige in Jülich, aufgewachsen in einem 2000-Seelen-Städtchen in Nordrhein-Westfalen. Nach dem Abitur zieht sie nach Köln. Das Karriere-Gen väterlicher Seite, dass ihr "Biss, Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen" mitgegeben hat, setzt sich durch.

Bei der Kreissparkasse Köln absolviert sie ihre Ausbildung zur Bankkauffrau und Weiterbildung zur Betriebswirtin. Zuletzt betreut sie in der Bank Großkunden, bevor sie Verbandsprüferin beim Rheinischen Sparkassen- und Giroverband Düsseldorf wird. Auch ihr politisches Interesse entdeckt sie durch den Vater, der selbst aktiv in der Kommunalpolitik ist. Schmidt und Genscher sind politische Galionsfiguren ihrer Kindheit, sie ist in ihren Wahlentscheidungen immer konservativ.

Die Mutter hat ihr hingegen die Charakterzüge mitgegeben, die Britta Dassler zum absoluten Familien-Mensch machen. Mitte der 80er Jahre lernt sie Michael Dassler kennen, 1992 heiraten die beiden.

Als sie zwei Jahre später mit ihrem Mann zurück in dessen fränkische Heimat will, bewirbt sie sich beim Bayerischen Sparkassenverbund - und bekommt damals das Angebot, als erste weibliche Verbandprüferin in München anzufangen.


Kinder und Karriere

Noch bevor der Vertrag unterschrieben ist, erfährt sie, dass sie schwanger ist. Dassler, die mit 13 die eigene Mutter an Leukämie verlor, trifft eine Entscheidung gegen den Job und für die Familie. "Aber ohne Arbeit geht es nicht", sagt die zweifache Mutter heute. Sie habe deshalb immer "um die Kinder herangearbeitet", der Weg in die Selbstständigkeit sei für sie der richtige gewesen - bürokratische Hürden für Selbstständige und Gründer abzuschaffen, sei ihr auch deshalb ein persönliches wie politisches Anliegen.

Ihr eigener Sohn ist es, der sie damals nach einer herben Enttäuschung über die Politik mit ihren eigenen Erziehung schlägt und ihr rät: "Wenn dich etwas stört, dann mach den Mund auf." Das tut sie - und wird von der FDP gehört. "Wir geben jetzt richtig Schub für die FDP", sagt sie damals zu ihrem Sohn und mobilisiert für eine Partei, die sie in Herzogenaurach bis dato nicht auf dem Schirm hatte.

Ihr Ziel: ein FDP-Mandat für den Herzogenauracher Stadtrat. Das gelingt ihr auch - zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt. Mittlerweile sitzt sie in Stadtrat und Kreistag und ist zudem stellvertretende Landesvorsitzende der FDP.

Werte, die Britta Dassler vermitteln will, sind Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. "Vor allem sollte man nur Versprechen geben, die man auch halten kann", sagt sie. Finanzen und Wirtschaft als Scherpunktthemen liegen bei ihrem beruflichen Hintergrund nahe, aber auch das Thema Bildung will sie in der Region stärken.

"Wir leben in Herzogenaurach auf einer Insel der Glückseligen", sagt sie zum Thema Digitalisierung in Schulen. Doch auch an Standorten, die finanziell weniger gut gestellt sind, müsse es "weltbeste Bildung für jeden" geben.
Nach dem Wahldesaster der FDP im Jahr 2013 stellt sie sich jetzt einer großen Herausforderung: "Wir brauchen neue Köpfe und müssen verlorenes Vertrauen wiedergewinnen."


Harter Kampf der FDP

In Spitzenkandidat Christian Linder sieht sie dafür den idealen "Überzeugungstäter", wie sie selbst einer sei. Als junger, dynamischer Politiker und beeindruckender Rhetoriker sei er die einzige Chance für die FDP, aus dem Abseits der außerparlamentarischen Opposition wieder Aufmerksamkeit zu erlangen.

"Wir alle miteinander in der FDP kämpfen einen harten Kampf", sagt Dassler und erklärt, sie sei felsenfest davon überzeugt, dass sie damit erfolgreich sein werden.