Kelheim

Bluttat von Kelheim: Hintergründe noch unklar

Ein Polizist erschießt in Niederbayern seine 18 Jahre alte Freundin und sich selbst. Der Mann war lange krankgeschrieben und sollte in den Dienst zurückkehren. Offenbar zu früh. Er stiehlt die Dienstwaffe einer Kollegin und richtet in seiner Wohnung ein Blutbad an.
Artikel drucken Artikel einbetten
Blick auf ein Haus in Kelheim, in dem in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein 28-jähriger Polizist zuerst seine 18-jährige Freundin und anschließend sich selbst erschossen hat. Foto: Sebastian Pieknik/dpa
Blick auf ein Haus in Kelheim, in dem in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein 28-jähriger Polizist zuerst seine 18-jährige Freundin und anschließend sich selbst erschossen hat. Foto: Sebastian Pieknik/dpa
Die Hintergründe der Bluttat eines Polizisten in Niederbayern mit zwei Toten sind noch immer unklar. In Kelheim hatte der 28 Jahre alte Beamter am Wochenende zunächst seine zehn Jahre jüngere Freundin erschossen und anschließend sich selbst getötet. Mögliche Aufschlüsse über die Hintergründe der Tat sollte am Montag die Obduktion der Leichen bringen. "Davon erhoffen sich die Ermittler Hinweise zum Tatablauf und den genauen Todeszeitpunkt", sagte Wolfhard Meindl von der Staatsanwaltschaft Regensburg. Die Ergebnisse sollen aber erst in einigen Tagen bekanntgegeben werden.

Der 28 Jahre alte Polizist war seit einigen Wochen krankgeschrieben und hatte aus diesem Grund auch keine Dienstwaffe mehr. Am Montag sollte er seinen Dienst wieder antreten. Überraschend tauchte er aber bereits am Samstag in seiner Dienststelle, der Polizeiinspektion Kelheim, auf.
Dort verschwand er aber wieder nach wenigen Minuten.

Die Polizei geht davon aus, dass der 28-Jährige bei dieser Gelegenheit die Dienstwaffe samt Munition von einer Kollegin aus deren Kleiderschrank genommen hatte. Ob er dafür den Schrank aufgebrochen hatte, ermittelt derzeit das Landeskriminalamt in München. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass die Beamtin den Schrank mit der Waffe ordnungsgemäß verschlossen hatte.

Als die Polizistin am Samstag zum Spätdienst kam, bemerkte sie den Diebstahl der Waffe. Schnell fiel der Verdacht auf ihren Kollegen. Die sofort alarmierten Einsatzkräfte kamen aber zu spät. Als sie in die Wohnung des 28-Jährigen eindrangen, entdeckten sie die Leichen des Pärchens im Wohnzimmer. Zu den Hintergründen der Bluttat und auch der Art der Krankheit des Beamten machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Auch von Streitigkeiten zwischen dem 28-Jährigen und seiner jungen Freundin ist den Ermittlern nichts bekannt.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass der Polizist seine Freundin und sich erschossen hat, wird das Ermittlungsverfahren bald eingestellt. "Da der Tatverdächtige tot ist, gibt es dann niemanden mehr, gegen den ermittelt werden kann", erklärte Meindl.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren