Mehlmeisel
Naturschutz

Wildpark Mehlmeisel gelingt Nachzucht von gefährdeter Spezies

Dem Wildpark Mehlmeisel in Oberfranken gelang es erstmalig, das seltene Birkhuhn nachzuzüchten. Da die Hennen die Eier nicht ausbrüteten, zog der Betreiber des Wildparks selbst die Küken auf.
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Der Tierpark Mehlmeisel freut sich über die erfolgreiche Nachzucht des Birkwilds. Foto: Tierpark Mehlmeisel
Der Tierpark Mehlmeisel freut sich über die erfolgreiche Nachzucht des Birkwilds. Foto: Tierpark Mehlmeisel

Bayreuth: Wildpark Mehlmeisel züchtet Birkhühner nach: Während das Birkhuhn Mitte des 20. Jahrhunderts noch recht verbreitet war, ist es mittlerweile auch in Deutschland extrem selten geworden. Der Grund dafür ist laut Naturschutzbund Deutschland menschengemacht: Durch Trockenlegungen, industriellen Torfabbau und Aufforstung von Mooren verliert das Birkwild seinen Lebensraum. Auch Jäger machen dem Huhn zu schaffen.

Auch immer mehr wildlebende Tiere und Pflanzen sind vom Aussterben bedroht. Können die Jagd oder ein nachhaltiger Handel ihnen beim Überleben helfen?

Das Team des Wildparks Mehlmeisel entschied sich deshalb, das Birkwild nachzuzüchten, mit dem Ziel, der Natur das zurückzugeben, was der Mensch genommen hat - schließlich wurde 1974 das letzte Birkhuhn in freier Natur gesichtet, erklärt der Betreiber des Wildparks Eckard Mickisch. Nun gelang es erstmals, das Birkhuhn zu züchten. Die Nachricht darüber verbreitete sich auch international.

Nachzucht des Birkhuhns gestaltete sich "sehr diffizil"

Bereits vergangenes Jahr begann der Wildpark Mehlmeisel damit, die Birkhühner nachzuzüchten. Drei Hennen und ein Hahn gab es - und bald auch zehn Eier. Leider wollten die Hühner die Eier nicht brüten. "Das ist besonders in den ersten drei Jahren eines Huhns gar nicht so selten", erklärt Eckard Mickisch.

Sofort stand für den Betreiber fest, dass er die Eier ausbrüten wolle und holte sich Ratschläge über die Nachzucht des seltenen Huhns ein. Doch das war eine "sehr diffizile Angelegenheit", so Mickisch. Nachdem acht der zehn Eier dank einer Brutmaschine geschlüpft waren, musste er den Küken das Picken und Trinken beibringen. Diese Aufgabe übernimmt normalerweise die Hennen-Mutter. In diesem Fall allerdings war es er, Eckard Mickisch, der den empfindlichen Küken das Picken mit der Pinzette beibrachte.

Polnische Naturschutzorganisation bittet Wildpark Mehlmeisel um Hilfe

Eine polnische Naturschutzorganisation wendete sich daraufhin an Eckard Mickisch und bat den Tierpark um Unterstützung. Alle acht Birkwildküken gingen dann zu der Organisation, deren Ziel es ist, das Birkwild wieder auszuwildern.

 

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