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Studium

Unicheck Oberfranken: So studiert es sich in Bayreuth und Bamberg

Wie lässt es sich in Oberfranken studieren? Wir haben die Universitäten Bamberg und Bayreuth genauer unter die Lupe genommen.
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Wo gibt es welchen Studiengang? Und wie ist das Studentenleben dort? Wir haben die Universitäten Bamberg und Bayreuth genauer unter die Lupe genommen. Symbolbild: pixabay.com
Wo gibt es welchen Studiengang? Und wie ist das Studentenleben dort? Wir haben die Universitäten Bamberg und Bayreuth genauer unter die Lupe genommen. Symbolbild: pixabay.com

Nach dem Abitur fühlt sich manch einer orientierungslos: Was und wo möchte man studieren? Bleibt man in der Heimat oder zieht man in die große weite Welt hinaus? In Oberfranken hat man die Qual der Wahl, was Universitäten betrifft- entweder man geht nach Bamberg oder nach Bayreuth. Beide Hochschulen sind sehr gefragt und haben ein umfangreiches und vor allem unterschiedliches Angebot an Studiengängen. Um dem ein oder anderen die Entscheidung leichter zu machen, haben wir die Besonderheiten der beiden Universitäten herausgestellt.

Unsere Autorin hat an beiden Universitäten studiert.

1. Die Lage
Bamberg ist eine Studentenstadt wie aus dem Bilderbuch. Die geisteswissenschaftlichen Fächer befinden sich allesamt in historischen Gebäuden mitten in der Altstadt. Insgesamt ist die Universität aber auf ganze 15 Standorte verteilt, und wer Pech hat, muss innerhalb einer halben Stunde einmal quer durch die Stadt fahren. Der wichtigste Begleiter ist deshalb ein Fahrrad. Parkplätze, die einem nicht jeden Cent rauben, findet man hier vergeblich. Wer außerhalb der Stadt wohnt, benutzt daher besser Bus und Bahn. Im Studentenausweis ist das Semesterticket enthalten, welches für den gesamten Landkreis Bamberg gilt. Die Nähe zur Innenstadt bietet sich perfekt an, um nach den Vorlesungen noch gemütlich einen Kaffee trinken zu gehen oder ein wenig zu shoppen.

Bayreuth dagegen ist eine Campus-Uni und erinnert an amerikanische Colleges. Alle Fakultäten sind nur wenige Gehminuten voneinander entfernt, Studenten und Dozenten treffen sich in ein- und derselben Mensa. Allerdings fügt sich die Universität in Bayreuth nicht wie in Bamberg in die Innenstadt ein, sondern liegt außerhalb des Stadtzentrums. Mit dem Fahrrad oder dem Bus ist man jedoch innerhalb von zehn Minuten am Campus. Auch, weil es eine eigene Buslinie für die Universität gibt und man daher nie länger als zehn Minuten warten muss - im Winter sogar nur 5. Ein weiterer Vorteil der Campus-Uni sind die zahlreichen Parkplätze rings um den gesamten Campus. Im Semesterticket ist, ähnlich wie in Bamberg, der Landkreis Bayreuth mit eingeschlossen, allerdings kann man auch kostenlos bis Kulmbach oder Pegnitz fahren, beziehungsweise Anschlusstickets nach Nürnberg günstiger erwerben.

 

2. Das StudienangebotDie vorläufigen Studierendenzahlen der Otto-Friedrich-Universität Bamberg liegen vor: Insgesamt sind 12.606 Studierende zu Beginn des Sommersemesters 2018 eingeschrieben (Stand: 10. April). Dies gab die Universität Bamberg im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt. Demnach haben sich 1.061 Erst- und Neueinschreiber in den vergangenen Wochen in einen der insgesamt 90 Studiengänge immatrikuliert. In der nun folgenden Nacheinschreibung werden etwa 100 weitere Studierende erwartet. Das bedeutet, dass die Gesamtzahl in etwa auf Vorjahresniveau bleibt, als es 12.764 Immatrikulationen gab. "Die anhaltend große Nachfrage ist eine schöne Bestätigung für den eingeschlagenen Kurs und die hohe Attraktivität des Universitätsstandortes Bamberg", erklärt Prof. Dr. Frithjof Grell, Vizepräsident für Lehre und Studierende.

Unter den Studierenden sind mit 61 Prozent deutlich mehr Frauen als Männer. Das könnte durchaus an dem kultur- und geisteswissenschaftlich geprägtem Studienangebot liegen, welches auch viele seltene Fächer bietet, die kaum bis gar nicht an anderen Universitäten vertreten sind. Zur Zeit gibt es an der Universität 28 Bachelor- und 57 Masterstudiengänge sowie Studiengänge der Lehrämter. Die beliebtesten Studiengänge sind hier Pädagogik, Lehramt an Grundschulen und alle Arten an Betriebswirtschaftslehre.

Man findet aber auch seltenere Studienfächer, wie Orientwissenschaften mit Arabistik, Iranistik, Islamwissenschaften, Judaistik oder Turkologie. In diesem Bereich gibt es erst seit Kurzem auch den Elite-Masterstudiengang "Kulturwissenschaften des Vorderen Orients". Außerdem ist die Universität Bamberg bayernweit die einzige Hochschule, welche "Jüdische Studien" anbietet, so die Pressesprecherin Tanja Eisenach. Der Lehrstuhl für Digitale Denkmaltechnologien der Universität ist einzigartig in ganz Deutschland. Im CHE-Hochschulranking 2017 bekommen die Studienfächer Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik Bestnoten.

In Bayreuth befanden sich zum Wintersemester 2016/2017 13 306 Studenten und damit etwa ähnlich viele, wie in Bamberg. Aktuelle Zahlen der Universität werden laut Pressestelle zur Zeit bearbeitet. Eine vorläufige Schätzung beträgt in etwa 13 450 Studenten. Die männlichen Studenten sind hier leicht in der Überzahl, wofür die naturwissenschaftlichen und mathematischen Fakultäten verantwortlich sind. Insgesamt bietet die Universität Bayreuth 37 Bachelorstudiengänge und 55 Masterstudiengänge. Die beliebtesten Fächer bilden Rechtswissenschaft und Sportökonomie. Studiengänge mit Seltenheitswert sind hier Computerspielwissenschaften oder Afrikanistik.

Zu den Neuheiten im Studienangebot zählen "Interkulturelle Germanistik" oder "Sporttechnologie". Besonders stolz ist die Universität Bayreuth auf ihren neuen Elitestudiengang "Scientific Computing", welcher ab dem Wintersemester 2018 besonders begabte Mathematik-Studierende speziell fördern wird, so Pressesprecherin Anja-Maria Meister. Erst vor Kurzem erreichten die Studiengänge Jura, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsingenieurwesen Bestnoten im aktuellen CHE-Hochschulranking.

Das britische Wissenschaftsmagazin "Times Higher Education" ermittelt weltweit die 200 besten Universitäten, die jünger als 50 Jahre alt sind. Bayreuth ist hier seit bereits 5 Jahren vertreten und 2017 auf Platz 29 vorgerückt - das bisher beste Ergebnis für die junge Universität.


3. Der Wohnungsmarkt
Über das Studentenwerk Würzburg finden sich sieben Studentenwohnheime in Bamberg, die 14 bis 37 Quadratmeter große Wohnungen anbieten. Da diese Wohnheime auch die günstigsten sind, wartet man hier laut Bamberger Studenten aber teilweise zwei bis drei Semester auf einen Platz. Stadtbau Bamberg bietet vier weitere Häuser mit Studentenappartments an. Diese können auch bis zu zwei Zimmern haben, sind aber nur teilweise möbliert und kosten entsprechend mehr. Die Joseph-Stiftung und mietmalneu.com bieten ebenfalls insgesamt noch einmal 6 Gebäude mit Wohnungen an, welche preislich in der Mitte angesiedelt sind.

Das Studentenwerk Oberfranken bietet für Bayreuth sieben verschiedene Wohnheime an, die meisten liegen direkt am Campus. Bis zu 35 Quadratmeter sind die Wohnungen groß. In Bayreuth werden die Plätze jedoch nach Zufallsverfahren vergeben. Über private Anbieter finden sich drei weitere Apartmentkomplexe. In diesen sind immer Wohnungen frei, die Preise sind aber auch dementsprechend hoch. Zusätzlich stehen über Stiftungen weitere sieben bezahlbare Wohnkomplexe bereit, einige davon auch in Campus-Nähe. Dort kommt man aber meist nur über gute Kontakte an ein Zimmer, da sie äußerst beliebt sind.

Wer kein Wohnheim-Typ ist, findet aber sowohl in Bamberg als auch in Bayreuth leicht gut gelegene WG-Zimmer. Über WG-gesucht.de finden sich immer reichlich Angebote. Je nach Lage zahlt man in Bamberg für ein 20 Quadratmeter Zimmer zwischen 350 Euro und 450 Euro. In Bayreuth sind die WG-Preise noch ein wenig niedriger gehalten. Für ein 20-Quadratmeter-Zimmer zahlt man hier in etwa 230 bis 350 Euro. Wer gar eine eigene Wohnung besitzen möchte, muss in beiden Städten rechtzeitig das Suchen beginnen. In Bamberg findet man 1-Zimmer-Wohnungen mit 30-40 Quadratmetern ab 300 Euro Kaltmiete aufwärts. In Bayreuth ebenso. Preislich nehmen sich beide Städte demnach nicht viel.

 

 

4. Das Studentenleben
Um neue Bekannte und Freunde zu finden, geht man an der Universität Bamberg am Besten auf eine der Uni-Partys. Gerade, wenn man neu in der Stadt ist, sollte man diese Möglichkeit nicht auslassen. Im Sommer kann man sich abends leicht auf einem der zahlreichen Bierkeller in der Umgebung niederlassen oder auf eines der beliebten Volksfeste gehen. Für den Spaß mit den Studienkollegen bieten sich zahlreiche Bars in der Innenstadt an - besonders beliebt ist die Sandstraße, wo sich eine Kneipe an die nächste reiht. Wer es etwas ausgelassener mag, findet in der Stadt auch Discos und Clubs.

An der Universität in Bayreuth lädt die große Grünfläche in der Mitte zum gemeinsamen Sonnenbaden ein. Im Sommer werden hier auch Beachsoccer und Volleyball-Felder aufgebaut, Turniere und Open-Air Events inklusive. Regelmäßig veranstalten die Fakultäten ihre eigenen Partys, auf die alle gehen können, die sich an Live-Bands, DJs und Cocktails erfreuen. Die Feier- und Kneipenszene in Bayreuth ist stark studentisch geprägt. Wer hier feiern gehen möchte, hat die Qual der Wahl. Kneipen mit studentenfreundlichen Preisen findet man zu Genüge - Tanzmöglichkeiten wie etwa eine Disco gibt es aber nicht. Dafür bietet Bayreuth umso mehr Volksfeste, die auch reichlich besucht werden.

Beide Universitäten haben ihre Vor- und Nachteile. Wer sich nicht auf eine Universität festlegen möchte, macht am Besten seinen Bachelor an der Einen und den Master an der Anderen.

 

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