Pegnitz
Überhöhte Geschwindigkeit

"Überraschender Wintereinbruch": Polizei sauer - etliche Unfälle in Oberfranken

Schnee? Im Januar? Das schien am Wochenende zahlreiche Autofahrer in Oberfranken heillos zu überfordern. Die Winter-Witterung und überhöhte Geschwindigkeit führten zu etlichen Unfällen. Die Polizei Pegnitz zeigt sich leicht angesäuert.
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"Autofahrer schienen überfordert": Leicht angesäuert berichtet die Polizeiinspektion Pegnitz am Montag von etlichen Verkehrsunfällen in ihrem Einzugsgebiet. Dabei sei Schnee im Januar keine echte Überraschung - oder? Symbolfoto: Jürgen Mahnke dpa/lhe
"Autofahrer schienen überfordert": Leicht angesäuert berichtet die Polizeiinspektion Pegnitz am Montag von etlichen Verkehrsunfällen in ihrem Einzugsgebiet. Dabei sei Schnee im Januar keine echte Überraschung - oder? Symbolfoto: Jürgen Mahnke dpa/lhe

Dass es im Januar schneit, ist in unseren Breiten eigentlich nichts Ungewöhnliches. Dass es auch im Dienstbereich der Polizeiinspektion Pegnitz schneit, war aufgrund der Medienberichtserstattung der letzten Tage nicht anders zu erwarten. Trotzdem schienen einige Autofahrer damit am vergangenen Wochenende überfordert, so dass die Polizeiinspektion Pegnitz eine Vielzahl von Verkehrsunfällen aufnehmen musste:

  • Am Freitag gegen 13:45 Uhr kam ein 17-Jähriger, der im sogenannten "begleitenden Fahren" unterwegs war, bei Trockau mit seinem Pkw bergab ins Schleudern, schließlich nach links von der Straße ab und überschlug sich im dortigen Graben. Es entstand Sachschaden in Höhe von mindestens 1.500 Euro.
  • Auch um 13:45 Uhr verlor ein 53-Jähriger in der Ortsdurchfahrt von Neuhof bei Creußen auf schneeglatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte gegen eine Gartenmauer. Fahrer und Beifahrer mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Es entstand ein Sachschaden von über 10.000 Euro. Bei diesem Unfall mussten die Feuerwehren Creußen und Neuhof Hilfe leisten.
  • Gegen 14:50 Uhr kam eine 36-jährige Frau mit ihrem Pkw in der Hauptstraße in Plech aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit auf schneebedeckter Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen eine Hausecke. Es entstand ein Schaden über 5.000 Euro.
  • Gegen 15:00 Uhr kam es auf der Bundesstraße 2 bei Pegnitz zu einem weiteren Verkehrsunfall. Hierbei fuhr ein 39-Jähriger auf einen Pkw auf, der vor ihm verkehrsbedingt bremsen musste. Es entstand ein Sachschaden von etwa 1.000 Euro.
  • Gegen 15:20 Uhr kam eine 39-Jährige auf der B2 bei Schnabelwaid aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit bei schneebedeckter Fahrbahn mit ihrem Pkw ins Schleudern und nach links von der Fahrbahn ab. Sie stieß gegen 2 Stromkästen und einen Baum. Die Stromkästen wurden bei dem Verkehrsunfall komplett zerstört, so dass bei circa 10 Anwesen in Schnabelwaid für mehrere Stunden der Strom ausfiel. Auch die Ampelanlage war von dem Stromausfall betroffen. Der Sachschaden wird auf 6.500 Euro geschätzt.
  • Gegen 15:30 Uhr kam es in der Lindenstraße in Pegnitz zu einem Verkehrsunfall. Hier kam einem weißen VW-Polo ein Fahrzeug entgegen. Der Polofahrer musste ausweichen und fuhr gegen eine Bordsteinkante. Es entstand ein Sachschaden von etwa 500 Euro. Der Unfallverursacher setzte seine Fahrt jedoch fort ohne sich um die Feststellung seiner Personalien zu bemühen.
  • Um 15:35 Uhr kam eine 38-Jährige in Pegnitz in der Schloßstraße in einer Linkskurve ins Rutschen zu stieß gegen ein Geländer am rechten Fahrbahnrand. Es entstand ein Sachschaden von über 3.000 Euro.
  • Gegen 16:20 Uhr geriet ein 49-Jähriger mit seinem Pkw in Pegnitz in der Schloßstraße aus gleicher Ursache in einer Linkskurve ins Schleudern und stieß gegen ein Verkehrszeichen. Hier entstand ein Schaden von über 500 Euro.
  • Gegen 19:20 Uhr kam es in einem Tankstellengelände an der Alten Poststraße zu einem Verkehrsunfall. Zwei Autos stießen beim Rangieren zusammen. Es entstand ein Sachschaden von etwa 1.000 Euro. Aufgrund widersprüchlicher Angaben zum Unfallgeschehen bittet die Polizeiinspektion Pegnitz um Hinweise, falls jemand diesen Unfall beobachtet hat.

Häufigste Unfallursache: Überhöhte Geschwindigkeit

Da fast bei allen Unfällen überhöhte Geschwindigkeit unfallursächlich war, ließ die Polizeiinspektion Pegnitz an diesem Winterwochenende durch die Verkehrspolizei schwerpunktmäßig Geschwindigkeitskontrollen durchführen obwohl eigentlich aufgrund der Winterwitterung mit einer vernünftigen Fahrweise gerechnet hätte werden können. Die Ergebnisse waren jedoch erschreckend:

  • Bei einer Geschwindigkeitsmessung am Samstag, zwischen 11:00 Uhr und 15:30 Uhr an der B85 mussten 20 Kraftfahrzeugführer beanstandet werden. Neben 16 Verwarnungen wurden 4 Geschwindigkeitsanzeigen erstellt. Spitzenreiter war ein Auto, das bei diesen Wetterverhältnissen mit 136 km/h in Richtung Michelfeld unterwegs war.
  • Bei einer weiteren Geschwindigkeitsmessung an der B 85, im Bereich eines auf 70 km/h reduzierten Abschnitts, in dem es immer wieder zu Verkehrsunfällen kommt, am Sonntag zwischen 11:00 Uhr und 15:30 Uhr, wurden 56 Beanstandungen erforderlich. 46 Fahrer erhielten Verwarnungen und 10 Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Der "Tagessieger" war aus Richtung Auerbach mit 120 km/h bei erlaubten 70 km/h unterwegs und erhält von der Polizei als "Siegespreis" einen Gutschein für 1 Monat "Walking". Seinen Führerschein wird die Polizei solange sicher verwahren.
  • Am Montagmorgen zwischen 02:30 Uhr und 07:15 Uhr wurde die Unfallhäufungsstrecke zwischen Troschenreuth und Pegnitz überwacht. Hier ergaben sich in der auf 70 km/h beschränkten Strecke 13 Verwarnungen und 1 Anzeige. Der Schnellste war mit 105 km/h unterwegs, so dass es nicht verwundert, dass es in diesem Bereich immer wieder zu Verkehrsunfällen kommt.
Die Polizeiinspektion Pegnitz wird auch in den Wintermonaten verstärkt gegen unvernünftige Raser vorgehen, um ein weiteres Ansteigen der Verkehrsunfallzahlen zu verhindern. In diesem Zusammenhang ruft die Polizei dringend dazu auf, nur so schnell zu fahren, dass innerhalb der übersehbaren Strecke jederzeit gefahrlos angehalten werden kann und bei winterlichen Straßenverhältnissen die Geschwindigkeit darüber hinaus deutlich weiter zu reduzieren.

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