Bayreuth
Unfall-Prävention

Nur knapp schwerem Unfall in Oberfranken entgangen: Vater richtet Appell an rücksichtslosen Raser

Ein 34-jähriger Vater wird am Montagmorgen fast zum Opfer eines rücksichtlosen Rasers. Auf Facebook wendet er sich mit einem emotionalen Appell an den Autofahrer, in der Hoffnung, dass er den Post liest. inFranken.de erzählt er die ganze Geschichte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nachdem ein rücksichtsloser Autofahrer einen Lkw überholt hatte, krachte er fast mit einem 34-Jährigen bei Bayreuth zusammen. Symbolfoto: Monsterkoi/pixabay
Nachdem ein rücksichtsloser Autofahrer einen Lkw überholt hatte, krachte er fast mit einem 34-Jährigen bei Bayreuth zusammen. Symbolfoto: Monsterkoi/pixabay

Auf dem Weg zur Arbeit nach Bayreuth hatte der Vater eines Achtjährigen am Montagmorgen fast einen Unfall, weil ein anderer Autofahrer rücksichtslos überholte. Über Facebook und im Gespräch mit inFranken.de möchte der 34-Jährige auf die Gefahren aufmerksam machen.

Bayreuth: "Ich war nicht mal mehr fähig, zu bremsen" - 34-Jähriger entgeht nur knapp schwerem Unfall

"Ich war erschrocken, dass da auf einmal zwei Paar Lichter waren. Ich hab das andere Auto zu spät gesehen", berichtet Alexander Zimmermann. Er sei zum Zeitpunkt des Beinahe-Unfalls schon länger wach gewesen und außerdem ausgeschlafen. "Ich war nicht mal mehr fähig, zu bremsen. Die ersten Gedanken waren natürlich bremsen, Hupe und Lichthupe". Der 34-Jährige war wie versteinert.

Beinahe-Unfall bei Bayreuth: Wäre ich mit 100 unterwegs gewesen, wären wir [...] ineinander gekracht"

Alexander Zimmermann fuhr von Weidenberg aus zwischen Waizenreuth und Kirchenpingarten. Vor der Kurve überholte der entgegenkommende Autofahrer einen Lkw und scherte knapp vor Zimmermanns Auto erst wieder ein. "Das waren gefühlt nur ein paar Meter, ich hatte nicht mal Zeit zum Reagieren". Er sei nur 80 km/h gefahren. "Wäre ich mit 100 unterwegs gewesen, wären wir mit Sicherheit ineinander gekracht". Gefunden hätte ihn dann seine Freundin, die nur wenige Minuten nach ihm losgefahren ist. "In ihrer Haut hätte ich nicht stecken wollen und in deiner auch nicht", schreibt Zimmermann auf Facebook über den Überholer.

Realisation erst einige Stunden später: "Mein Kopf war komplett leer"

"Man bekommt schon Angst, wenn man bedenkt, was da in letzter Zeit alles passiert", sagt Zimmermann. Erst am Freitagabend (20.09.) kam es zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen Bayreuth und Weidenberg, bei dem es auch ein misslungenes Überholmanöver gab. Nach dem Beinahe-Unfall sei er erstmal relativ gefasst gewesen, ist sogar noch weiter gefahren. "Den Vorfall konnte ich erst gar nicht richtig realisieren, mein Kopf war komplett leer". Erst einige Stunden später, als er einen Beitrag in Facebook über das Erlebnis verfasste, konnte er verstehen, was da genau vor sich ging. "Meine ganzen Hände haben angefangen zu zittern", erzählt Zimmermann aufgebracht.

8-Jähriger Sohn und Hausrenovierung mit Freundin - Zimmermann hat große Pläne und Ziele

Vor allem die möglichen Folgen eines Frontalcrashs machen dem 34-Jährigen zu schaffen. Er habe einen 8-Jährigen Sohn, den er so oft wie möglich in Rostock bei seiner Mutter besucht. "Auf der Autobahn nach Rostock habe ich weniger Angst als auf der Landstraße".

Außerdem haben Zimmermann und seine Freundin sich erst ein Haus zugelegt, welches er gerade zusammen mit ihr renoviert. Auch in seinem Beruf fühlt er sich gut aufgehoben: "Mein Job macht mir Spaß, ich habe noch so viel zu erleben". Das alles hätte in einem Moment vorbei sein können, nur weil ein anderer Verkehrsteilnehmer leichtsinnig fährt.

"Fünf oder zehn Minuten Verspätung wird man überleben" - 34-Jähriger will mehr Verständnis schaffen

Mit seinem Posting auf Facebook möchte der 34-jährige Vater mehr Verständnis schaffen. "Die Leute sollen sich genau überlegen, ob es sich lohnt, an unübersichtlichen Stellen zu überholen. Fünf oder zehn Minuten Verspätung wird man überleben, bei einem Unfall ist das nicht sicher", beklagt Zimmermann. Eine Entschuldigung möchte er vom Autofahrer übrigens nicht: "Das würde mir auch nichts bringen". Vielmehr wünsche er sich, dass er und andere Autofahrer in Zukunft anders fahren und sich der Gefahren bewusst sind.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.