Bayreuth
Fußball-Testspiel

Regionalligist Bayreuth besser als der Club

Der Regionalligist SpVgg Bayreuth schlägt den zwei Klassen höher angesiedelten 1. FC Nürnberg vor 3500 Zuschauern mit 2:1 - und das völlig verdient.
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Nürnbergs etatmäßiger Ersatztorwart Patric Klandt sowie Oliver Sorg (Zweiter von links) und Lukas Jäger (rechts) ist konsterniert - gerade hat Chris Wolf das Bayreuther Führungstor erzielt. Mitspieler Christoph Fenninger jubelt.  Foto: Peter Mularczyk
Nürnbergs etatmäßiger Ersatztorwart Patric Klandt sowie Oliver Sorg (Zweiter von links) und Lukas Jäger (rechts) ist konsterniert - gerade hat Chris Wolf das Bayreuther Führungstor erzielt. Mitspieler Christoph Fenninger jubelt. Foto: Peter Mularczyk
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Siege gegen Lokalrivalen schmecken besonders gut. Das gilt auch bei der SpVgg Bayreuth, wenngleich diese in der Regionalliga rar gesät sind. Einzig der FC Schweinfurt 05 erfüllt diese Rolle noch am Rande. Umso besser, wenn man gegen einen der ältesten Rivalen in näherer Umgebung in der Vorbereitung testen kann. Und noch schöner, wenn man den zwei Klassen höher und ambitioniert kickenden 1. FC Nürnberg am Ende hochverdient mit 2:1 schlägt.

Bei aller (berechtigter) Euphorie in Fankreisen, bei allen (berechtigterweise) anerkennend Lob zollenden Club-Funktionären und -anhängern und bei allem, was in diesem Testspiel für die Altstädter schon gut lief - Bayreuths Erfolgstrainer Timo Rost, selbst einst für den ruhmreichen Nachbarn als Mittelfeldmann aktiv, war ausdrücklich bemüht, den Ball flach zu halten. "Die Jungs haben heute sehr viel richtig gemacht", sagte der 40-jährige nach dem Überraschungscoup, "aber es gibt auch noch viel, was wir in den nächsten Wochen besser machen müssen." In knapp zwei Wochen gastieren die "Gelb-Schwarzen" im Auftaktspiel der Regionalliga Bayern beim SV Viktoria Aschaffenburg, mit dem man gemeinsame Zeiten in der 2. Bundesliga verlebte.

In dieser Spielklasse kickt inzwischen auch wieder der 1. FC Nürnberg unter seinem neuen Trainer Damian Canadi nach dem einjährigen Gastspiel in der Belle-Etage des Fußballs. Und der Club wäre nicht der Club, hätte man in der Noris nicht gewisse Ambitionen. Davon war in Bayreuth nur wenig zu sehen. Die eingespielte Bayreuther Truppe - mit Außenverteidiger Philip Messingschlager spielte nur ein Neuzugang von Beginn an - hatte die Partie über weite Strecken sogar im Griff und verdiente sich den Sieg redlich. Schon vor dem Führungstreffer durch Chris Wolf, der einen von Anton Makarenko nach Klandts Parade fein in den Rückraum gespielten Flankenball mit der Innenseite über die Linie drückte, hätten die Bayreuther treffen können.

Auf der Gegenseite ließ die erwartete Antwort des Bundesligaabsteigers nicht lange auf sich warten. Knöll traf nur eine Zeigerumdrehung später zum Ausgleich.

Die Spielkontrolle behielten die Altstädter aber weiterhin und blieben in einem wahren Glutofen auch gegen eine runderneuerte (acht Wechsel) Club-Mannschaft nach der Pause die überlegene Mannschaft. "Wichtig ist jetzt, nicht durchzudrehen, sondern den Ball flachzuhalten und konzentriert weiterzuarbeiten", sagte Timo Rost. Der durfte mit seinem Trainergespann noch einmal jubeln. Einen Eckball auf den kurzen Pfosten leitete Manndecker Tobias Weber weiter auf Sven Kopp, der das Spielgerät irgendwie ins Gehäuse stocherte. An der Seite von Neuzugang Kodjovi "Nono" Koussou (vom TSV 1860 München) durfte Kopp in der zweiten Halbzeit mitmischen. Mit der Verpflichtung Koussous ist nur noch ein Kaderplatz vakant. Ein Stürmer wird noch gesucht. "Wir suchen einen, der die Kiste trifft", umreißt der Trainer das Anforderungsprofil. Gut möglich, dass der schon da ist: Martin Holek. Der ehemalige Hofer Knipser spielte in der vergangenen Woche vor, durfte gegen den Club am Ende einige Minuten mitwirken und wurde am gestrigen Tag in Harsdorf gegen den TSV Neudrossenfeld einem 90-minütigen Belastungstest unterzogen. Wie die Stimmung in Bayreuth sein kann, spielt man erfolgreichen Fußball, das deutete sich gegen den Rekordabsteiger aus der Bundesliga an.

Den Nürnbergern unterliefen viele einfache Fehler, auch offensiv enttäuschte der Zweitligist. Trainer Der neue Club-Trainer Damiar Canadi führte als Erklärung eine "intensive Trainingswoche" an. "Für uns war es heute eine tolle Trainingseinheit, die wir eigentlich auch gewinnen wollten, aber der Gegner hat einiges dafür getan, die Partie für sich zu entscheiden. Da kann ich nur gratulieren", sagte der Österreicher nach der Niederlage gegen das Team des ehemaligen Nürnberger Profis Timo Rost.

SpVgg Bayreuth - 1. FC Nürnberg 2:1 (1:1) Bayreuth: Skowronek - Messingschlager (84. Held), Schwarz (46. Kopp), Weber, Golla - Wolf, Kracun (70. Weimar) - Makarenko (70. Piller), Knezevic (84. Sulmer), Schiller (46. Koussou) - Fenninger (88. Holek). 1. FC Nürnberg: Klandt - Valentini (46. Goden), Mühl (46. Margreitter), Jäger (46. Kraulich), Sorg (46. Behrens), Petrak (46. Erras), Fuchs (77. Lohkemper), Nürnberger (77. Jäger), Kerk (46. Rhein), Knöll (46. Palacios), Lohkemper (46. Misidjan). Tore: 1:0 Wolf (32.), 1:1 Knöll (33.), 2:1 Kopp (72.). - Schiedsrichter: Hanslbauer (Altenerding). - Zuschauer: 3521.

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