Bayreuth
Basketball

Raoul Korner bleibt Trainer von Medi Bayreuth

Medi Bayreuth setzt auf der Trainerposition auf Kontinuität. Auch in der kommenden Spielzeit heißt der Trainer des Basketball-Bundesligisten Raoul Korner.
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Daumen hoch für Medi Bayreuth: Im Rahmen einer Pressekonferenz gaben die Verantwortlichen bekannt, dass Raoul Korner auch in der kommenden Saison Trainer von Medi Bayreuth sein wird. Peter Mularczyk
Daumen hoch für Medi Bayreuth: Im Rahmen einer Pressekonferenz gaben die Verantwortlichen bekannt, dass Raoul Korner auch in der kommenden Saison Trainer von Medi Bayreuth sein wird. Peter Mularczyk

Lange rätselten die Medi-Anhänger, wie es mit Raoul Korner weitergeht. Nun die Gewissheit: Der 45-jährige Österreicher bleibt Trainer des Bayreuther Basketball-Bundesligisten. Das gab Geschäftsführer Björn Albrecht am Mittwochvormittag bekannt.

"Wer mich kennt, der weiß, dass mir diese Saison sehr nahe gegangen ist und dass ich niemand bin, der Sachen unvollständig hinterlässt", sagte Raoul Korner. "Es hätte sich nicht richtig angefühlt, jetzt zu gehen. Wir sind hier noch nicht am Ende." Als Hauptgrund für sein Bleiben gab Korner neben seinem persönlichen Ehrgeiz die große Unterstützung von Seiten des Vereins, den Sponsoren und den Fans an.

So ein Zuspruch sei zwar "selbstverständlich, wenn man das erste Mal seit 20 Jahren in die Play-offs und die Top 8 der Champions League kommt". Aber auf eine breite Unterstützung zu treffen, wenn es nicht so laufe, zeige, "dass ich an der richtigen Stelle bin". Korner: "Das motiviert mich auch, weiterzumachen und die Euphorie der ersten beiden Saisons wieder aufleben zu lassen."

Björn Albrecht freut sich über die Zusage des Österreichers. "Wir haben uns zueinander bekannt, um die Entwicklung des Standorts weiter nach vorne zu bringen", sagte Albrecht. Sowohl Medi Bayreuth als auch Korner hätten die Möglichkeit gehabt, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt aus dem noch ein Jahr laufenden Vertrag auszusteigen. Albrecht ist überzeugt, dass der gemeinsame Weg noch nicht zu Ende ist: "Wir werden in der nächsten Saison mit massivem Hunger voll durchstarten."

Enttäuschung bei Korner

Bei der Ausrichtung für die Zukunft von Medi Bayreuth waren sich Korner, Albrecht und der Sportliche Leiter Matthias Haufer einig. Die abgelaufene Saison bewerteten Geschäftsführer und Trainer dagegen unterschiedlich. "Seit dem Wiederaufstieg 2010 war es die dritterfolgreichste Saison", sagte Albrecht. "Für mich persönlich war es eine ruhige und entspannte Spielzeit, weil wir keine Sekunde an den Abstieg denken mussten." Das zeige auch, wie stabil Medi Bayreuth mittlerweile ist.

Für Korner ist das "nur ein schwacher Trost". Der 45-Jährige machte deutlich: "Es war eine enttäuschende Saison. Vor drei Jahren wäre man mit Platz 12 und dem Erreichen der Champions League-Qualifikation, 14 Siegen und der realistischen Chance auf die Play-offs bis zum 32. Spieltag hochzufrieden gewesen. Das sind wir nicht mehr." Die Ambitionen im Bayreuther Basketball seien durch die Erfolge in den vergangenen Jahren gestiegen.

Mit der Zusammenstellung der Mannschaft war Korner vor Saisonbeginn zufrieden. "Doch bereits die Vorbereitung verlief holprig", erinnerte sich der Österreicher. "Bis zum Saisonstart hatten wir kein Training mit der kompletten Mannschaft." David Stockton kam erst spät zum Team, Bastian Doreth war mit der Nationalmannschaft unterwegs, Hassan Martin und Adonis Thomas waren verletzt.

Immer wieder das gleiche Muster

Zumindest gelang gegen den polnischen Verein Polski Cukier Toru die Qualifikation für die Champions League. "Das war sicher eines der Highlights der Saison", sagte Korner. Doch schon früh in der Saison stellte er ein Muster fest: "Wir haben viele Spiele knapp verloren. Phasenweise hatten wir den Gegner im Griff und das Spiel dominiert, um es am Ende doch noch aus der Hand zu geben." Es habe ein Führungsspieler gefehlt, der Ruhe und Souveränität ausstrahlt. Zwar habe man mit Doreth einen solchen Spieler, aber einer sei nicht genug, sagte Korner. Zwischendurch lief es besser, als wettbewerbsübergreifend neun Siege in Folge zu Buche standen.

Doch die Verletzung von Leistungsträger Hassan Martin im Januar warf die Mannschaft aus der Bahn. Zwar folgten mit dem Derbysieg bei Brose Bamberg und der knappen Niederlage nach Verlängerung beim FC Bayern München zwei weitere Höhepunkte der Saison, doch anschließend hat "das Selbstvertrauen des Teams massiv gelitten". Auch die Verpflichtung von Rückkehrer Kyan Anderson brachte keine Verbesserung. So bilanzierte Korner: "Es sind nicht alle Risiken aufgegangen wie in den Jahren zuvor. Die von uns designierten Schlüsselspieler haben nicht so funktioniert, wie wir es gebraucht hätten. Dadurch war es schwierig, eine Hierarchie aufzubauen."

Zudem ärgerte sich der 45-Jährige, wie einzelne Spieler mit der Enttäuschung umgingen: "Die Körpersprache einiger Spieler hat mich und auch viele Fans auf die Palme gebracht." Menschlich sei das zwar nachvollziehbar, aus sportlicher Sicht jedoch nicht.

Veränderungen beim Kader

Personell stehen wohl einige Veränderungen im Kader von Medi Bayreuth an. "Es dürfte keine Überraschung sein, dass wir nicht viele ausländische Spieler wiedersehen werden", sagte Korner. Lediglich De'Mon Brooks soll gehalten werden. Bei ihm wollen die Verantwortlichen bis an die Schmerzgrenze gehen. Der Kader für die kommende Saison soll um das Grundgerüst um Bastian Doreth, Andreas Seiferth und Lukas Meisner aufgebaut werden.

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