Bayreuth
Eishockey

Personal und Zukunft der Bayreuth Tigers unklar

Über die Probleme des Eishockey-Vereins mit dem Abstieg, den Finanzen und dem Personal.
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Wegen "Kommunikationsproblemen" wollen sich die Geschäftsführer der Tigers, Matthias und Margit Wendel, von Trainer Sergej Waßmiller (links) trennen.  Foto: Peter Mularczyk/Archiv
Wegen "Kommunikationsproblemen" wollen sich die Geschäftsführer der Tigers, Matthias und Margit Wendel, von Trainer Sergej Waßmiller (links) trennen. Foto: Peter Mularczyk/Archiv
Wie es mit den Bayreuth Tigers nach dem sportlichen Abstieg aus der zweiten Eishockey-Liga (DEL2) weitergehen soll, wurde am Mittwochabend auf einer Gesellschafterversammlung besprochen. Schon der Beginn zeigt, wie viel Zündstoff die Zukunft des Bayreuther Eishockeys beinhaltet: Mehrheitlich wurde für den Ausschluss von Mit-Gesellschafter Michael Schwellengreber gestimmt, um Interessenskonflikte zu vermeiden - Schwellengreber ist auch zweiter Vorsitzender des Stammvereins EHC Bayreuth, der mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.
Das Geschäftsführer-Ehepaar Matthias und Margrit Wendel äußerte sich zu Problemen mit dem Stammverein, der sportlichen Leitung und dem Trainer - und stellte auch ihre eigenen Positionen zur Diskussion.


Margrit W. will Posten abgeben

"Als Geschäftsführerin stehe ich ausschließlich zur Verfügung, wenn es für die Tigers in der DEL2 weitergeht", sagt Margrit Wendel. Für eine DEL2-Lizenz werde sich die GmbH fristgerecht bewerben, denn falls ein Aufsteiger die Auflagen für die zweite Liga nicht erfüllen kann, würden die Tigers nachrücken, und damit die Liga halten. Das ist nicht unmöglich - Heilbronn hat auf diese Weise schon drei Mal den Klassenerhalt geschafft - aber es ist eher unwahrscheinlich. Eine Entscheidung fällt spätestens im Juni.

Sollte Margrit Wendel dann ihren Posten abgeben, werde ihr Mann vorerst im Amt bleiben und nach einem Nachfolger Ausschau halten - allerdings auch nicht zwingend: "An den Wendels soll und wird es nicht scheitern, dass es in Bayreuth weiterhin höherklassiges Eishockey geben wird", sagt Matthias Wendel, der seinen Posten ebenfalls zur Verfügung stellen wolle, sollten sich die Gesellschafter dafür aussprechen.

Von Trainer Sergej Waßmiller wollen sich die Wendels allerdings sicher trennen. Dessen Vertrag gilt nur für die DEL2. Sollten die Tigers nachrücken, "werden wir Gespräche mit Sergej Waßmiller führen und eine Lösung finden müssen", so Margrit Wendel, die meinte, die Kommunikation zwischen Trainer und der Geschäftsführung sei "schwierig bis nicht vorhanden". Auch zwischen Spielern und Trainer soll es laut ihr gehapert haben, was mehrere Tigers-Akteure aber im Gespräch mit einer Bayreuther Tageszeitung verneinten. Ebenso schwierig sei die Kommunikation mit dem sportlichen Leiter und ehemaligen Bayreuther Bundesliga-Torwart Dietmar Habnitt gewesen, der seine Arbeit nun niederlegt. Der künftige Trainer soll in Personalunion auch als sportlicher Leiter agieren.
Die sportlichen Probleme seien vor allem auf das "Verletzungspech" zurückzuführen, sagt Matthias Wendel - und aus den sportlichen folgten auch finanzielle Schwierigkeiten: Die Zuschauerzahlen gingen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 450 pro Spiel zurück. Gleichzeitig haben sich die Kosten durch die vielen Nachverpflichtungen aufgrund der Ausfälle drastisch erhöht. "Wir haben aber weder Verbindlichkeiten noch Liquiditätsprobleme", sagt Matthias Wendel.


Kapitalerhöhung angestrebt

Dennoch war das Hauptthema der Versammlung eine Kapitalerhöhung für die GmbH durch die Gesellschafter. Diese diene aber "einzig dazu, finanziell vernünftig aufgestellt in die nächste Saison gehen zu können", betont der Geschäftsführer. Etwas mehr als die Hälfte der Gesellschafter hätten zugestimmt, einige dagegen, der Rest benötige Bedenkzeit. Eine Entscheidung soll innerhalb der nächsten zehn Tage fallen.
Von größeren finanziellen Sorgen ist der Stammverein EHC Bayreuth geplagt: Eine sechsstellige Summe stehe bei den Sozialversicherungen aus. Das wird auch der Geschäftsführung der GmbH angelastet, was Matthias Wendel aber zurückweist: Die Verbindlichkeiten seien aus der Zeit vor Gründung der GmbH entstanden, die zu Saisonbeginn etwa 100 000 Euro aus dem Stammkapital an den Verein abgeführt habe.


Insolvenz? "Noch nicht soweit"

Auf die Frage, was passiert, wenn der Verein Insolvenz anmelden sollte, antwortete die Geschäftsführerin "noch ist es nicht soweit", und dass man sich bisher noch keine Gedanken zu einer Kooperation mit einem anderen Verein gemacht hätte. "Wir denken, dass die Zeit vorbei sein muss in Bayreuth, wo man einen Verein einfach liquidiert hat, um im nächsten Moment einen neuen zu gründen und so weiterzumachen wie vorher." makl


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