Bayreuth
Basketball

Mit den Medi-Fans unterwegs: "Ganz egal wo, ich bin dabei!"

Zum ersten Mal seit mehr 20 Jahren nehmen die Bayreuther Basketballer wieder am internationalen Wettbewerb teil - und die Fans sind reiselustig.
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Etwa 60 Bayreuther Basketball-Fans jubeln dem Medi-Team in der Athener Olympiahalle zu und behaupten sich mit ihren Gesängen unter den rund 2000 AEK Fans.  Foto: Andreas Bär
Etwa 60 Bayreuther Basketball-Fans jubeln dem Medi-Team in der Athener Olympiahalle zu und behaupten sich mit ihren Gesängen unter den rund 2000 AEK Fans. Foto: Andreas Bär
"Bayreuth, Bayreuth!" dröhnt es aus 60 Fan-Kehlen, die sich gegen die imposanten Chöre der 2000 AEK-Fans in der Athener Olympiahalle behaupten müssen. Derweil kämpft Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth auf dem Parkett gegen das Athener Traditionsteam, um den Einzug ins Achtelfinale der Basketball Champions League (BCL).

Das gelingt den Oberfranken auf den Rängen wie auf dem Feld nicht schlecht. Die Fans lassen sich von der Atmosphäre mitreißen und zollen auch den gegnerischen Anhängern Respekt: "Südländer haben eine andere Fanmentalität. Die mitzuerleben, war eine ganz besondere Erfahrung", zeigt sich etwa Medi-Fan Miriam Meinhardt aus Bindlach beeindruckt. "Es ist ein unvergessliches Erlebnis, die Stimmung in dieser Halle mitzuerleben!"

Zwar unterlag Medi den Athenern im letzten BCL-Gruppenspiel knapp mit 81:83, den Einzug ins Achtelfinale verhinderte das aber nicht: Nur wenn die Bayreuther mit sieben Punkten Differenz oder mehr verloren hätten, wäre die internationale Reise für diese Saison zu Ende gewesen. Entsprechend überschäumend war die Stimmung nach der Schlusssirene, als sich die Anhänger beider Teams gemeinsam über die Teilnahme an den Play-offs freuten und die Halle ob der gemeinsamen Gesänge bebte.

Medi-Trainer Raoul Korner, der die Bayreuther in den vergangenen beiden Jahren Stück für Stück zum Erfolg führte, lobt die Unterstützung der Fans: "Es war wieder einmal toll zu sehen, wie viele Fans uns zu diesem historischen Spiel begleitet und uns lautstark unterstützt haben. Es bedeutet uns allen sehr viel zu sehen, was für weite Reisen sie auf sich nehmen, um uns anzufeuern. Das macht letztlich auch den Reiz des internationalen Wettbewerbes aus."

Die Fans spekulieren schon, auf welchen Gegner Medi im Achtelfinale treffen wird: Besiktas Istanbul, Iberostar Teneriffa oder AS Monaco? "Teneriffa wäre toll. Da würde ich auf alle Fälle eine Woche buchen", freute sich Claudia Wirth, die zweite Vorsitzende des Medi-Fanclubs "Bayreuth Bats".

Zusammen mit der Vorsitzenden Sibylle Hammon war sie bei fünf von sieben internationalen Ausswärtsspielen dabei. "Schade, dass es heute nicht ganz gereicht hat, aber ich bin stolz darauf, dass unsere Burschen die Play-offs erreicht haben", sagt Hammon. Denn die BCL-Gruppe C, in der Medi unter anderem gegen die Topteams Estudiantes Madrid und den italienischen Meister Reyer Venedig antreten musste, galt als die schwerste der vier Achtergruppen. "Daher überwiegt bei mir auch die Freude, Historisches geschafft zu haben", sagt Trainer Korner, "und ich ärgere mich nicht so sehr über den verpassten Sieg."


Nicht nur Interesse für Basketball

Auch Medi-Fan Jürgen Schwartz freute sich über das Erreichen des Achtelfinales, bevor er ausführt, dass mit einem Erfolg gegen Athen eine bessere Platzierung in greifbarer Nähe gewesen wäre: "Hätte Athen den letzten Dreier nicht getroffen, hätten wir sogar eine noch bessere Ausgangsposition für die Play-offs gehabt. "

Aber der vierte Platz ist aus Fansicht nicht die schlechteste Lösung - wegen der erwähnten attraktiven Reiseziele. Denn die Bayreuther Fans genießen nicht nur die Atmosphäre in Europas Basketballhallen, sondern auch die drum herum.

Ob der Straßburger Weihnachtsmarkt, das alte Venedig auf dem Wasser, die Altstadt Ljubljanas, Madrid mit seiner großen Historie oder jetzt Athen mit der Akropolis: Die Medi-Anhänger lernen nicht nur viel über Basketball. Sie wissen nun auch, wie man in der am Sonntag recht leeren Innenstadt Athens eine Kneipe findet, die den Super Bowl überträgt, wie man den zielsicheren Tauben aus dem Weg geht und wie Basketball-verrückt die Griechen sind: Egal, wo sich die Fans mit den gastfreundlichen Einheimischen unterhielten, Bayreuth war ein Begriff - und die meisten erwähnten das Basketball-Team noch vor Richard Wagner.

Auch AEK-Trainerikone Dragan Sakota fand auf der Pressekonferenz viele lobende Worte für die Bayreuther Mannschaft und deren Fans, die nun zu Hause ihre Wohnzimmer mit AEK-Schals schmücken, bevor sie zur nächsten Reise antreten. Ob Istanbul, Monaco oder Teneriffa: "Ganz egal wo, ich bin dabei!", sagt Claudia Wirth.


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