Bayreuth
Basketball

Medi-Trainer kritisiert "Loser-Mentalität"

Beim Tabellenzweiten Alba Berlin verloren die Bayreuther mit 68:100 (38:47) - und Trainer Raoul Korner ging hart mit seinem Team ins Gericht.
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Medi-Trainer Raoul Korner war nach der Niederlage bedient.  Foto: Mularczyk
Medi-Trainer Raoul Korner war nach der Niederlage bedient. Foto: Mularczyk


Bundesliga

Alba Berlin - Medi Bayreuth 100:68

"Wir haben nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben die Schuld für den Spielverlauf nach außen projiziert und eine echte Loser-Mentalität an den Tag gelegt", sagte Korner und nahm sich selbst nicht aus. "Wenn die ganze Mannschaft scheiße spielt, ist der Coach gefragt. Und das bin ich."

Nur im ersten Viertel (25:20) gestalteten die Bayreuther, die bis auf weiteres auf den verletzten John Cox (doppelter Nasenbeinbruch) verzichten müssen, die Partie halbwegs ausgeglichen. Dann kamen die Berliner zu einigen Offensivrebounds und damit zu zweiten Möglichkeiten. Es gelang ihnen, durch Distanzwürfe auf 31:20 (13.) davon zu ziehen.

Auch auf den schönsten Bayreuther Spielzug, einen Pass von Nate Linhart hinter dem Rücken auf De'Mon Brooks zum 28:38 (16.), antwortete das Hauptstadtteam mit einem Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Diesen Trumpf spielten die Berliner, die mit fast 57-prozentiger Quote von der Dreierlinie trafen, auch in der Folge immer wieder aus und sicherten sich so bis Halbzeitpause einen 47:38-Vorsprung.


16:0-Lauf der Berliner

In der zweiten Hälfte zeichnete sich schnell ab, dass die Bayreuther nicht in der Lage waren, den Abstand zu verringern. Näher als acht Punkte kamen sich nicht heran. Sie waren sichtlich beeindruckt von den Berlinern, die einen 16:0-Lauf starteten, den Assem Marei erst in der 28. Minute mit einem Korbleger zum 68:46 stoppte.

Auch in dieser Phase traf Berlin immer wieder von der Dreierlinie, profitierte von einem unsportlichen Foul und einer wirkungslos gebliebenen Bayreuther Auszeit. Mit viel Druck schraubte Alba den Spielstand bis auf 75:52 (30.) in die Höhe.

Der Tabellenzweite nahm auch danach nicht den Fuß vom Gas und nutzte den Schlussabschnitt zu einem Schaulaufen. Alba setzte sich immer deutlicher ab - in der 36. Minute war mit 37 Punkten Differenz (94:57) der größte Bayreuther Rückstand des Abends zu verzeichnen.

"Ich möchte nichts schönreden. Wir haben heute schlecht - grottenschlecht - gespielt", sagte Korner. "Im Laufe des Spiels hat sich ein Qualitätsunterschied herausgestellt, aber die Höhe der Niederlage ist nicht meine größte Sorge. Am meisten Sorgen bereitet mir unsere Mentalität, die zum Kotzen war heute. Ich muss es leider so deutlich sagen. Ich stelle mich der Verantwortung dafür. Wir müssen jetzt sicherstellen, dass wir nie wieder so auftreten."

Die Bayreuther haben nur wenig Zeit, wieder in die Spur zu finden. Schon am Mittwoch beginnen die Playoffs in der Basketball Champions League mit einem Heimspiel im Achtelfinale. Dann gastiert der Sieger der Vorrundengruppe D, Besiktas Istanbul, in der Oberfrankenhalle. Spielbeginn ist am Mittwoch um 20 Uhr.

Alba Berlin: Saibou (17 Punkte/3 Dreier), Siva (13/2), Grigonis (12/2), Peno (11/1), Schneider (10/2), Sikma (10), Butterfield (9/2), Giffey (8), Vargas (6), Clifford (4), Mattisseck, Drescher.

Medi Bayreuth: Brooks (13), Marei (10), Linhart (9/3), York (9), Amaize (8/2), Robinson (6), Wachalski (6), Seiferth (4), Doreth (3/1), Adler.
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