Bayreuth
Basketball

Medi-Kapitän: "Schande gegenüber den Fans"

Medi-Kapitän Bastian Doreth übt deutliche Selbstkritik nach der Bayreuther 90:108-Niederlage beim Mitteldeutschen BC.
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Mitunter wirkten die Bayreuther in Weißenfels hilflos und mussten - so wie hier Adonis Thomas (rechts) die Übermacht des Gegners anerkennen.  Foto: Peter Kolb
Mitunter wirkten die Bayreuther in Weißenfels hilflos und mussten - so wie hier Adonis Thomas (rechts) die Übermacht des Gegners anerkennen. Foto: Peter Kolb

Die Bundesliga-Saison bleibt für Medi Bayreuth eine Achterbahnfahrt. Wer wie die zahlreichen mitgereisten Fans nach den Heimsiegen gegen die Telekom Baskets Bonn und Vizemeister Alba Berlin auf einen schwungvollen Saisonendspurt gehofft hatte, wurde beim Gastspiel in Weißenfels bitter enttäuscht: Die Bayreuther enttäuschten auf ganzer Linie und kassierten eine in dieser Höhe verdiente 90:108 (43:53)-Packung.

"Das war heute eine Schande gegenüber den mitgereisten Fans. Die Niederlage ist absolut verdient und wir können die Play-offs jetzt wohl endgültig abschreiben", übte Medi-Kapitän Bastian Doreth nach dem Spiel harte Selbstkritik. Die Bayreuther hatten keinerlei Energie aus dem Überraschungssieg gegen Berlin in die Partie beim Mitteldeutschen BC hinüberretten können, starteten pomadig und unaufmerksam.

Motivierte Hausherren

Ganz anders die Hausherren, die im Kampf um den Klassenerhalt jeden Punkt benötigen und bis in die Haarspitzen motiviert waren. Bereits acht Punkte hatten die Wölfe auf dem Konto, als der Gast durch Adonis Thomas den ersten Korberfolg markierte. Bereits in der fünften Minute stellten die Hausherren den Zwischenstand nach einem Treffer von Tremmell Darden erstmals auf einen zweistelligen Abstand (15:4), den sie bis zur ersten Viertelpause nahezu verteidigten (25:16, 10.).

Bis auf 36:40 (17.) kamen die Bayreuther im zweiten Abschnitt heran.

Der Endspurt in die Halbzeitpause gehörte dann den "Wölfen", allen voran Andrew Warren. Der US-Amerikaner kam immer wieder frei zum Wurf und sammelte bis zum Gang in die Kabine 24 seiner insgesamt 30 Punkte.

Korner übt deutliche Kritik

"Wir müssen intensiver und aktiver spielen und jetzt versuchen, immer einen Schritt schneller zu sein", hatte Bayreuths Geschäftsführer Björn Albrecht in der Pause als Losung ausgegeben. Doch daraus wurde nichts: Näher als auf sieben Punkte ließen die aufopferungsvoll kämpfenden Hausherren die Bayreuther nicht herankommen. Beim Stand von 76:65 (30.) ging es in den Schlussabschnitt, in dem sich die "Wölfe" gegen zunehmend resignierende Bayreuther weiter absetzten. MBC-Oldie Darden, zweitbester Werfer bei den Weißenfelsern mit 20 Punkten, war es per Alley-Oop vorbehalten, den Hunderter voll zu machen. Sergio Kerusch sorgte wenig später mit einem krachenden Dunking für den 108:90-Endstand, der gleichbedeutend mit dem Aus der Bayreuther Play-off-Träume sein dürfte.

Eric Mika (16), Nik Raivio (10) und der unermüdlich, wenn zuweilen auch glücklos rackernde Doreth (9/3) hoben sich aus einer ansonsten restlos enttäuschenden Bayreuther Mannschaft leicht ab.

Dementsprechend unzufrieden war Trainer Raoul Korner: "Spiele wie dieses sind genau der Grund, warum wir zurecht dort stehen, wo wir stehen. Wir schaffen es nicht, uns für solch ein Spiel am Riemen zu reißen und die Intensität zu bringen, die man braucht, um auswärts zu gewinnen. Wir erlauben 108 Punkte, das ist ein Witz. Es ist nicht gelungen die nötige Energie aufs Feld zu bringen. Wenn man das zum wiederholten Mal nicht hinkriegt, dann ist man nicht in den Play-offs und verdient es auch nicht, da zu sein. Irgendwann müssen wir das zur Kenntnis nehmen."

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