Bundesligist Medi Bayreuth setzt seine Serie von Auswärtsauftritten beim Angstgegner fort. Die Bayreuther bestreiten ihr viertes Spiel binnen elf Tagen am Sonntag (15 Uhr) beim letztjährigen Viertelfinalgegner Riesen Ludwigsburg. Gegen die Schwaben hat das Medi-Team in der Vorsaison fünf von sechs Aufeinandertreffen verloren.

Allerdings ist Ludwigsburg schleppend in die aktuelle Spielzeit gestartet, reihte sich im Dezember als Tabellenachter aber zumindest wieder auf einem Play-off-Platz ein. Schlechter läuft es in der Champions League: Die Ludwigsburger kassierten jüngst eine 73:68-Niederlage beim französischen Spitzenclub Le Mans und können als Tabellenletzter der Gruppe A mit nur zwei Siegen aus zehn Partien das Erreichen der Play-offs so gut wie abschreiben. Allerdings präsentierten sich die Riesen gegenüber der vorangegangenen Bundesliga-Niederlage in Bonn (62:86) deutlich verbessert.

Großes Verletzungspech

Nach der erfolgreichen Vorsaison mussten die Barockstädter im Sommer ihren Kader umbauen. Vor allem galt es mit Spielmacher Kerron Johnson (Pistoia Basket), Power Forward Dwayne Evans (Ulm) und Allrounder Thomas Walkup (Zalgiris Kaunas) drei Erfolgsgaranten zu ersetzen. Einige Neuzugänge fielen schnell durch das Raster von Trainer John Patrick und wurden ausgetauscht. Zudem stellte sich bei den Riesen enormes Verletzungspech ein: Mit Konstantin Klein (Innenbandriss), Malcolm Hill (Kreuzbandriss) und dem vom FC Bayern München ausgeliehenen Jungnationalspieler Karim Jallow (Knie- und Innenbandruptur) pausieren derzeit drei Akteure verletzungsbedingt.

Aggressive Verteidigung

Die Schwaben setzen traditionell auf eine aggressive Verteidigung und stellen das derzeit beste Rebound-Team der Liga (40 pro Spiel), haben aber auch offensiv einiges zu bieten: Dirigent im Spielaufbau ist der nur 1,68 Meter große Jordon Crawford. Ihm zur Seite steht Topscorer Lamont Jones (13,7 Punkte im Schnitt), der im Sommer vom Mitteldeutschen BC kam. Ein guter Griff ist Patrick mit Kelan Martin gelungen: Der athletische College-Absolvent, der sich auf beiden Flügelpositionen wohl fühlt, kommt im Schnitt auf 12,5 Punkte und 4,3 Rebounds.

Zudem tragen der zuvor für Würzburg spielende Kanadier Owen Klassen und der mittlerweile 36-jährige Deutsch-Amerikaner Adam Waleskowski eine Hauptlast im Riesen-Spiel. US-Center Clint Chapman, Nachverpflichtung von Alba Berlin, kommt bislang durchschnittlich nur auf knapp elf Minuten Einsatzzeit, ist aber mit mehr als neun Punkten und vier Rebounds ausgesprochen produktiv.

Erstmals mit Center-Neuzugang

Medi Bayreuth wird in Ludwigsburg erstmals den als Ersatz für Hassan Martin (verletzt) verpflichteten US-Amerikaner Eric Mika aufbieten. "Eric ist ein High-Energy-Spieler, der sehr mobil ist. Er ist ein exzellenter Pick-and-roll-Spieler, der auch da hingeht, wo es weh tut, beim Rebound zupackt und auch im Low-Post spielen kann", lobt Medi-Trainer Raoul Korner. Allerdings hat der Neuzugang bislang nur zwei Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert, so dass Korner keine Wunderdinge vom 2,08-Meter-Mann erwartet.