Bayreuth
Basketball

Medi Bayreuth ist in eigener Halle klarer Außenseiter

Bundesligist Medi Bayreuth empfängt am heutigen Donnerstag das drittplatzierte Team von Alba Berlin.
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Gegen die favorisierten Bonner (rechts: Martin Breunig) setzten sich die Bayreuther   um    Kyan Anderson (links) immer wieder durch -  das soll nun auch gegen Alba Berlin gelingen. Peter Mularczyk
Gegen die favorisierten Bonner (rechts: Martin Breunig) setzten sich die Bayreuther um Kyan Anderson (links) immer wieder durch - das soll nun auch gegen Alba Berlin gelingen. Peter Mularczyk

Eine extrem schwere Aufgabe erwartet Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth am heutigen Donnerstag (20.30 Uhr) in der Oberfrankenhalle: Die Bayreuther gehen als klarer Außenseiter in das Duell gegen den amtierenden Vizemeister und Eurocup-Finalisten Alba Berlin. Zumal sich die Hauptstädter im Fernduell mit den nach Niederlagen punktgleichen Baskets Oldenburg keinen Fehltritt im Rennen um den zweiten Platz leisten dürfen.

Dennoch rechnet sich Medi-Trainer Raoul Korner Chancen aus: "Mit unseren Fans im Rücken und dem aus dem Sieg gegen Bonn gewonnenen Selbstvertrauen ist ein Sieg gegen Berlin nicht unmöglich." Bereits zweimal trafen die Bayreuther in dieser Saison auf den achtfachen Meister, zweimal hatten sie klar das Nachsehen. Im Pokal-Achtelfinale scheiterte Medi im vergangenen Oktober in Berlin mit 68:88, das Bundesliga-Hinspiel Anfang Februar in Berlin fiel mit 68:86 ähnlich deutlich zu Gunsten von Alba aus.

Ohne Druck ins Heimspiel

Diese Bilanz will Medi Bayreuth nun aufbessern - und die Oberfranken können diese Aufgabe ohne Druck angehen. Schließlich geht es in der Restsaison in erster Linie um "Stolz und Ehre", wie Korner es angesichts des deutlichen Abstands zu den Play-off-Plätzen mehrfach formulierte. "Wir haben die Play-off-Teilnahme nicht mehr in unseren eigenen Händen. Selbst wenn wir alle Spiele gewinnen würden, wären wir auf Schützenhilfe angewiesen - also beschäftigen wir uns nicht damit", unterstrich Korner nach dem 84:78-Heimsieg nach Verlängerung gegen die Telekom Baskets Bonn am Ostersonntag.

Noch ohne Titel

Ganz anders sieht das im Lager der Berliner aus, die unter Alejandro "Aito" Garcia Reneses in die Erfolgsspur zurückgefunden haben. Schon in der zurückliegenden Saison führte der 72-jährige Trainerfuchs die Hauptstädter sowohl im Pokal als auch in der Meisterschaft ins Finale. Auch in der laufenden Serie standen die Berliner im Pokalfinale sowie kürzlich im Finale um den Eurocup. Allein ein Titelgewinn ist den Albatrossen unter der spanischen Trainerlegende verwehrt geblieben. In der Spielzeit 2017/18 mussten die Berliner zweimal dem FC Bayern München den Vortritt lassen, in der laufenden Saison scheiterte Berlin mit 82:83 knapp an Brose Bamberg im BBL-Pokal und an Valencia im Eurocup. Allerdings hat Alba als einer der Hauptverfolger von Spitzenreiter Bayern München noch alle Chancen im Titelrennen 2019.

Vier Neuzugänge kamen im zurückliegenden Sommer zu den Berlinern, die mit Peyton Siva, Luke Sikma und Niels Giffey drei Führungsspieler halten konnten: Nationalspieler und Center Johannes Thiemann (Ludwigsburg), der isländische Nationalspieler Martin Herrmannsson (Chalon/Frankreich), College-Rückkehrer Kenneth Ogbe (Utah Valley University) und der litauische Scharfschütze Rokas Giedraitis (Rytas/Litauen).

Während der laufenden Saison stießen der kamerunische Center Landry Nnoko (Sakarya/Türkei) und der amerikanische Spielmacher Derrick Walton Junior (Kaunas/Litauen) zum Team hinzu. Zudem macht "Aito" auch in Berlin seinem Ruf als exzellenter Nachwuchsförderer alle Ehre: Nach Tim Schneider in der vergangenen Spielzeit hat mit dem 17-jährigen Franz Wagner das nächste Talent den Sprung in die Berliner Rotation geschafft. Mit Jonas Mattiseck (19) und Bennett Hundt (20) sind weitere Nachwuchsspieler auf dem Weg zu den Profis.

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