Die Bayreuth Tigers erlebten ind er DEL2 zuletzt ein Wechselbad der Gefühle: Mit überraschenden Siegen gegen die Spitzenteams ESV Kaufbeuren, Ravensburg Towerstars und Lausitzer Füchse kämpften sie sich nahe an die Pre-Play-off-Plätze, doch dann folgten Rückschläge gegen die direkten Konkurrenten Dresdner Eislöwen (3:5) und Deggendorfer SC (0:2).

Nun wollen die Tigers zurück in die Erfolgsspur. Im Kampf um den direkten Klassenerhalt sollten sie im Heimspiel gegen die Kassel Huskies (Freitag, 20 Uhr) und beim EHC Freiburg (Sonntag, 18.30 Uhr) etwas Zählbares mitnehmen.

Und Tigers-Trainer Petri Kujala weiß auch, dass er nach dem zurückliegenden Wochenende ohne Punkte auch psychologisch mit der Mannschaft arbeiten muss: "Sicher waren wir durch die vielen Spiele etwas müde, aber ich glaube, der Aspekt, dass wir nach den guten Spielen nun selbst wieder etwas zu verlieren hatten, war vielleicht noch ausschlaggebender. Mit dieser veränderten Ausgangslage sind wir noch nicht so gut klargekommen, und konnten somit nicht ganz an die letzten Spiele anknüpfen."

Hinzu kamen einige Grippegeschwächte und "schon fehlen eben ein paar wenige Prozent". Der Coach hofft nun, dass sich alle Spieler fit melden und er auf die in den vergangenen Wochen eingespielten Formationen zurückgreifen kann.

Drei Trainer in einer Saison

Eingespielte Blöcke gibt es beim Bayreuther Freitagsgegner kaum. Die Kassel Huskies wechselten während der Saison einige Spieler aus und auch auf der Trainerposition gab es bislang keine Konstanz. Nach Rico Rossi (als sportlicher Leiter weiter bei den Huskies) und Ex-NHL-Star Bobby Carpenter hat nun Tim Kehler (als Spieler 1994 für den ESV Bayreuth in der Bezirksliga aktiv) an der Bande das Sagen. Unter ihm ist ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Von Rang 11 verbesserte sich Kassel auf den siebten Platz, aus den zurückliegenden acht Partien holten die Huskies vor allem dank einer verbesserten Defensive 20 Punkte (nur eine Niederlage). In der Offensive prägen aktuell zwei Neuzugänge das Spiel. Die Kanadier Corey Trivino (19 Spiele/17 Scorerpunkte) und Sébastien Sylvestre (10/12) scoren zuverlässig.

Das gilt auch für Tylor Gron (35/35) und Richard Mueller (35/32). Zum Kader gehören noch weitere klangvolle Namen, so dass Kassel durchaus noch der Sprung unter die Top 6 zuzutrauen ist. Allerdings hatten die Huskies - vor der Saison gehörten sie zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten - bislang Probleme mit den Bayreuthern. Die Tigers waren in den bisherigen Saisonpartien gegen die Hessen (3:1 und 5:4 nach Verlängerung) siegreich.

Ausgeglichen ist dagegen die Bayreuther Bilanz gegen Sonntagsgegner EHC Freiburg. Einem 3:5 im Breisgau folgte ein 4:2-Heimsieg. Aktuell sind die beiden Teams mit je 39 Zählern punktgleiche Tabellennachbarn: Freiburg ist Elfter vor Bayreuth.

Starke Eigengewächse

Auch beim EHC gab es einen Trainerwechsel. Der langjährige Coach Leos Sulak verabschiedete sich im Dezember, Co-Trainer Jan Melichar und Ex-Spieler Rawil Khaidarow bilden das neue Trainerduo. Sie haben nun vor allem die Aufgabe, die Offensive treffsicherer zu machen. Mit 91 Toren stellen die Breisgauer den schwächsten Angriff der Liga.

Die Hauptlast im Sturm liegt auf den Eigengewächsen Nikolas Linsenmeier (19 Tore/20 Vorlagen) und Tobias Kunz (10/13). Am meisten Unterstützung bekommen sie von Ryon Moser (9/15), Marc Wittfoth (10/13) und dem Ex-Bayreuther Sergej Stas (8/7). Mehr erhofft hatten sich die Freiburger dagegen von den Kontingentstürmer. Erfolgsgarant des EHC ist die gute Abwehrarbeit. Im Tor überzeugen Matthias Nemec und Jimmy Hertel, davor sorgen Alexander Brückmann und der Tscheche Radek Havel für Stabilität. Seit acht Partien verstärkt zudem Rückkehrer Mark Mancari den EHC-Defensivverbund. red