Bayreuth
Basketball

Im Oberfrankenderby geht es vor allem um Wiedergutmachung

Bayreuth hat die Play-offs verpasst, Bamberg Platz 5 so gut wie sicher - und dennoch ist das Oberfrankenderby keine Partie um die Goldene Ananas.
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Jubelposen der Bayreuther - wie hier von De'Mon Brooks  -  gab es beim 94:84-Hinspielsieg des Medi-Teams in Bamberg  immer wieder zu sehen. Im Oberfrankenderby am Freitag wollen beide Mannschaften zurück in die Erfolgsspur. Foto: Daniel Löb
Jubelposen der Bayreuther - wie hier von De'Mon Brooks - gab es beim 94:84-Hinspielsieg des Medi-Teams in Bamberg immer wieder zu sehen. Im Oberfrankenderby am Freitag wollen beide Mannschaften zurück in die Erfolgsspur. Foto: Daniel Löb

Die Basketball-Bundesligisten Medi Bayreuth und Brose Bamberg haben sich zuletzt nicht mit Ruhm bekleckert und boten zum Teil enttäuschende Leistungen. Zwar geht es im direkten Duell der beiden oberfränkischen Teams am Freitag (19 Uhr, Oberfrankenhalle) nicht mehr um Platzierungen, aber ganz sicher um Wiedergutmachung und Prestige. Zudem ist es der letzte Auftritt der Bayreuther vor den heimischen Fans in dieser Saison.

Mit der ernüchternden 84:99-Heimniederlage am vergangenen Dienstag gegen s.Oliver Würzburg haben die Bayreuther die Chance auf eine Play-off-Teilnahme endgültig verspielt. Das und die schwache Leistung lösten bei Trainer Raoul Korner in der Pressekonferenz nach der Partie eine Wut-Rede aus. Er war vor allem erbost über die Art und Weise, wie das Ergebnis zustande kam: "Ich bin jetzt seit 20 Jahren Profitrainer und habe mich noch nie so für eine Leistung geschämt wie heute. Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, war ein Witz, eine Frechheit. Es spottet jeglicher Beschreibung. Jedes Wort wäre dafür zu wenig. Mir ist es zutiefst unangenehm. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken und würde es am liebsten jetzt noch tun." Und Korner legte nach: "Nach der Saison brauche ich wohl ein Jahr Pause." Ob Korner, dessen Vertrag bei Medi Bayreuth noch bis 2020 läuft, aber eine Ausstiegsoption nach dieser Saison beinhaltet, mit dieser Äußerung seinen Abschied aus Bayreuth ankündigen wollte?

Klar ist: Korner wollte seine Mannschaft vor den beiden letzten Saisonspielen nochmals wachrütteln. Zudem ist auch mit erneuten Veränderungen in der Aufstellung zu rechnen. Der einmal mehr gänzlich enttäuschende Adonis Thomas dürfte für einen Platz auf der Tribüne ebenso in Frage kommen wie sein US-Landsmann Kyan Anderson, der gegen Würzburg blass geblieben war. Einiges spricht indes für einen Einsatz von Gregor Hrovat sowie des ebenfalls gegen Würzburg pausierenden US-Centers Hassan Martin, der aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen als passender Gegenspieler für Bambergs Kraftpaket Cliff Alexander erscheint. David Stockton, der gegen Würzburg erstmals seit Anfang Februar wieder zum Einsatz kam und mit 19 Punkten zum Topscorer avancierte, sollte sich einen weiteren Einsatz verdient haben.

Suche nach der Play-off-Form

Während es für Medi Bayreuth um einen ordentlichen Saisonabschluss geht, sucht Ex-Meister Brose Bamberg nach seiner Play-off-Form. Nach dem enttäuschenden Abschneiden im Finalturnier der Basketball Champions League mit deutlichen Niederlagen gegen den späteren Sieger Bologna und Gastgeber Antwerpen zeigte das Brose-Team am Mittwoch bei der 86:93-Niederlage gegen den Tabellenzweiten Oldenburg zumindest aufsteigende Form, hat aber mit einem Kräfteverschleiß nach den vielen Einsätzen in wenigen Tagen zu kämpfen.

Und die Terminhatz geht weiter, denn nach der Partie in Bayreuth steht am Sonntag (18 Uhr) das Heimspiel gegen s.Oliver Würzburg an. Ein Sieg aus beiden Spielen reicht, um Platz 5 abzusichern. Dieser Rang wäre selbst bei zwei Niederlagen garantiert, sollten die sechstplatzierten Ulmer am Freitag bei Spitzenreiter Bayern München verlieren.

"Wir müssen in den nächsten beiden Partien genauso kämpfen wie heute", forderte Trainer Federico Perego nach der Partie gegen die Oldenburger. Gegen die Bayreuther sollte seine Mannschaft angesichts des Hinspiels ohnehin hochmotiviert sein. Dieses hatten die Bamberger Anfang Januar in eigener Halle mit 84:94 verloren. Damals standen die Bayreuther auf dem vierten Platz. Doch nach einer enttäuschenden Rückrunde folgte der Absturz auf Rang 12.

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