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Bayreuth
Eishockey

Das sagt der Chef der Bayreuth Tigers zum Saisonabbruch

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat auch Auswirkungen auf den Sport: Die Spielzeiten in der DEL und DEL2 sind vorzeitig beendet. Bei den Bayreuth Tigers stößt die Entscheidung auf Zustimmung.
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Matthias Wendel, Geschäftsführer der Bayreuth Tigers  Foto: P. Mularczyk
Matthias Wendel, Geschäftsführer der Bayreuth Tigers Foto: P. Mularczyk

Freude über den Klassenerhalt? Enttäuschung über das abrupte Saisonende? Weder noch. Matthias Wendel ist vor allem dankbar über die "faire und vernünftige Entscheidung" der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2), die Saison wegen der Ausbreitungsgefahr des Coronavirus ohne Play-offs beziehungsweise -downs und damit ohne Meisterkür und sportlichen Absteiger zu beenden.

"Alles andere wäre ein Fiasko gewesen", sagt der Geschäftsführer der Bayreuth Tigers. "Es kann ja nicht sein, dass Italien komplett abgeriegelt wird und wir weiter fröhlich Eishockey spielen. Die Gesundheit hat immer Vorrang." Wendel will sich die chaotischen Zustände gar nicht ausmalen, wenn die Saison weitergegangen wäre und eventuell eine komplette Mannschaft wegen eines Coronafalls unter Quarantäne gestellt worden wäre.

Jetzt - zwischen Ende der Hauptrunde und Beginn der Entscheidungsspiele - sei der richtige Zeitpunkt für eine Zäsur gewesen. "Alle DEL2-Vereine waren sich hier einig, haben nun Chancengleichheit und auch Planungssicherheit", sagt Wendel. Allerdings müssen auch alle Vereine die Folgen des früheren Saisonendes aufarbeiten - und diese seien "finanziell nicht unerheblich".

"Aber der Verlust ist deutlich geringer, als wenn wir die Saison ohne Zuschauer fortgesetzt hätten", sagt Wendel und rechnet vor. "In den Play-downs gegen Crimmitschau wären uns pro Heimspiel ohne Fans 35 000 bis 40 000 Euro verloren gegangen." Die Tigers-Verantwortlichen sind bei den Heimspielen gegen Crimmitschau von 3500 bis 4000 Zuschauern ausgegangen.

Finanzieller Schaden in Grenzen

Wie hoch die Einbußen nun nach Abbruch der Saison genau sind, kann er noch nicht beziffern. Der Schaden sei aber überschaubar. Nun gelte es in den kommenden Wochen, den Verpflichtungen gegenüber den Spielern mit laufenden Verträgen nachzukommen und mit den Sponsoren zu sprechen. Wendel geht aber davon aus, dass er dank der "guten Bindung" zu den lokalen Sponsoren "vernünftige Lösungen" finden wird.

Auch rechnet er nicht damit, dass Dauerkartenbesitzer Regressansprüche anmelden. Fans, die bereits Eintrittskarten für die Play-downs gegen Crimmitschau gekauft hatten, erhalten ihr Geld zurück. Das geplante Abschlussfest mit Mannschaft und Fans wurde vorsorglich abgesagt. Und dann hat das verfrühte Saisonende für den Tigers-Geschäftsführer sogar noch einen positiven Aspekt: "Wir können jetzt mit den Planungen für die kommende DEL2-Saison schon vier Wochen vorher als gedacht beginnen."

Die Spieler gehen dagegen in eine lange Sommerpause. "Wir hätten jetzt lieber gespielt", sagt Tigers-Stürmer Michal Bartosch. "Zumal ich mir sicher bin, dass wir den Abstieg auch sportlich vermieden hätten." Das frühe Saisonende sei "bitter für alle Beteiligten", müsse aber akzeptiert werden. "Spiele ohne Zuschauer hätten für keinen Verein Sinn gemacht", verdeutlich Bartosch und ergänzt, dass die Spieler wegen des frühen Saisonendes keine finanziellen Nachteile haben werden.

Nach der Absage der Playdown-Spiele berichtet der Tigers-Fanbeauftrage Carsten Herrmannsdörfer von gemischten Gefühlen in der Fanszene: "Natürlich hatten wir Bock auf die schönste Jahreszeit im Eishockey, aber irgendwie sind wir auch froh, dass wir frühzeitig den Klassenerhalt feiern können. Die Gegner in den Play-downs haben uns in dieser Saison nicht unbedingt gelegen." Er persönlich findet das Saisonende sogar "super".

Zittern bleibt erspart

Zum einen sei eine für alle Zweitliga-Vereine faire Entscheidung getroffen worden, zum anderen bleibt ihm die nervliche Anspannung erspart. "Ich zittere da immer so intensiv mit und bin froh, dass dieses Mal keine Abstiegsangst bei mir aufkommt." Herrmannsdörfer hofft, dass die Tigers-Verantwortlichen nun die richtigen Schlüsse aus der beendeten Saison ziehen und "ordentlich Gas geben", damit die Bayreuther in der kommenden Spielzeit die Abstiegsrunde vermeiden können.