Medi Bayreuth muss in der Champions League mehr denn je um den Einzug in die K.o.-Runde bangen. Denn am Mittwochabend verloren die Oberfranken bei Promitheas Patras mit 83:95 und liegen nun einen Punkt hinter Platz 4, der den Einzug ins Achtelfinale bringt. Denn Oostende siegte bei Neptunas Klaipeda 79:77 und ist damit nach einem verkorksten Start wieder ganz dick dabei. Alles läuft auf ein bis zum letzten Spieltag spannendes Rennen hinaus.

Gegen die ohne den ehemaligen Bayreuther Jake Odum angetretenen Griechen tat sich Medi zu Beginn mit der variablen Offensive von Promitheas schwer. Immer wieder suchten und fanden die Gastgeber Möglichkeiten, besser postierte Mitspieler zu suchen und auch zu finden. Vor allem durch viele Ballverluste machten sich die Bayreuther - wieder einmal - das Leben selbst schwer. . Defensiv hatte die Korner-Truppe vor allem mit dem pfeilschnellen und wurfstarken Brown Probleme, der beim Stand von 28:23 nach dem ersten Viertel bereits elf Zähler auf seinem Konto hatte. Immerhin lief es offensiv recht ordentlich, ob von der Dreierlinie oder unter den Körben. Und diese offensive Darbietung sollten die Wagnerstädter weiterhin durchziehen. Nur die ersten Zähler von Katsivelis verhinderten eine Halbzeitführung der Gäste. Der 27-Jährige sorgte mit einem Dreier für das 44:42 der Gastgeber.

Die Schützlinge von Trainer Raoul Korner wussten bis dahin vor allem in der Reboundarbeit zu überzeugen: Mit 20 heruntergepflückten Bällen sammelten Andreas Seiferth und Co. gleich doppelt so viele wie Patras. Einmal mehr auffällig war Bastian Doreth, der drei Dreier einstreute.

Patras wieder wacher

In Hälfte 2 anfangs ein ähnliches Bild wie im ersten Abschnitt. Promitheas kam wacher aus der Kabine, baute die Führung schnell auf 51:42 (22.) aus. Doch wieder glichen sich die Bilder. Medi arbeitete sich in die Partie zurück, verkürzte ebenso schnell wieder und sorgte für ein offenes Duell. Wären da nur nicht die Dreier gewesen: Patras verlegte sein Spiel mehr nach außen und traf auch von draußen hochprozentig. So führten die Griechen nach drei Vierteln mit 71:63 und schienen auf einem guten Weg zum Sieg.

De'Mon Brooks geht voran

Allen voran De'Mon Brooks stemmte sich mit aller Vehemenz gegen die Niederlage. Der seit Wochen überragend aufgelegte US-Boy übernahm das Zepter, scorte nach Belieben, ließ sich dabei auch von einem sehenswerten Block bei einem Dreier nicht aus der Ruhe bringen. Doch Patras ließ sich ebenfalls nicht beirren, traf offensiv weiterhin hochprozentig und feierte am Ende einen verdienten, wenn auch deutlich zu hoch ausgefallenen Sieg.

Doppelt bitter für die Oberfranken: Der extrem frustriert wirkende Kassius Robertson sorgte für eine handfeste Rangelei unter den Körben. Nach minutenlangen Diskussionen sprachen die Schiedsrichter ein disqualifizierendes Foul gegen Patras' überragenden Center Octavius Ellis und den Bayreuther Shooting-Guard aus, der damit im Heimspiel gegen Bologna gesperrt ist.

Promitheas Patras - Medi Bayreuth 95:83 (28:23, 16:19, 27:21, 24:20) Promitheas Patras: Lypovyy (13), Hall, Gkikas (10), Tsairelis (7), Geromichalos, Kaselaki (13), Saloustros, Meier (3), Brwon (31), Ellis (18), Parks. Bayreuth: Robertson (7), Stockton (8), Thomas (2), Hrovat (7), Brooks (19) Seiferth (14), Doreth (14), Meisner (9), Raivio (3).