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Bayreuth Tigers: Die Konstanz ist die größte Stärke

Die Bayreuth Tigers starten am Freitag in ihre vierte DEL2-Saison - und das mit vielen bekannten Gesichtern.
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Trainer Petri Kujala und die Bayreuth Tigers gehen optimistisch in die Saison.  Fotos: Peter Mularczyk
Trainer Petri Kujala und die Bayreuth Tigers gehen optimistisch in die Saison. Fotos: Peter Mularczyk
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Mit einer gesunden Portion Optimismus gehen die Bayreuth Tigers in ihre vierte DEL2-Saison. Nach dem Klassenerhalt in der ersten Runde der Play-downs der Vorsaison und der damit verbundenen Planungssicherheit wurde der Kader gezielt verstärkt und mit Mikko Rämö ein Co-Trainer fest installiert.Der Zweitligist treibt so die Professionalisierung voran - ein Blick auf den einzigen fränkischen DEL2-Vertreter vor dem Saisonstart am Freitag gegen die Tölzer Löwen.

Die Stärken: Tigers-Trainer Petri Kujala kann auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen. Nur fünf Neuzugänge musste er ins Team integrieren. In der Abwehr gilt es die Lücke des langjährigen Kapitäns Jozef Potac (Karriereende) zu schließen. Der 30-jährige Neuzugang von den Dresdner Eislöwen, Tomas Schmidt, bringt zwar Erfahrung mit, hat aber nicht die spielerischen Qualitäten wie Potac. Der Spielaufbau aus der Defensive, für den Potac jahrelang verantwortlich zeichnete, muss folglich auf mehrere Schultern verteilt werden. Das Kollektiv ist nach einer Anpassung des Spielsystems gefragt.

Im Angriff finden sich mit Ivan Kolozvary/Michal Bartosch und den finnischen Kontingentspielern Juuso Rajala/Ville Järveläinen zwei eingespielte Duos in den beiden Top-Reihen. Dazu kommt mit Sebastian Busch, Benjamin Kronawitter und Tim Richter eine eingespielte dritte Sturmformation.

Diese Konstanz im Kader ist wohl die große Stärke der Tigers, da die Mannschaft - im Gegensatz zu vielen anderen DEL2-Vereinen - keine große Eingewöhnungsphase brauchen wird.

Die Schwächen : Der erfahrene Verteidiger Martin Heider fällt in den ersten Wochen der neuen Spielzeit aus. Der 33-Jährige spielte zuletzt seine punktstärkste Profi-Saison (17 Tore, 21 Vorlagen in 52 Einsätzen), sein Ausfall wird den Saisonstart der Tigers erschweren. Ohne ihn fehlt es an spielerischer Qualität im Spielaufbau aus der Abwehr heraus. Diese müssen besonders die Mittelstürmer kompensieren, denn mit dem Schweden Simon Karlsson steht nur noch ein Verteidiger im Kader, dem Spielstärke aus der Defensive heraus zuzuschreiben ist.

Die Neuzugänge: Die Neuzugänge wurden gezielt ausgewählt, um Schwachstellen der Vorsaison zu beseitigen. Sie sollen den Bayreuthern helfen, den nächsten Schritt zur Etablierung in der Liga zu machen. Mit Markus Lillich ist ein großes Talent von Ligarivale ESV Kaufbeuren nach Bayreuth gewechselt. Der Außenstürmer will den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Die Kooperation mit den Nürnberg Ice Tigers bietet dazu die perfekte Möglichkeit.

Mit Nico Kolb (DEL2-Verein EC Bad Nauheim) steht ein weiterer junger Stürmer im Kader, der in den Testspielen überzeugte. Martin Davidek bringt jede Menge Zweitliga-Erfahrung mit und will sich nach einer schwachen DEL2-Saison bei den Dresdener Eislöwen neu beweisen. Der Deutsch-Kanadier Tyler Gron zeichnet sich durch eine sehr gute Torquote aus, gilt aber als Wandervogel. In den vergangenen vier Jahren stand er bei sechs Klubs unter Vertrag und will nun eine komplette Saison bei einem Arbeitgeber "durchspielen".

Die Liga: Die Teams der DEL2 rüsten sich für den Aufstieg in die DEL: Ab der Saison 2020/21 wird es einen Aufsteiger in die höchste Spielklasse geben. Besonders die Top-Teams der DEL2 richten ihre Kader bereits jetzt darauf aus. Im Kreis der Titelkandidaten finden sich die üblichen Verdächtigen: Bietigheim Steelers, Löwen Frankfurt und der amtierende Meister aus Ravensburg. Die Towerstars haben trotz des großen Erfolgs nahezu die Hälfte ihres Kaders ausgetauscht und sind so auch eine Wundertüte.

Für die Tigers scheint in einer nochmals stärker gewordenen Liga erneut der Kampf um die Pre-Play-offs realistisch. Teams wie die Eispiraten Crimmitschau, der EV Landshut, die Heilbronner Falken und der EHC Freiburg befinden sich auf Augenhöhe. Aber an guten Tagen sind die Bayreuther für jedes Team in dieser Liga ein schwer zu besiegender Gegner.

Die Talente: Mit dem Vertrauen in junge Talente bleiben die Tigers ihrem unter Trainer Kujala eingeschlagenen Weg treu. Und der Erfolg gibt ihnen Recht: So erkämpfte sich Kevin Kunz überraschend im vergangenen Jahr einen Platz in der Top-Reihe.

Eine ähnliche Entwicklung ist nun Markus Lillich zutrauen. Über Einsätze in der DNL und bei Kooperationspartner ECDC Memmingen hat sich der 20-Jährige in den zurückliegenden Jahren beim ESV Kaufbeuren in die DEL2 gekämpft und gespielt. Mit starken Anlagen ausgestattet will er sich nun in Bayreuth beweisen. Er bringt viel Tempo und gute Technik mit - er könnte der Aufsteiger der Saison werden.

Die Vorbereitung: In der Vorbereitungsphase zeigten die Tigers sehr ordentliche Leistungen, präsentierten sich besonders in der Defensive sattelfest. Im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit gelang es besser, sich unter Druck aus der eigenen Zone zu befreien.

Gegen den spielstarken tschechischen Zweitligisten HC Banik Sokolov (2:5 und 5:4 nach Penaltyschießen) zeigte das Kujala-Team spielerisch gute Ansätze, gegen Liga-Konkurrent EC Bad Nauheim (2:1 und 4:5 nach Penaltyschießen) war die Defensive das Aushängeschild. Gegen Erstligist und Kooperationspartner Nürnberg Ice Tigers überzeugten die Tigers in der Rückwärtsbewegung und zeigten große Einsatzfreude, um gegen den deutlich stärkeren Gegner ein gutes Ergebnis zu erzielen - und das gelang bei der knappen 3:4-Niederlage.

Das sagt der Trainer: Tigers-Coach Petri Kujala zeigt sich mit der Kaderzusammenstellung sehr zufrieden: "Wir konnten Spieler verpflichten, die genau in unser Anforderungsprofil passen. Dabei ging es darum, die Torgefahr zu erhöhen, aber auch die spielerische Komponente weiterzuentwickeln. Wir schon im vergangenen Jahr setzen wir dabei auf einen Mix aus erfahrenen Spielern wie Martin Davidek und Tomas Schmidt und jungen Talenten wie Nico Kolb und Markus Lillich." Bei der Zielsetzung für die neue Spielzeit legt sich Kujala nicht auf eine Platzierung fest. "Wir wollen ein unangenehmer Gegner sein, wollen in jedem Spiel um den Sieg kämpfen. Nach und nach werden wir uns auch spielerisch weiterentwickeln. Insgesamt werden wir eine gute Rolle in der Liga spielen." kno

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