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Eishockey

Bayreuth Tigers: Der Meister kommt zum Heimauftakt

Die Bayreuth Tigers starten mit der Auswärtspartie in Bad Tölz in die Saison. Zwei Tage später empfangen sie Bietigheim.
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Neu-Trainer Petri Kujala startet mit den Bayreuth Tigers die Mission Klassenerhalt.  Foto: Peter Mularczyk
Neu-Trainer Petri Kujala startet mit den Bayreuth Tigers die Mission Klassenerhalt. Foto: Peter Mularczyk

Der Play-downs-Konkurrent der Vorsaison und der amtierende DEL2-Meister - weiter kann die Spanne zwischen den Saisonauftaktgegnern der Bayreuth Tigers nicht auseinander gehen. Am Freitag (19.30 Uhr) treten sie bei den Tölzer Löwen, am Sonntag (18.30 Uhr) kommt es dann zur Heimpremiere gegen Titelfavorit Bietigheim Steelers.

"Es ist gut, dass es endlich losgeht, dass die Spiele eine Bedeutung haben", freut sich Tigers-Trainer Petri Kujala. "Mit Bad Tölz treffen wir auf einen unserer Hauptkonkurrenten, da wollen wir punkten. Und auch gegen Bietigheim werden wir alles versuchen, denn gerade zu Saisonbeginn sind die Teams nicht wirklich eingespielt." Optimistisch stimmt den Trainer auch, dass außer Jozef Potac und Noah Nijenhuis (beide verletzt) der komplette Kader zur Verfügung steht.

Beim Team aus Bad Tölz kam es - ähnlich wie bei den Tigers - zu einem Umbruch. Zahlreichen Neuzugängen stehen noch mehr Abgänge gegenüber. An der Bande steht mit Trainer Markus Berwanger ebenfalls ein neuer Mann. Mit der Verpflichtung des DEL-erfahrenen Torwarts Ben Meisner ließen die Tölzer ebenso aufhorchen wie mit der von Lubor Dibelka, der vom Lokalrivalen SC Riessersee kommt. Die beiden kanadischen Stürmer Kyle Beach und Steven MacAulay sollen in der Offensive Akzente setzen.

Kürzlich verpflichteten die Tölzer zudem den in den USA geborenen ungarischen Nationalspieler Kevin Wehrs für die Abwehr. Mit Yannick Drews findet sich auch ein ehemaliger Tigers-Spieler in Reihen der Löwen, die sich in der neuen Saison nicht mehr im Tabellenkeller wiederfinden wollen.

Sanfter Umbruch in Bietigheim

Die Bietigheim Steelers haben andere Ansprüche: Sie wollen erneut um den DEL2-Titel kämpfen. Der Meister hat einen Verjüngungsprozess in Gang gesetzt und orientiert sich mittelfristig in Richtung DEL-Aufstieg. Jedoch verlief der angekündigte Umbruch im Team sanfter als geplant. Routiniers wie Rob Brown, Dominic Auger und Justin Kelly haben den Verein verlassen, mit Nikolai Goc kam ein Ex-Nationalspieler in der Defensive hinzu.

Neben Goc soll US-Amerikaner Willie Corrin in der Abwehr für die nötige Stabilität vor dem bewährten Torhüter-Duo Ilya Sharipov und Sinisa Martinovic sorgen.

Neu sind die jungen Stürmer Dennis Swinnen und Yannick Wenzel, die die Paradereihe um Shawn Weller, Matt McKnight und Tyler McNeely unterstützen. Die wichtigste Änderung gab es aber auf der Trainerposition: Hugo Boisvert - zuletzt Co-Trainer bei den Kassel Huskies - folgte auf Erfolgscoach Kevin Gaudet.

Der neue Tigers-Trainer im Kurz-Interview

Neuer Trainer, neue Mannschaft - die Bayreuth Tigers starten runderneuert in die DEL2-Saison. Coach Petri Kujala kennt die teaminternen Baustellen, ist aber von seiner jungen Mannschaft überzeugt - und will ihr die nötige Zeit geben. Warum schaffen die Tigers in dieser Saison den Klassenerhalt? Petri Kujala: Weil wir eine hart arbeitende Mannschaft sind, die zusammenhält. Hart gearbeitet haben die Tigers auch in der Vorbereitungsphase. Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Auftritten? Ein Trainer ist nie richtig zufrieden. Man findet immer etwas, was einem nicht gefallen hat, was verbessert werden muss. Aber wir haben auch schon einiges gut gemacht. Wie lange wird es dauern, bis das neu zusammengestellte Team sein ganzes Potenzial abrufen kann? Das ist ein langer Prozess. Wir wollen uns Spiel für Spiel, Monat für Monat steigern. Wenn wir am Ende der Saison unsere beste Leistung abrufen können, dann bin ich zufrieden. Dauert der Prozess bei einer sehr jungen Mannschaft - wie es die Tigers sind - noch länger? Wir haben 15 neue Spieler, das ist eine Menge. Zudem ist der Anteil der U23-Spieler sehr hoch, da braucht es Geduld. Aber klar ist: Wir vertrauen unserem Kader samt der jungen Spieler voll. Gerade in der Defensive verfügen die Tigers nach dem Ausfall von Abwehrchef Jozef Potac über wenig Erfahrung. Kann das zum Problem werden? Eine Problemzone ist unsere Abwehr sicherlich nicht. Die erfahrenen Spieler wie Martin Heider, Henry Martens und Felix Linden müssen hier Verantwortung übernehmen und die jüngeren Spieler führen. Und bislang haben die jungen Defensivspieler ihre Aufgaben gut gemeistert.

Und im Sturm? Ein richtiger Torjäger hat sich noch nicht herauskristallisiert. Letztlich müssen bei uns alle vier Reihen gut funktionieren. Dann ist es egal, wer die Tore macht. Aber wir starten auch mit vier Ausländern in die Saison, die man ja holt, damit sie den Unterschied machen. Arnoldas Bosas war zuletzt Oberliga-Toptorjäger. Wenn er sich schnell an die 2. Liga gewöhnt, weiter an seinem Timing arbeitet und lernt, dass in dieser Liga enger gedeckt wird, kann er vielleicht unser Knipser werden. Aber auch Ville Järveläinen hat vergangene Saison in Dänemark regelmäßig getroffen. Bleibt noch die Frage nach dem Saisonziel. Da haben wird das gleiche, wie viele andere Teams in dieser Liga: Wir wollen in die Pre-Playoffs. Dann haben wir nichts mit dem Abstieg zu tun. Das Gespräch führte Torsten Ernstberger.

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