Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth hat das zweite Husarenstück nach dem Auswärtssieg am vergangenen Donnerstagabend bei Ex-Meister Bamberg haarscharf verpasst: Beim noch ungeschlagenen Tabellenführer und amtierenden Meister FC Bayern München mussten sich die erneut ohne Topscorer und Toprebounder Hassan Martin angetretenen Wagnerstädter erst in der Verlängerung geschlagen geben. Kurz vor dem Ende der regulägen Spielzeit führten die Oberfranken sensationell und verpassten mit einer überhasteten Aktion die Vorentscheidung.

Der FC Bayern startete souverän in die Partie, führte bereits nach vier Minuten zweistellig (13:3) und ging mit dem Vorsprung souverän bis in die Halbzeit (47:40). Auch nach drei gespielten Vierteln schienen die Münchener die Wagnerstädter immer auf sicherer Distanz halten zu können (66:58). Einmal mehr war es Bayreuths slowenischer Nationalspieler Gregor Hrovat, der mit immenser Energie die Bayreuther Aufholjagd im vierten Spielabschnitt befeuerte.

Hrovat gleicht aus

Mitte des Schlussabschnitts war es soweit: Mit einem krachenden Dunking sorgte Hrovat für den 71:71-Ausgleich (36.). Nachdem Kassius Robertson die Wagnerstädter von der Dreierlinie zwischenzeitlich sogar mit 81:78 in Front werfen konnte, war es ein Dreipunktspiel von Hrovat, das den Bayreuthern zu Beginn der Schlussminute eine erneute 82:84-Führung bescherte. Diese konnte der 428-fache ehemalige NBA-Star und Bayern-Topscorer Derrick Williams (27 Punkte, sieben Rebounds) aber noch ausgleichen.

FC Bayern souverän

In der Verlängerung spielte der Meister seine ganze Klasse aus. Nach einem Dreier von Vladimir Lucic zum 94:88 schien die Vorentscheidung gefallen. Doch weit gefehlt: Vier Punkte des erneut exzellent aufspielenden De'Mon Brooks und ein Dreier von Topscorer Kassius Robertson (22/5) brachten die Bayreuther 14 Sekunden vor dem Spielende wieder auf 96:95 heran. Bayern-Guard Nihad Djedovic bewies im Gegenzug Nervenstärke an der Freiwurflinie (98:95). Dann haderten die Bayreuther mit einer strittigen Schiedsrichterentscheidung, als Lucic Hrovat vor der Dreipunktelinie von der Seite attackiert wurde, allerdings kein Foul gepfiffen bekam. Hrovat regte sich entsprechend auf und kassierte dafür noch ein technisches Foul. Lucic sorgte mit drei Treffern von der Freiwurflinie für den 101:95-Endstand.

"Je länger das Spiel dauerte, desto schwankender waren unsere Aktionen. Ein paar Minuten gut, ein paar Minuten schlecht. Die Bayreuther haben eine starke Leistung gezeigt, zu der man ihnen nur gratulieren kann. Am Ende war es ein sehr enges Spiel, das wir glücklicherweise gewinnen konnten", sagte Bayern-Trainer Dejan Radonjic nach dem 14. und bis dato knappsten Saisonsieg seines Teams sichtlich erleichtert.

Und auch Medi-Coach Raoul Korner lobte sein Team: "So weh diese Niederlage auch tut, so stolz bin ich über die Leistung, die wir in den vergangenen Tagen ohne unseren statistisch gesehen besten Spieler gezeigt haben. Die Mannschaft verdient allergrößten Respekt dafür, wie sie mit der personellen Situation umgeht, wie sie kämpft und dass wir heute sogar das Rebound-Duell gewinnen konnten. Wir waren einen Wurf von der großen Sensation entfernt, haben vielleicht in der entscheidenden Phase etwas zu früh die Brechstange ausgepackt. Da hat uns die Souveränität gefehlt, die Bayern heute in Person von Derrick Williams hatte." FC Bayern München - Medi Bayreuth 105:95 (84:84, 47:40) nach Verlängerung FC Bayern München: Williams (27/1), Lucic (17/2), Djedovic (17/3), Lo (14/2), Barthel (12/1), Koponen (5/1), Radosevic (4), King (3/1), Amaize (2), Dangubic, Hobbs.

Bayreuth: Robertson (22/5), Brooks (21/2), Hrovat (13), Raivio (13/1), Seiferth (10), Doreth (6/2), Thomas (5), Meisner (3/1), Stockton (2), Wachalski.