Bayreuth

Armin Veh sieht SpVgg Bayreuth auf gutem Weg

Die SpVgg Bayreuth wird 100 Jahre alt. Am Freitagabend stimmte sich der Klub auf das Jubiläum ein. Mit prominenten Gästen.
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Glaubt an eine erfolgreiche Zukunft: Meister-Trainer und Ex-Bayreuther Armin Veh.  Foto: SpVgg Bayreuth
Glaubt an eine erfolgreiche Zukunft: Meister-Trainer und Ex-Bayreuther Armin Veh. Foto: SpVgg Bayreuth

Noch sind es elf Monate, bis die SpVgg Bayreuth ihr 100-jähriges Jubiläum feiert. Im König-Ludwig-Saal der Sudpfanne gab es am Freitagabend aber eine erste Einstimmung. Geschäftsführer Wolfgang Gruber und seine Mannschaft luden zur Auftaktveranstaltung des Jubiläumsjahres. Mit prominentem Besuch.

Armin Veh, als Trainer 2007 mit dem VfB Stuttgart deutscher Meister und von 1987 bis 1989 zwei Jahre lang als Spieler für die Altstädter aktiv, gab sich genauso wie Martin Driller die Ehre. Driller schnürte ein halbes Jahr seine Stiefel für die Gelb-Schwarzen und war auch für St. Pauli, Dortmund und Nürnberg aktiv. Zwar ging Geschäftsführer Gruber in seinen Auftaktworten auf vergangene Zeiten wie die von Driller und Veh ein, aber vielmehr interessierte die Zukunft.

"Wir wollen zurück in den professionellen Fußball. Das ist ein tolles Projekt. Wenn wir 100 Jahre alt werden, wollen wir das angreifen. Wir wollen zu den 50 besten Fußballvereinen Deutschlands gehören. Aber das ist schwierig", so Gruber. 2008 übernahm Gruber mit Christian Wedlich und weiteren Mitstreitern das vor dem Kentern stehende Altstadt-Boot. Die SpVgg hatte einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

Unter Timo Rost erfolgreich

Die Macher haben das Schiff in ruhige Fahrwasser geführt - und sportlichen Erfolg. Dank Trainer Timo Rost. Im ersten Jahr ging es um den Klassenerhalt, diese Saison wollen Rost und das Team oben mitspielen - auch das ist bisher gelungen. In der nächsten Saison soll angegriffen werden. "Das muss aber nachhaltig sein", macht der Übungsleiter klar und ergänzt: "Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten, die Visionen haben und auch anpacken. Das ist hier gegeben. Die letzten Jahre wurde viel gequatscht und nicht angepackt. Wolfgang Gruber ist ein Mann, der zu seinem Wort steht - und das gefällt mir." Und Armin Veh? Der saß mitunter staunend auf dem Podium.

Veh von Visionen beeindruckt

"Ich höre hier etwas von Visionen. Das imponiert mir. Ich kann mich erinnern, dass mir Heribert Bruchhagen (früher Vorstandsvorsitzender bei Eintracht Frankfurt, Anm. d. Red.) einst sagte, dass ich, wenn ich Visionen hätte, ins Bezirkskrankenhaus solle." Die Anwesenden konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Veh weiter: "Leidenschaft braucht man bei einem kleinen Klub. Ich bin jetzt etwas mehr als eine Stunde hier und bin davon überzeugt, dass die SpVgg in guten Händen ist und etwas erreichen kann. Wenn ihr alles das macht, was ihr gerade gesagt habt, sieht es sehr gut aus. Ich nehme euch das auch ab." Vor allem aus einem Grund.

Gruber und seine Mitstreiter um den neu installierten sportlichen Leiter Marcel Rozgonyi präsentierten sich reflektiert. Selten dürfte man bei den Altstädtern solch strukturierte Zukunftsvisionen erlebt haben, ohne dass dabei Luftschlösser gebaut werden. "Keine Zukunft ohne Vergangenheit", mahnte Christian Höreth, der durch den Abend führte und an die schweren Zeiten des Vereins erinnerte.

Absturz und Beinahe-Insolvenz

Etwa an das Verbot des Arbeitervereins 1933 durch die Nationalsozialisten oder an den Absturz in die Landesliga und die Beinahe-Insolvenz. Nicht vergessen wollte Höreth aber auch die guten Zeiten. Vom erstmaligen Aufstieg in die zweite Liga 1959 bis zum knapp verpassten Aufstieg in die Bundesliga 1979 und den Pokalsieg über den FC Bayern München 1980. Oder auch an die aktuelle Mannschaft, die auf einem guten Weg sei, eine neue Geschichte zu schreiben.

"Ich glaube, dass dieses Ziel mit der 3. Liga möglich ist", so Trainer Rost. "Wir wollen das Gesicht und das Aushängeschild in Oberfranken sein", sagt Geschäftsführer Gruber. Die Grundlagen des Erfolgs stellte Sportleiter Rozgonyi vor und verwies dabei auf Kapital und Struktur, die zum Erfolg notwendig sind. "Fußball ist das beste Marketing für eine Region", weiß der langjährige Bundesligaprofi um die Strahlkraft des Fußballs.

"Diese Liga ist der Hammer", sagt Rozgonyi und meint die dritte Liga mit vielen Traditionsclubs und durchschnittlich fast 10.000 Zuschauern. Geht es nach den Bayreuther Verantwortlichen, soll die SpVgg bald Teil dieser Liga sein - und nicht nur Armin Veh würde sich über die Rückkehr in den Profifußball freuen.

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