Bayreuth
Eishockey

15 Treffer reichen den Bayreuth Tigers nur zu drei Punkten

Die Bayreuth Tigers haben sich am Wochenende in der DEL2 in Torlaune gezeigt.
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Ville Järveläinen (links) hängt den Frankfurter Marius Erk (Mitte) ab und trifft kurz darauf gegen Torwart Patrick Klein zum 2:3-Anschlusstreffer. Der Finne trug drei Treffer zum 10:7 der Bayreuther bei.  Foto: Peter Mularczyk
Ville Järveläinen (links) hängt den Frankfurter Marius Erk (Mitte) ab und trifft kurz darauf gegen Torwart Patrick Klein zum 2:3-Anschlusstreffer. Der Finne trug drei Treffer zum 10:7 der Bayreuther bei. Foto: Peter Mularczyk

Dank toller Moral besiegte das Kellerkind die Löwen Frankfurt trotz zweimaligem Drei-Tore-Rückstands mit 10:7 (2:4, 3:2, 5:1) und ließ am Sonntag weitere fünf Treffer folgen. Für einen Sieg reichte es wegen eines schwachen Mitteldrittels bei den Dresdner Eislöwen aber nicht. Die Tigers verloren in Sachsen mit 5:6 (3:3, 0:3, 2:0).

Bayreuth Tigers - Löwen Frankfurt 10:7

Es war kein hochklassiges Spiel, zu fehlerhaft agierten beide Teams in der Abwehr. Dennoch sahen die 1523 Zuschauer eine sehr unterhaltsame Partie, in der die Bayreuther ein Wechselbad der Gefühle durchlebten und alle Rückschläge wegsteckten.

Obwohl die Frankfurter ersatzgeschwächt waren, übernahmen sie ohne größere Mühe sofort das Spielgeschehen. Die Folge war das frühe 1:0 (3.) für die Gäste. Als sechs Minuten später Tigers-Abwehrchef Simon Karlsson verletzt vom Eis musste, sprach nicht mehr viel für die Gastgeber. Zumal sie zu zaghaft agierten, die Eisenmenger-Brüder sowie Stephen Mac-Aulay kaum in den Griff bekamen und mit 0:3 in Rückstand gerieten.

Erst der Anschlusstreffer von Tyler Gron nach tollem Pass von Drew Melanson hauchte den Bayreuthern Leben ein. Als Ville Järveläinen eine Einzelaktion mit dem Anschlusstreffer abgeschlossen hatte, waren die Tigers wieder im Spiel.

Doch es sollten wegen des schwachen Abwehrverhaltens die nächsten Rückschläge folgen: Luis Schinko und Maximilian Eisenmenger hatten mit ihren Treffer bis zur 27. Minute wieder den Drei-Tore-Abstand für die Frankfurter hergestellt.

Danach entwickelte sich ein spektakulärer Schlagabtausch, in dem die Bayreuther eine Riesenmoral bewiesen. Järveläinen brachte die Hausherren bei einem Drei-gegen-zwei-Konter wieder heran, Juuso Rajla verkürzte in Überzahl per Abstauber weiter. Auch vom Gegentreffer zum 4:6 des auffälligen Eduard Lewandowski ließ sich die Tigers-Offensive nicht beirren. Melanson stellte im Powerplay auf 5:6 - beim Start ins Schlussdrittel war die Partie wieder offen.

Nach dem letzten Seitenwechsel leisteten sich die undisziplinierten Frankfurter einige Strafzeiten, die die Bayreuther eiskalt bestraften. Melanson, Rajala, Järveläinen und Davidek schossen die Tigers - teilweise nach tollen Spielzügen - mit 9:6 in Front. Dem starken Melanson war es vorbehalten, den zehnten Bayreuther Treffer zu erzielen. Der US-Amerikaner kam in der Partie auf drei Treffer und zwei Vorlagen. Fünf Scorerpunkte sammelten auch Rajala (2 Treffer/3 Vorlagen) und Verteidiger Tomas Schmidt (0/5). Järveläinen überzeugte mit einem Hattrick.

Tore: 0:1 (3.) McAulay, 0:2 (11.) Max. Eisenmenger, 0:3 (13.) Schinko (5 gegen 4), 1:3 (14.) Gron (5 gegen 4), 2:3 (16.) Järveläinen, 2:4 (19.) Schinko, 2:5 (27.) Max. Eisenmenger, 3:5 (30.) Järveläinen, 4:5 (32.) Rajala (5 gegen 4), 4:6 (34.) Lewandowski, 5:6 (40.) Melanson (5 gegen 4), 6:6 (44.) Melanson, 7:6 (45.) Rajala (5 gegen 4), 8:6 (46.) Järveläinen (6 gegen 4), 9:6 (47.) Davidek (5 gegen 4), 9:7 (49.) Ranta, 10:7 (49.) Melanson / Strafminuten: Bayreuth 10, Frankfurt 14 / Zuschauer: 1523.

Dresdner Eislöwen - Bayreuth Tigers 6:5

"Wir waren in den ersten beiden Dritteln zu weich in den Zweikämpfen, hatten dadurch wenig Zuordnung", kritisierte Tigers-Trainer Petri Kujala. "Fünf geschossene Tore sollten auswärts eigentlich reichen." Zumal sein Team einen Traumstart hinlegte. Melanson scheiterte noch am Pfosten - es war einer von insgesamt vier Metalltreffern der Tigers -, doch Rajala stellte per Doppelpack auf 0:2. Doch wenig später hatten die Dresdner die Partie ausgeglichen und im ersten Drittel auch auf den erneuten Führungstreffer der Tigers die passende Antwort -3:3.

Im zweiten Abschnitt lief wenig für die in der Defensive fehlerhaften Tigers zusammen. Sie handelten sich drei Gegentore - zwei davon in Unterzahl - ein und gingen so mit einem 3:6-Rückstand ins Schlussdrittel.

Erst jetzt standen die Gäste wieder stabiler und ließen die Eislöwen weniger zur Entfaltung kommen. Järveläinen brachte die Tigers auf 4:6 heran, Schmidt nährte die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Aufholjagd mit einem kuriosen Treffer weiter: Er spielte den Puck mit der Rückhand Richtung Gästetorwart Proske, der sich die Scheibe mit dem Schläger selbst ins Netz legte.

Doch der Ausgleich sollte den Tigers nicht mehr gelingen.

Tore: 0:1 (7.) Rajala, 0:2 (9.) Rajala, 1:2 (12.) Ritter (5 gegen 4), 2:2 (13.) Biezeis, 2:3 (16.) Schmidt (5 gegen 4), 3:3 (17.) Biezeis, 4:3 (25.) Biezais (5 gegen 4), 5:3 (34.) Mitchell, 6:3 (20.) Pohl (5 gegen 4), 6:4 (48.) Järveläinen, 6:5 (49.) Schmidt / Strafminuten: Dresden 8, Bayreuth 12 / Zuschauer: 2404. red

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