Fahrradfahren

Sommerzeit ist Radelzeit in Franken: Fun-Facts, Rekorde und die "Donald Duck Tour"

Mit dem Fahrrad von Bayreuth zum Trebgaster Badesee oder eine Radtour in der Fränkischen Schweiz: Im Sommer ist gut Radeln in Franken.
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In Franken gibt es viele Möglichkeiten, die Landschaft sowie die Bade- und Einkehrmöglichkeiten mit dem Fahrrad zu genießen. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/ dpa
In Franken gibt es viele Möglichkeiten, die Landschaft sowie die Bade- und Einkehrmöglichkeiten mit dem Fahrrad zu genießen. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/ dpa
Nach der Uni, der Schule oder der Arbeit mit dem Fahrrad an den Trebgaster Badesee: Wohl eine der schönsten Sommerbeschäftigungen in und um Bayreuth. Für längere Radtouren am Wochenende bietet sich die Fränkische Schweiz an. Hier gibt es zahlreiche Touren, bei denen man die Landschaft, das Essen und Sehenswürdigkeiten genießen kann. Viele beliebte Routen sind zum Beispiel in und um Pottenstein zu finden.

Mit dem Rad durch die Fränkische Schweiz - Tourenvorschläge

Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Deutschen Verkehrswacht stellt die Unterhaltungsfirma "Disney" unter dem Motto "Mach mit! Fahrrad-Sommer" auch eine Route im Fichtelgebirge vor. Außerdem je zehn Rekorde und Fun-Facts rund ums Radeln.


Empfehlung des "Disney Mach mit! - Fahrrad Sommers"für das Fichtelgebirge: familenfreundliche "Donald Duck Tour" um Schwarzenbach an der Saale

Schwierigkeitsgrad: Mittel
Länge: 50 km
Höhenunterschied: 0 m
Sehenswürdigkeiten am Weg: Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale
Einkehrmöglichkeiten:
- Schwarzenbach: Teschner"s Wirtshaus und Restaurant
- Kirchenlamitz: Pizzeria Da Christine
- Fattigau: Braukeller
Start- und Endpunkt: Schwarzenbach an der Saale

Die etwa 50 km lange Tour von Schwarzenbach an der Saale führt über Fattigau, Fletschenreuth, Posterlitz, Seulbitz, Förbau, Hallerstein, Großschloppen, Kleinschloppen, Kirchenlamitz, Niederlamitz, Wackelstein, Dörflas und Martinlamitz zurück nach Schwarzenbach.

Viele der Orte kommen in Disney-Geschichten um die Duck-Familie aus Entenhausen vor: Bei einem Bauern in Kleinschloppen ist eine Gans mit vier Beinen aus dem Ei geschlüpft und Donald Duck plant zu Daisys Geburtstag einen Ausflug nach Fletschenreuth. Aber was machen fränkische Dorfnamen in US-amerikanischen Comics?

Das liegt an der Übersetzerin und ihrer Heimat: Erika Fuchs, Chefredakteurin des Micky-Maus-Magazins, wohnte in der Gegend und setzte ihrer Heimat und deren Geschäften, Cafés und Ärzten in den Geschichten ein Denkmal. Fuchs war soetwas wie der Daniel Düsentrieb der Comicsprache: Sie erfand Kunstworte und Lautmalereien wie "Kawumm", "Zosch", "Peng", "Bumm" oder "Kracks" - den entsprechenden grammatikalischen Fall nennt man ihr zu Ehren sogar Erikativ. Der hat uns Wörter wie "grübel", "grummel", "stöhn" und "studier" beschert. Zum Abschluss der Tour können Radler auch das Erika-Fuchs-Haus besuchen, Deutschlands erstes Comic-Museum.

Weitere Fahrradtouren des Disney Fahrrad-Sommers auf dem Tourenportal des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V.



Fahrrad Fun-Facts

Zehn wissenswerte Dinge rund ums Fahrrad.

1. Der deutsche Baron Karl von Drais erfand im Jahr 1817 eine Kutsche ohne Pferd, die ihn schneller von A nach B brachte. Diese zweirädrige "Draisine" hatte keine Pedale und sah in etwa so aus wie die Erwachsenenversion eines Laufrades.

2. Fast 50 Jahre später erhielt das neuartige Fahrzeug mit den zwei Rädern und dem mechanischen Antrieb um das Jahr 1860 den Namen "le vélocipède bicycle" ("das zweirädrige Veloziped"; frz. vélocipède = dt.Schnellfuß), aus dem später das englische "Bicycle" und schließlich das "Bike" wurde.

3. Die Brüder Orville und Wilbur Wright wurden als Erbauer des ersten funktionierenden Flugzeugs bekannt. Eigentlich betrieben die beiden Erfinder einen kleinen Fahrrad-Reparaturladen in Dayton, Ohio. Dort konstruierten sie auch im Jahr 1903 den legendären Wright Flyer.

4. Im Jahr 1935 umrundete der 25 Jahre alte Fred A. Birchmore den Erdball mit dem Fahrrad. Dabei legte der Radler auf seiner Reise durch Europa, Asien und die USA über 64 000 Kilometer zurück, davon ungefähr 40 000 Kilometer auf dem Rad (über den Ozean musste er ein Schiff besteigen). Bei seinem Abenteuer verbrauchte er sieben Paar Reifen - eigentlich gar nicht so viel, oder? Vielleicht lagen damals noch weniger Glasscherben und andere scharfe Gegenstände auf den Straßen herum. Die erste Frau, Annie Londonderry Cohen Kopchovsky, umrundete bereits knapp 40 Jahre früher (1894) die Erde - sie brauchte 15 Monate, bis sie wieder an ihrem Ausgangsort Boston angelangt war.

5. In China gibt es über eine halbe Milliarde Fahrräder! Die ersten Räder kamen Ende des 19. Jahrhunderts nach China.

6. Im Januar 2017 stellte der Franzose Robert Marchand einen Weltrekord auf: In einer Stunde fuhr der nur 1,50 Meter große Sportler 22 547 Kilometer weit. Und zwar im stolzen Alter von 105 Jahren!

7. In den letzten 30 Jahren haben sich Fahrradkurierdienste zu einer wichtigen Branche entwickelt. Die topfitten und oft waghalsigen Biker werden besonders in den Städten gerne engagiert, da sie viel schneller durch den Stau düsen und damit früher am Ziel sind.

8. Nur für ein Prozent ihrer Fahrtstrecken nutzen US-Amerikaner das Fahrrad. Europäer, die in Städten leben, lieben ihre Drahtesel dagegen: Während die Italiener schon fünf Prozent ihrer Strecken mit dem Rad zurücklegen, ist es in Holland sogar statistisch fast jede dritte Fahrtstrecke.

9. Auch männliche Radprofis rasieren sich die Beine. Warum? Weil sie auf zehn Kilometer durch den geringeren Luftwiderstand eine Sekunde Zeit sparen.

10. Im Jahr 1987 radelte sich der damalige Musikstudent Christian Adam in das Guinness Buch der Rekorde. Rückwärts auf seinem Fahrrad sitzend legte er in fünf Stunden die Strecke von 60,45 Kilometern auf einem Teilstück der Schweizer Autobahn St. Gallen zurück, das noch nicht für den normalen Verkehr freigegeben war. Und das Beste: Er spielte dabei auf seiner Geige Stücke von Johann Sebastian Bach.



Die größten Radrekorde



Es gibt nichts, was es nicht gibt - zumindest scheinen diese haarsträubenden Fahrrad-Meisterleistungen die alte Weisheit zu belegen.

1. Dauerstrampeln: im Jahr 1996 legte der Amerikaner Michael Secrest in 24 Stunden unglaubliche 851,2 km auf seinem Rad zurück. Das sind etwa 35 Kilometer pro Stunde, 24 Stunden lang.

2. Schwere Partie: Das längste Fahrrad der Welt ist 29,45 m lang und wiegt 500 Kilogramm.

3. Radelparty: Auf dem längsten Tandem der Welt haben 35 Personen Platz. Das Rad ist 20,42 m lang. Wen würden Sie mit aufs Rad nehmen?

4. Riskant: Am 23. Juni 2009 fuhr der Amerikaner Erik Skramstad in Las Vegas (USA) ganze 37,41 km freihändig.

5. Gewichtig: Der Metal-Fan und Freizeitbastler Frank Dose brach am 3. September 2016 den Rekord für das schwerste fahrbare Fahrrad der Welt: 1080 kg bringt sein selbst gebasteltes Monstrum aus Schrott samt Stützrädern auf die Waage.

6. Unermüdlich: Vom 10. Januar 2015 bis 9. Januar 2016 fuhr der amerikanische Software-Unternehmer Kurt Searvogel satte 76.076 Meilen auf seinem Rad. Das sind 122 432 km in 365 Tagen - also so viel, als wäre er drei Mal um die Erde geradelt.

7. Rasant: Die schnellste Erdumrundung über 30000 km auf einem Fahrrad hat nur 195 Tage
gedauert. Da ist wohl kaum Zeit fürs Sightseeing geblieben.

8. Nass: Die längste unter Wasser auf einem Fahrrad zurückgelegte Strecke ist 6708 Meter lang. Jens Stötzner stellte diesen Rekord in 4:48 Stunden Ende 2013 in einem Freibad in Franken auf.

9. Maximal minimal: Das kleinste fahrbare Fahrrad der Welt ist von Nabe zu Nabe nur 5,8 cm lang und wurde von den Bastlern Winfried Ruloffs und Otto Troppmann in 500 Arbeitsstunden in der Nähe von Wolfsburg gebaut.

10. Brandneu: Nach jahrelanger Vorbereitung brach der 42-jährige Tiroler Max Stöckl Anfang Februar 2017 auf einer 1200 Meter langen Schotterpiste in Chile den Mountainbike-Geschwindigkeitsrekord mit 167,6 km/h!


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