Bayreuth

Sexualstraftäter aus Oberfranken spricht Kinder an - Polizei ist machtlos

Ein aus Bayreuth stammender Mann hat innerhalb kurzer Zeit mehrmals den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen gesucht. Bei dem 55-Jährigen handelt es sich um einen verurteilten Sexualstraftäter.
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Laut Polizei ist der in der Öffentlichkeit als Transvestit auftretende Mann bereits vorbestraft. Symbolfoto: Christopher Schulz
Laut Polizei ist der in der Öffentlichkeit als Transvestit auftretende Mann bereits vorbestraft. Symbolfoto: Christopher Schulz

Ein 55-jähriger Mann aus Bayreuth hat in den vergangenen Wochen wiederholt Kinder und Jugendliche auf offener Straße angesprochen und sie nach dem Weg gefragt. Dabei zeigte er sich stets in Frauenkleidern und Perücke. Laut Polizei ist der in der Öffentlichkeit als Transvestit auftretende Mann bereits vorbestraft.

Die gemeldeten Vorfälle ereigneten sich zwischen Ende November und Ende Dezember 2019 im Vogtland, wo der 55-jährige Bayreuther seinen Zweitwohnsitz hat.

Vorbestrafter Mann aus Bayreuth spricht Minderjährige an

Demnach besuchte der Mann am 30. November als Frau verkleidet den Weihnachtsmarkt im sächsischen Treuen. Dort fragte er Kinder und Jugendliche nach dem Weg. Am 2. Dezember sprach er Kinder vor einer Treuener Schule an. Vergleichbare Vorfälle ereigneten sich am 3. und 30. Dezember auch in Klingenthal und Crimmitschau, wie die Polizeidirektion Zwickau gegenüber inFranken.de bestätigte.

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung wurde der Bayreuther bereits wegen sexueller Belästigung zu einem Jahr Knast verurteilt.

Auch für die sächsische Polizei ist der als Transvestit auftretende Mittfünfziger kein Unbekannter. Die Eintragungen in den behördlichen Datenbanken seien teilweise jedoch jahrealt. "Der Mann ist immer mal wieder unterwegs. In letzter Zeit ist es aber zu keinen Straftaten gekommen", betont Christina Friedrich von der Polizeidirektion Zwickau.

"Können nur registrieren" - Polizei ist machtlos

Gegen Vorfälle wie die oben beschriebenen sei die Polizei gewissermaßen machtlos, da es auch Männern in Frauenkleidern schließlich nicht verboten sei, nach dem Weg zu fragen. "Wir können das immer nur registrieren und zur Gefahrenabwehr auf dem Schirm haben", sagt Friedrich. Es seien jedoch deswegen keine Maßnahmen erforderlich.

Trotzdem habe die Polizei dem Bayreuther nach seinen jüngsten Auftritten im Vogtland eine sogenannte "Gefährderansprache" gehalten. Mit einer solchen signalisieren die Beamten, dass ihnen die Gefahrenlage bekannt ist.

Zeugen ungewöhnlicher Vorkommnisse werden gebeten, sich immer an die Polizei zu wenden. "Sie sollen sich auf jeden Fall melden, weil wir jedes Mal aufs Neue prüfen, ob eine Straftat vorliegt", so Friedrich.

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