Bayreuth
Hilfsaktion

Schreckliche Verbrennungen: Team aus Franken will Jungen (12) das Leben retten

Ein Team aus Franken hat eine Hilfsaktion für einen schwer verletzten Jungen aus Tansania gestartet. Im März hatte der Zwölfjährige einen schrecklichen Unfall. Seitdem muss Safari um sein Überleben kämpfen.
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Jürgen Dolderer (rechts), Chefarzt am Klinikum Bayreuth, hilft dem schwer verletzten Jungen Safari (Mitte). Foto: Klinikum Bayreuth
Jürgen Dolderer (rechts), Chefarzt am Klinikum Bayreuth, hilft dem schwer verletzten Jungen Safari (Mitte). Foto: Klinikum Bayreuth

  • Hilfsaktion in Franken gestartet: Massai-Junge aus Tansania soll Ende August 2019 nach Bayreuth gebracht werden
  • Schwerer Unfall: Safari verlor mehrere Gliedmaßen und erlitt starke Verbrennungen
  • Seine Familie verstieß ihn weitgehend, nur noch sein Bruder steht zu ihm

Chefarzt vom Klinikum Bayreuth hilft Jungen aus Afrika

Jürgen Dolderer, Chefarzt im Klinikum Bayreuth, nahm vor wenigen Wochen an einem Hilfseinsatz in Tansania teil. Das Schicksal eines kleinen Jungen lässt ihn seitdem nicht mehr los.

Bei einem tragischen Unfall verlor der kleine Safari mehrere Gliedmaßen und erlitt schreckliche Verbrennungen, seine Familie verstieß ihn deshalb weitgehend. Weil er allein in Tansania keine Chance haben würde, hat Dr. Dolderer nun eine große Aktion in die Wege geleitet. Mit einer Spende können Menschen helfen, das Leben von Safari zu retten.

Eine weitere Spendenaktion läuft aktuell für eine Witwe: Ihr Mann rettete Kinder aus der Donau, starb aber selbst in den Fluten.

Starkstromkabel aufgehoben: Verletzungen sind furchtbar

Der schreckliche Unfall passierte im März, berichtet Klinikum-Sprecher Frank Schmälzle. In der Hafenstadt Tanga fand der Zwölfjährige ein Starkstromkabel, das offen herumlag. Als der Junge es aufhob, schlug der Starkstrom ein. Er drang durch den Körper des kleinen Jungen, entlud sich über die Beine und hinterließ schreckliche Verletzungen. "Sein rechter Arm war sofort verkohlt", erklärt Schmälzle. Ärzte in Tansania retteten sein Leben, Safari verlor aber seinen rechten Arm und beide Unterschenkel.

Nach Tragödie: Familie verstößt kleinen Jungen

Nach dem furchtbaren Vorfall verstieß die Familie den kleinen Jungen. Sprecher Schmälzle erklärt dies mit der Nomaden-Kultur der Massai. "Nur wer uneingeschränkt funktioniert, darf Teil der Familie sein."

Momentan steht nur noch sein älterer Bruder zu ihm. Er hat seinen Job aufgegeben, um sich um das pflegebedürftige Kind zu kümmern. Dafür wurde auch er von der Familie verstoßen.

Arzt: Kind braucht noch mehrere Operationen

Safari ist dringend auf Hilfe angewiesen. Neben den verlorenen Gliedmaßen hatte der Junge starke Verbrennungen erlitten. Bei seinem Hilfseinsatz kümmerte sich Dr. Dolderer um den kleinen Zwölfjährigen und operierte ihn mehrmals. "Aber Safari ist noch nicht über den Berg", sagt der Arzt. "Er braucht noch vier, vielleicht fünf OPs und eine Zeit, um sich zu regenerieren."

Eins war Dolderer schnell klar: In Tansania wird Safari keine Chance haben. "Was dann geschehen ist, hatten wir nicht zu träumen gewagt", sagt Klinikum-Sprecher Frank Schmälzle.

Viel Hilfsbereitschaft für Massai-Jungen

Als Menschen in Franken von Safaris Schicksal erfuhren, löste dies eine große Welle der Hilfsbereitschaft aus. Die Aktion für Safari nimmt jetzt richtig Fahrt auf, berichtet das Klinikum Bayreuth am Dienstag (13.08.2019) auf Facebook: Dank der finanziellen Unterstützung des Rotary Clubs Bayreuth soll Safari voraussichtlich in der letzten Augustwoche nach Bayreuth kommen.

Spendenkonto für verletzten Jungen eingerichtet

Mit der Teilnahme an der Spendenaktion kann jeder dem Jungen helfen:

Rotes Kreuz Kreisverband Bayreuth

Konto DE28 7735 0110 0009 0194 07 bei der Sparkasse Bayreuth

WICHTIG: Verwendungszweck "Hilfe für Tansania"

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