Bayreuth
Wirtschaft

Schlechtes Arbeitsklima, Verwirrung, mehr Stellen: So verlief der Stellenabbau bei BAT Bayreuth

950 von 1400 Arbeitsplätzen sollen wegfallen. Die Ankündigung des Tabakherstellers BAT, sein Bayreuther Werk stark zu verkleinern, hat vor zwei Jahren die ganze Region in Aufregung gestürzt. Wie sieht die Lage heute aus?
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Der Konzern British American Tobacco (BAT) hatte im Juli 2016 mitgeteilt, 950 von 1400 Stellen in Bayreuth streichen zu wollen. Inzwischen ist der Stellenabbau abgeschlossen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Der Konzern British American Tobacco (BAT) hatte im Juli 2016 mitgeteilt, 950 von 1400 Stellen in Bayreuth streichen zu wollen. Inzwischen ist der Stellenabbau abgeschlossen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Der Konzern British American Tobacco (BAT) hat seinen vor knapp zwei Jahren angekündigten Stellenabbau im Werk Bayreuth abgeschlossen. 500 Mitarbeiter verbleiben am Standort - und damit etwa 50 mehr als ursprünglich geplant. In Bayreuth betreibt der Konzern ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Europa, die Türkei und Nordafrika. Zudem ist ein Teil der Produktion verblieben sowie ein Logistikzentrum. Die drei genannten Säulen des Standorts Bayreuth blieben erhalten, sagte Deutschlandchef Ralf Wittenberg.

Die Ankündigung des Konzerns, die 1400 Stellen in Bayreuth in der Zigarettenproduktion massiv einzukürzen, hatte vor zwei Jahren für große Aufregung in der Region gesorgt. Die Stellen sollten nach Osteuropa verlagert werden. BAT war der größte private Arbeitgeber in Bayreuth.


"Auch wenn der Stellenabbau bei der BAT etwas niedriger ausgefallen ist als ursprünglich geplant, bleibt die Entscheidung der Konzernleitung natürlich schmerzhaft", teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Abgemildert würden die Konsequenzen unter anderem durch die derzeitige gute konjunkturelle Lage in Oberfranken. Auch die vereinbarten Maßnahmen der Kammern, der Stadt und der Universität hätten gut gegriffen. Unter anderem war eigens eine Jobbörse geschaffen worden.


Der massive Stellenabbau "ist und bleibt eine arbeitsmarktpolitische Katastrophe", betonte Jan Körper von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Der Stellenabbau sei langsamer gelaufen als vom Arbeitgeber geplant, das habe das Betriebsklima verschlechtert und die Unsicherheit bei den Menschen noch verstärkt. Und: Es seien auch viele gut qualifizierte Mitarbeiter gegangen, die BAT sicherlich gerne behalten hätte. Als Erfolg sei die Transfergesellschaft zu werten, für die die Gewerkschaft gekämpft habe: "Das war wichtig für die Beschäftigten." Viele hätten sich hier weiterqualifizieren können.

Am Standort Bayreuth forscht der Konzern unter anderem an Produkten wie E-Zigaretten oder Tabakerhitzer.

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