Bayreuth
Basketball

Miteinander lernen- Geflüchtete spielen mit Medi Bayreuth Star und Rapper Basketball

Etwas weitergeben und etwas lernen. Das hat Medi Bayreuth Basketballer Marius Adler dazu bewogen, regelmäßig mit Geflüchteten zu spielen.
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Geflüchtete spielen Basketball an der Unterkunft in der Peter-Heinlein-Straße in Bayreuth. Sie bekommen dabei professionelle Unterstützung: Der junge Medi Bayreuth Star Marius Adler kommt jeden Mittwoch ehrenamtlich zum Spielen vorbei. Auch der Bayreuther Rapper Steffen "Superphad" Rieß ist immer dabei. Fotos: Markus Klein
Geflüchtete spielen Basketball an der Unterkunft in der Peter-Heinlein-Straße in Bayreuth. Sie bekommen dabei professionelle Unterstützung: Der junge Medi Bayreuth Star Marius Adler kommt jeden Mittwoch ehrenamtlich zum Spielen vorbei. Auch der Bayreuther Rapper Steffen "Superphad" Rieß ist immer dabei. Fotos: Markus Klein
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Schweiß auf der Stirn bei 30 Grad. Den Ball durch die Beine, um die Hütchen, an die Freiwurflinie und getroffen! Marius Adler von der Erstliga-Basketballmannschaft Medi Bayreuth macht's vor, die jungen Geflüchteten machen's nach vor der Unterkunft in der Peter-Henlein-Straße in Bayreuth. Auch der Bayreuther Rapper Steffen "Superphad" Rieß spielt und schwitzt mit. Erster Eindruck vom Zusehen: Viel Lachen, viel Spaß, viel Gelernt.

Die Basketball-Körbe sind eine Spende der Bayreuther Freimaurerloge. Das dort nun auch regelmäßig miteinander gespielt wird, liegt zum einen an Marius Adler. Im Freibad habe er Leute spielen sehen, die kaum Deutsch sprachen. Er machte mit und erfuhr, dass es Geflüchtete waren. "Da habe ich mir überlegt, ob man daraus nicht etwas machen kann", sagt Adler. Zunächst hat er sich an den Verein "Bunt statt Braun" gewandt; die haben ihn an Lisa Scherm weitergeleitet. "Die Lisa ist ein Organisationsgenie, das ging dann sehr schnell", erzählt Adler.


So kam eins zum anderen



Die Idee, in der Peter-Henlein-Straße ein regelmäßiges sportliches Treffen von Geflüchteten und Einheimischen zu organisieren, sei Scherm schon mit dem Aufbau der Basketball-Anlage gekommen. "Wenn nichts passiert und keiner von Außen mitspielt, kommen wir ja nicht weiter", sagt sie. Bei der Anlage gehe es dem Sportjugendring darum, über das Miteinander-Spielen eine Möglichkeit der Begegnung zu schaffen und damit die Integration beiderseits zu erleichtern. Scherm arbeitet im Auftrag der Initiative "Integration durch Sport" des Deutschen Olympischen Sportbundes. Der Lions Club Bayreuth Thiergartenunterstützen die Idee.

Zunächst habe Scherm Rapper Steffen Rieß gefragt, den sie noch von früher kenne, aus der Schule und eben vom Basketball. Der war sofort dabei. "Ich habe früher gerne gezockt und komm so auch wieder dazu", sagt er. Rieß ist auch in einem Rap-Workshop mit Geflüchteten engagiert.Außerdem fand Scherm über den Afrikanistik-Lehrstuhl der Universität Bayreuth noch den Dozenten und Basketball-Schiedsrichter Mbaye Seye. Der ist künftig auch jeden Mittwoch vor Ort, pfeift aber gerade eine Meisterschaft in Südafrika. Als Scherm dann auch über "Bunt statt Braun" erfahren hat, das Marius Adler von Medi Bayreuth hier ebenfalls spielen will, "war alles perfekt."

Adler spielt seit 10 Jahren in Bayreuth, hat alle Jugendligen durchgemacht und ist jetzt, im Alter von 19 Jahren, im Profiteam. "Ich freue mich, dass ich den Jungs einen Ausgleich bieten und etwas beibringen kann. Und ich kann auch viel lernen", sagt Adler. Es sei ihm wichtig, etwas von den Lebensgeschichten der jungen Geflüchteten zu erfahren. "Da reift man ja auch dran", so Adler. "Basketball ist einfach cool, und man kann es überall spielen. Das verbindet."

Das habe auch Werner Köstner gefreut. "Wir haben sofort zugeschlagen", sagt der Leiter des Bayreuther Sozialamts. "Wir suchen immer nach Möglichkeiten, den Jungs zu erleichtern, ihren Weg zu finden", so Köstner.

Jeder kann kommen und mitspielen

Die wöchentliche Reihe "Basektball, Beatz und Begegnung" findet immer Mittwochs um 15.30 Uhr in der Peter-Henlein-Straße 15 statt.
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