Bayreuth
Fränkischer Kaffee

Erster Kaffee-Anbau in Franken: Café in Bayreuth verkauft einzigartiges Luxusprodukt

Fränkischen Kaffee-Liebhabern bietet sich ab sofort eine außergewöhnliche Möglichkeit: In einem Café in Bayreuth können sie Kaffee aus Franken trinken. Die Bohnen wurden in einem Tropenhaus in Oberfranken angebaut.
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  • Café in Bayreuth bietet ab sofort fränkischen Kaffee an
  • Im oberfränkischen Tropenhaus „Klein Eden“ wurden die Bohnen angebaut
  • Promi-Köche, wie Tim Raue und Alexander Herrmann, sind bereits auf das Luxusprodukt aufmerksam geworden

 

Kaffee aus Oberfranken: Die Idee, einen eigenen Kaffee zu kreieren, hatte Philipp von Fechter schon länger. "Eines Tages habe ich dann festgestellt, dass es hier in der Nähe ein Tropenhaus gibt", resümiert der Inhaber des Wiener Kaffeehauses "1897" in Bayreuth. Gemeint ist damit das Tropenhaus "Klein Eden" am Rennsteig, das in Tettau (Landkreis Kronach) neben anderen exotischen Pflanzen auch Kaffee anbaut. "Von dort haben wir uns schließlich Kaffeebohnen geben lassen, um herauszufinden, ob man daraus einen guten Kaffee machen kann", sagt von Fechter im Gespräch mit inFranken.de.

Kühner Plan: Kaffee angebaut in Franken

Da dies der Fall war, setzte sich der Gastronom mit den Betreibern des Tropenhauses und anderen Entwicklern zusammen, um den kühnen Plan, einen Kaffee in Franken herzustellen, Realität werden zu lassen. Von Fechter erklärt, welche Idee hinter dem Projekt steckt.

"Zum einen wollten wir ein regionales Produkt entwickeln, das nicht erst 12.000 Kilometer transportiert werden muss. Zum anderen handelt es sich bei unserem Kaffee um ein Bio-Produkt."

 

Für die erste Charge testeten von Fechter und sein Team schließlich verschiedene Trocknungs- und Röstungsmethoden. "Unser fertiger Kaffee ist das Ergebnis aus drei bis vier verschiedenen Methoden, die wir ausprobiert haben", erklärt er.

Allzu viele Kaffeehausgäste werden allerdings nicht in den Genuss des ersten fränkischen Kaffees gelangen: Vom anfänglichen Bruttogewicht von zehn bis 15 Kilogramm blieben gerade einmal ein bis zwei Kilo Kaffeebohnen übrig. Davon sind lediglich 20 bis 30 Tassen für den Ausschank im Wiener Kaffeehaus "1897" bestimmt. Der Großteil der Bohnen fiel der aufwendigen Experimentierphase im Vorfeld zum Opfer.

 

Edelkaffee für die Spitzengastronomie

Ein anderer Teil des komplett in Franken angebauten und hergestellten Kaffees findet dagegen in der Spitzengastronomie Verwendung: So krönt das fränkische Koffeinprodukt beispielsweise die edlen Menügänge in den Restaurants der Promi-Köche Tim Raue in Berlin und Alexander Herrmann im oberfränkischen Wirsberg (Landkreis Kulmbach). Für die Gäste seines Cafés "1897" hat sich von Fechter immerhin etwas Besonderes einfallen lassen: "Jede Portion Kaffee wird frisch gemahlen. Außerdem darf sich der Gast nach dem Genuss in ein Goldenes Buch eintragen", sagt der Gastronom.

 

Mit einem Kostenpunkt von 29,90 Euro pro Tasse ist der erste aus Europa stammende Kaffee aber gewiss nicht für jeden Geldbeutel geeignet. Luxus hat eben seinen Preis.

Die Resonanz vonseiten der Kunden sei aber trotz des hohen Verkaufspreises gut, konstatiert von Fechter. Geschmeckt habe es den meisten seiner Gäste, die das exquisite Genussmittel aus fränkischen Landen bereits gekostet haben.

So habe ein Kunde nach dem Konsum des Luxus-Kaffees von einer "schönen Frucht" und einer "angenehmen Röstung" gesprochen. "Ein anderer Kunde hat gesagt, dass der Geschmack auf jeden Fall interessant ist, der Kaffee aber vielleicht nicht gerade als Alltagskaffee infrage kommt."

 

Kaffee-Erfinder: Größere Menge braucht Zeit

Von Fechter schätzt sein Produkt indes durchaus als zukunftsfähig ein. Nächstes Jahr möchte der Kaffeehausbetreiber bereits "ein paar Kilo mehr" seines fränkischen Kaffees produzieren. "Wir befinden uns immer noch in der Aufbauphase. Eine größere Menge herzustellen, wird schon noch ein paar Jährchen dauern", prognostiziert er. Außerdem sei dafür eine gewisse Plantagengröße Pflicht. Aktuell ist der Erfinder des ersten Kaffees aus Franken jedoch ganz zufrieden. "Momentan geht alles seinen Weg."

 

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