Bayreuth
Stellenabbau

Immer weniger Raucher: BAT macht Produktzentrum in Bayreuth dicht - 185 Stellen fallen weg

Das internationale Tabakunternehmen British American Tobacco (BAT) schließt seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit Sitz in Bayreuth. Von der Schließung des Produktzentrums sind ungefähr 185 Arbeitsplätze betroffen.
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Weil immer weniger Menschen rauchen, sinkt die Nachfrage nach Zigaretten weltweit. Aus diesem Grund streicht der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) nun viele Arbeitsplätze - darunter auch 180 Stellen in Bayreuth. Symbolfoto: Robert Schlesinger/dpa
Weil immer weniger Menschen rauchen, sinkt die Nachfrage nach Zigaretten weltweit. Aus diesem Grund streicht der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) nun viele Arbeitsplätze - darunter auch 185 Stellen in Bayreuth. Symbolfoto: Robert Schlesinger/dpa

Wegen sinkender Nachfrage: Zigarettenproduzent British American Tobacco (BAT) streicht bis zu 185 Arbeitsplätze in Bayreuth. Laut einer dpa-Meldung sollen bis Januar 2020 in der oberfränkischen Stadt 180 Stellen wegfallen - in anderen Quellen ist sogar von 185 Arbeitsplätzen die Rede. Das Produktzentrum in Bayreuth wird geschlossen.

Oberbürgermeisterin bedauert Entscheidung - Verhandlung über Sozialplan

British American Tobacco leidet unter der sinkenden Nachfrage nach Zigaretten und will bis Januar weltweit 2300 Stellen streichen - darunter auch 180 in Bayreuth, wie die Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe am Donnerstag (12. September 2019) mitteilte. Sie sei von der Werksleitung informiert worden und "bedauere sehr, dass BAT erneut die Konzernentscheidung getroffen hat, in Bayreuth Arbeitsplätze abzubauen".

Das zeige erneut, dass Standorttreue für Konzerne "im Gegensatz zu vielen mittelständischen Unternehmen eine geringe Rolle spielt", kritisierte die Kommunalpolitikerin. BAT verhandle mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan.

Neuausrichtung im Fokus: Stellenabbau soll E-Zigaretten-Geschäft ankurbeln

Der Hersteller von Lucky-Strike- und Pall-Mall-Zigaretten teilte am Donnerstag in London mit, der Abbau von weltweit 2300 Stellen solle Wachstum in neuen Bereichen wie E-Zigaretten ermöglichen. Betroffen sei auch jeder fünfte Job in den Führungsetagen. 2018 waren weltweit mehr als 55.000 Mitarbeiter für den Zigarettenhersteller tätig, zu dem auch die E-Zigarettenmarke Vype gehört.

Laut einer Meldung des Nordbayerischen Kuriers werde im Zuge dieser Neuausrichtung das regionale Produktzentrum in Bayreuth geschlossen. Die Aufgaben des Entwicklungszentrums würden an verschiedene Standorte außerhalb Deutschlands übertragen. Die Verlagerung soll in spätestens zwei Jahren abgeschlossen sein. "Diese Veränderungen werden zu einem Stellenabbau von 185 Arbeitsplätzen in Bayreuth führen", wird der Zigarettenhersteller zitiert. Angesichts der aktuellen Marktentwicklungen seien "diese schmerzhaften Anpassungen" notwendig, um sicherzustellen, dass die British-American-Tobacco-Gruppe wettbewerbsfähig bleibe, heißt es im Nordbayerischen Kurier weiter.

200 Arbeitsplätze bleiben in Bayreuth erhalten

"Wir setzen jetzt alles daran, in einem konstruktiven Dialog mit den Arbeitnehmervertretern eine faire Lösung für die betroffenen Mitarbeiter zu finden", erklärte BAT-Sprecher Ralf Wittenberg dem Nordbayerischen Kurier. Mit künftig rund 200 Arbeitsplätzen bleibe Bayreuth ein wichtiger Standort für BAT in Europa. Die Produktion von Volumentabak, Stopftabak sowie von Casing & Flavour werde fortgesetzt. Zudem sei der Standort Bayreuth jüngst zum Logistikzentrum für Fertigware und Halbfertigprodukte in Westeuropa ausgebaut worden.

Bundestagsabgeordnete Launert für zügige Verhandlungen über Firmengrundstücke

Die Bayreuther Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU) sagte, mit der Schließung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Bayreuth fielen viele Stellen weg. Aufgrund der immer wieder diskutierten Tabakwerbeverbote ziehe sich BAT offensichtlich zunehmend aus Deutschland zurück. Nun müsse zügig über die Grundstücksflächen im Bayreuther Industriegebiet Nord verhandelt werden.

Der Bayreuther Bürgermeister Thomas Ebersberger beklagte: "Mit dem angekündigtem Rückzug fallen viele hoch qualifizierte Arbeitsplätze weg, die wir gerade mit Blick auf die Universität sehr gerne in Bayreuth gehalten hätten."

Schon in den vergangenen Jahren hatte die Ankündigung des Tabakherstellers, sein Bayreuther Werk stark zu verkleinern, die Region in Aufregung gestürzt.

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