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Bayreuth
Sexismus

"Holz vor der Hütt'n": Polizei Oberfranken erntet Kritik für Busen-Tweet

Die Polizei Oberfranken hat mit einem Busen-Posting auf Twitter und Facebook am Freitag ungewollt für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.
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Wo  vorher ein Dirndl zu sehen war, ist jetzt nur noch ein weißes Rechteck zu sehen. Das Posting der Polizei Oberfranken auf Facebook. Screenshot: Facebook/PolizeiOberfranken
Wo vorher ein Dirndl zu sehen war, ist jetzt nur noch ein weißes Rechteck zu sehen. Das Posting der Polizei Oberfranken auf Facebook. Screenshot: Facebook/PolizeiOberfranken

Ausgerechnet in Zeiten der MeToo-Debatte hat die Polizei in Oberfranken über ihre eigene Arbeit mit einem anzüglichen Busen-Tweet berichtet und dafür sogleich Kritik geerntet.


"Holz vor der Hütt'n kann man nicht genug haben"

Bei einer Lkw-Kontrolle hatten die Beamten 17 Holztransporter wegen Überladung beanstandet. Unter eine Bildkollage mit einem tiefen Dirndl-Dekolleté und daneben einem Holztransporter schrieb die Polizei am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter und auch bei Facebook "Holz vor der Hütt'n kann man nicht genug haben - bei Lastern ist bei 40 Tonnen Schluss".

"Das geht gar nicht!", kritisierte die Bundesfrauenbeauftragte der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Sabine Schumann, den schlüpfrigen Tweet. "Völlig unabhängig vom Sachverhalt werden hier weibliche Körperteile präsentiert." Das Bild reduziere Frauen so allein auf ihr Äußeres, betonte sie und verwies auf die besondere Vorbildrolle der Polizei.


Innenministerium prüft den Fall

Ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums erklärte, man werde prüfen, ob in diesem Fall eine Grenze überschritten worden sei. Dazu würden die Nutzerreaktionen genau angesehen - ob "jemand angegriffen ist, sich Frauen herabgesetzt fühlen".

Die Presseabteilung, die den Tweet abgesetzt hatte, war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Aber, oh Wunder: Wenige Stunde später waren Tweet sowie Facebook-Post geändert, die "Holz vor der Hütt'n"-Anspielung und das Bild mit dem Dirndl-Ausschnitt waren entfernt.

Dass das Internet nicht vergisst, muss dann allerdings auch die Polizei Oberfranken lernen, denn die kritischen Kommentare unter dem Facebook-Post verschwanden dadurch nicht. "Das ist weder lustig noch trägt es zu Prävention oder Aufklärung bei", kommentierte ein Nutzer auf Facebook.


"Post auf rein sachliche Ebene reduziert"

Später kommentierte dann auch die Polizei selbst noch den Post: "Offenbar sorgte nicht nur unser Wortspiel, sondern auch unser Bild für Diskussionen. Trotz der vorangegangen sorgfältigen Überlegungen, an denen auch Kolleginnen beteiligt waren, die das Bild als angemessen und ästhetisch empfanden, haben wir uns dazu entschlossen, den Post auf eine rein sachliche Ebene zu reduzieren."
 

 


dpa/ak