Pegnitz
Verkehr

Fränkische Schweiz: "Das ist eh langweilig und bringt keinen Fun" - Polizei mit skurrilem Brief an Verkehrssünder

Die Polizei in Pegnitz geht einen ungewöhnlichen Weg, um auf die Gefahr durch Raser hinzuweisen. Mit einem Brief, der vor Sarkasmus trieft, wendet sie sich nun an die Verkehrssünder.
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Mit einem ungewöhnlichen Brief wendet sich die Polizei in Pegnitz an Verkehrssünder. Symbolbild:  News5 / Grundmann
Mit einem ungewöhnlichen Brief wendet sich die Polizei in Pegnitz an Verkehrssünder. Symbolbild: News5 / Grundmann

"Wollten Sie schon immer einen außergewöhnlichen Urlaub verbringen? Als 'Freund und Helfer' gibt Ihnen die Polizeiinspektion Pegnitz hierzu wertvolle Tipps." So beginnt eine eher ungewöhnliche Pressemitteilung der Polizei in Pegnitz (Lkr. Bayreuth). Die Meldung trieft geradezu vor Sarkasmus.

Scheinbar riss den Beamten der Geduldsfaden. Ähnlich ging es einem Polizisten am Dienstag bei einem tödlichen Unfall auf der A6 bei Nürnberg: Dort rastete ein Polizist aus und schrie Schaulustige an.

Skurriler Brief an Verkehrsrowdys

121 Autofahrer blitzten die Polizisten am Samstag in der Fränkischen Schweiz - und das auf einem Streckenabschnitt, auf dem in den letzten Jahren schon mehrere Menschen bei Unfällen gestorben sind. Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:

"Wie wäre es z. B. damit, einen ganzen Monat lang in Ihrer Heimatgemeinde in der Fränkischen Schweiz die Schönheiten der Natur zu bewundern. Zu Fuß - ganz ohne Stress. Ihr gesamter Jahresurlaub reicht sicher dafür und Ihre zuständige Polizeiinspektion hilft Ihnen dabei. Damit ihm nichts passiert, passt sie in dieser Zeit sorgsam auf Ihren Führerschein auf. Was Sie dazu tun müssen, werden Sie nun fragen:

Eigentlich ganz einfach - jegliche Gefahrzeichen und Geschwindigkeitsbegrenzungen missachten und sich nicht wie 95 Prozent aller Verkehrsteilnehmer an die Verkehrsregeln halten. Das ist eh langweilig und bringt keinen "FUN". Und sollte mal wirklich ein Unfall passieren, weil irgendein Reh nachts auf der Straße steht oder ein betrunkener Fußgänger, egal - die anderen Autofahrer zahlen Ihnen den Schaden gerne mit ihren Versicherungsbeiträgen. Zusätzlich gibt es noch tolle Fotografien im schwarz-weißen Retrodesign, auf denen Ihr PS-starker Bolide aus allen Fahrtrichtungen "in Aktion" auf der Straße zu sehen ist. Und das Ganze noch mit Ihrem deutlich erkennbaren Konterfei am Steuer.

Wenn Sie besonderes Glück haben, zeigt die Fotografie auch noch, dass Sie gerade in diesem Moment überhaupt keine Zeit haben, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten, da Sie mit Ihrem Smartphone beschäftigt sind und Ihr Blick sich nach unten auf Ihre rechte Hand richtet. Je nach Spitzengeschwindigkeit bekommen Sie zusätzlich noch ein Preisgeld von der Polizei und dürfen auch noch Punkte in Flensburg künftig Ihr eigen nennen. Und das Ganze bekommen Sie auch noch schriftlich, damit Sie im Kreis Ihrer Kollegen und Verwandten stolz darauf verweisen können, was Sie für ein toller Autofahrer sind."

Besonders viele solcher "Kandidaten" hatte die Polizei am letzten Samstag bei einer Geschwindigkeitsmessung bei Trockau. In einem Streckenabschnitt, in dem in den letzten Jahren ein Motorradfahrer und ein Autofahrer unschuldig ihr Leben lassen mussten, weil entgegenkommende Autofahrer auf die Gegenfahrbahn gekommen waren, mussten 121 Verkehrsteilnehmer beanstandet werden.

Während 91 noch mit Verwarnungen davon kamen, erwarten 30 Kraftfahrzeugführer Anzeigen wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten. Vier von ihnen werden aufgrund angeordneter Fahrverbote für längere Zeit auf das Autofahren verzichten müssen. Der Spitzenreiter war mit 127 km/h bei erlaubten 70 km/h unterwegs. Weitere Geschwindigkeitskontrollen werden in Aussicht gestellt.

 

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