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Erstaufnahmelager auch in Bayreuth

Im Verlauf eines Jahres soll eine Einrichtung mit Platz für 500 Asylbewerber entstehen. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) rechnet für das laufende Jahr mit 30.000 Flüchtlingen.
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Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) freut sich über den neuen Standort für ein Erstaufnahmelager für Asylsuchende in Bayreuth.  Foto: Gebert/dpa
Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) freut sich über den neuen Standort für ein Erstaufnahmelager für Asylsuchende in Bayreuth. Foto: Gebert/dpa
In Bayreuth soll bis Ende des Jahres 2015 eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber entstehen. Dies teilte Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) gestern auf einer Pressekonferenz im Bayreuther Rathaus mit. Zuvor hatte sie mit Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und Vertretern der Stadtratsfraktionen die Stand ortfrage abgeklärt. Die Erstaufnahmeeinrichtung wird laut Oberbürgermeisterin als ein Neubau in dem von örtlichen Medien als Problemstadtteil bezeichneten Viertel Herzogmühle entstehen.

Zumindest die Stadtratsfraktionen hätten bereits Zustimmung zu dem Projekt signalisiert. Ein formeller Stadtratsbeschluss steht allerdings noch aus. Der soll im September erfolgen.
Die Sozialministerin zeigte sich erleichtert, dass man neben den beiden bisherigen Erstaufnahmelagern im mittelfränkischen Zirndorf und in der Münchner Bayernkaserne mit Deggendorf, Regensburg und Bayreuth weitere Standorte für Erstaufnahmelager finden konnte. Müller räumte ein, man sei von der Entwicklung der Flüchtlingszahlen überrascht worden.
Im Jahr 2013 seien 17 800 Asylsuchende nach Bayern gekommen. Heuer rechne man allein für den Freistaat mit 30 000 Flüchtlingen. Das stelle Bayern, das nach einer Bund-Länder-Vereinbarung gut 15 Prozent der nach Deutschland kommenden Asylbewerber aufnehmen muss, vor eine große Herausforderungen.

Im Ministerrat habe man deshalb im Frühjahr entschieden, in jedem der bayerischen Regierungsbezirke eine Erstaufnahmeeinrichtung vorzusehen. In den beiden bestehenden Unterkünften gebe es einfach nicht mehr genug Platz für die Flüchtlinge. Man wolle die Menschen vor Ort nicht überfordern, betonte die Sozialministerin. Deshalb soll auch in Bayreuth eine sozialverträgliche Einrichtung geschaffen werden.

Müller bat gleichzeitig die Bevölkerung vor Ort um ihre Solidarität mit den Asylbewerbern. Und: Es sei eine humanitäre Verpflichtung, die Flüchtlinge gut unterzubringen.

Die Bayreuther Oberbürgermeisterin betonte, die Stadt sei sich der gegenwärtig schwierigen Situation im Bereich der Erstaufnahme-Einrichtungen bewusst und stelle sich den damit verbundenen Aufgaben. Mit Bayreuth wurde jetzt in fünf von sieben Regierungsbezirken ein Standort für ein Erstaufnahmelager gefunden. Noch ohne Ergebnis blieb die Standortsuche in Unterfranken und in Schwaben.

Unterdessen hat sich die Lage im Zirndorfer Lager weiter zugespitzt. Zwar wurde mit Containern Platz für insgesamt 760 Personen geschaffen. Tatsächlich müssen inzwischen aber rund 1000 Flüchtlinge versorgt werden.

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