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Bayreuth / München
Coronavirus

Ehemaliger Bayreuther Forscher entwickelt Corona-Antikörpertest - das kann der Test

Neuer Antikörpertest für Corona: Vor kurzem hat der Healthcare-Konzern Roche an seinem Standort südlich von München den neuen Test vorgestellt. Ein Bayreuther Forscher war maßgeblich an der Entwicklung beteiligt.
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Der menschliche Körper kann sich mit Antikörpern vor Viren schützen. Symbolbild: Alex Brandon/AP/dpa
Ein ehemaliger Bayreuther Forscher hat maßgeblich an der Entwicklung eines neuen Corona-Antikörpertests mitgewirkt. Symbolbild: Alex Brandon/dpa

Es gibt einen neuen Antikörpertest für Corona. Ein Healthcare-Konzern aus der Nähe von München hat diesen vorgestellt. Das Besondere: Ein Ex-Bayreuther Forscher hat maßgeblich an dem Test mitgewirkt, dem eine „an 100 Prozent grenzende Zuverlässigkeit“ zugeschrieben wird. Das berichtet die Universität Bayreuth. 

Der Test wurde maßgeblich von Dr. Christian Scholz mitgestaltet, einem Biochemie-Absolventen der Universität Bayreuth und heutigen Laborleiter bei Roche. Erkenntnisse zur Proteinfaltung, die er in seiner Bayreuther Dissertation gewonnen hat, waren entscheidend für die Entwicklung des Tests.

Antikörpertest kann bei Entscheidung über Lockerungen helfen 

Mit dem neuen Test wird es in naher Zukunft möglich sein, große Bevölkerungsgruppen daraufhin zu untersuchen, wie viele Personen aufgrund einer Infektion mit dem Virus eine Immunantwort entwickelt haben. Auf diese Weise kann der Test eine zuverlässige epidemiologische Datenerhebung sicherstellen, die aussagekräftige Analysen ermöglicht, wenn gesundheitspolitische Entscheidungen über Lockerungsmaßnahmen zu treffen sind. 

Die außerordentliche Zuverlässigkeit des Tests ist maßgeblich den Forschungsergebnissen zu verdanken, die Dr. Christian Scholz in seiner 1999 veröffentlichten Dissertation an der Universität Bayreuth gewonnen hat. Seit seiner Promotion leitet er ein Forschungslabor von Roche im oberbayerischen Penzberg. „Die Zeit in Bayreuth und insbesondere die inspirierende und kollegiale Arbeitsatmosphäre in der Forschungsgruppe von Prof. Franz-Xaver Schmid habe ich in sehr guter Erinnerung. Alles, was ich über Proteinfaltung weiß, habe ich von ihm gelernt“, sagt der Bayreuther Absolvent.

Davon hängt ein zuverlässiger Test ab

Ob ein Test die gegen ein Virus gebildeten Antikörper zuverlässig erkennt, hängt entscheidend von dem Antigen ab, das dabei eingesetzt wird. Aktuell wird ein Antigen des Coronavirus SARS-CoV-2 benötigt, das mit sehr hoher Empfindlichkeit und Spezifität die gegen dieses Virus gebildeten Antikörper in Blutproben erkennt. Außerdem muss dieses Antigen eine hinreichend hohe Stabilität aufweisen. Denn nur so ist gewährleistet, dass es nach der Herstellung der Testkits seine volle Aktivität über eine ausreichend lange Zeit zuverlässig behält. Das Antigen, das alle diese Anforderungen erfüllt und das Herzstück des neuen Corona-Antikörpertests bildet, hat Dr. Christian Scholz mit seiner Forschergruppe in Penzberg entwickelt. Dabei konnte er an die Ergebnisse seiner Bayreuther Doktorarbeit anknüpfen. Ihm gelang es, eine äußerst lösliche und stabile Version des SARS-CoV-2-Antigens erzeugen, das seine volle biologische Aktivität in den Testkits über lange Zeit behält. Die Tests sollen im zweistelligen Millionenbereich für den Weltmarkt bereitgestellt werden können.