Bayreuth
Tourismus

Die Vermarktung einer Baustelle

Wie finden Touristen den Weg zum Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus?
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An das Opernhaus schließt linksseitig das Redoutenhaus an. Im Erdgeschoss befindet sich das Operncafé. Die beiden oberen Stockwerke stehen leer. MdL Walter Nadler regt hier die Einrichtung  eines Welterbe-Infozentrums an. Foto: Munzert
An das Opernhaus schließt linksseitig das Redoutenhaus an. Im Erdgeschoss befindet sich das Operncafé. Die beiden oberen Stockwerke stehen leer. MdL Walter Nadler regt hier die Einrichtung eines Welterbe-Infozentrums an. Foto: Munzert
Stell Dir vor, es ist Weltkulturerbe - und keiner geht hin, weil keiner rein kann! Klingt komisch, ist aber so. Ab dem 30. Juni hing bis vor wenigen Wochen, ein Transparent an der Balustrade des Markgräflichen Opernhauses welches die frohe Botschaft verkündete: Das Unesco-Kommitee hat das Baujuwel im Frühsommer als "einzigartiges Monument der europäischen Fest- und Musikkultur des Barock" erachtet.


Alle haben sich gefreut - mehr ist nicht passiert


Kein Wegweiser, kein Autobahnschild, kein Hinweis auf den Orts tafeln an den Einfallstraßen. "Festspielstadt" steht da, "Universitätsstadt" auch. Aber "Unesco-Weltkulturerbestadt" steht da nicht. Dabei sind immerhin mehr als drei Monate seit der Entscheidung in St. Petersburg ins Land gegangen. Wuchert Bayreuth also nicht genug mit diesem Pfund? Wuchert es überhaupt?

Einer, der sich das fragt, ist Walter Nadler, CSU-Landtagsabgeordneter und Stadtrat und einer der Vorreiter und -kämpfer beim vieljährigen Bestreben um die Aufnahme des Opernhauses in die Liste der besonderen Stätten dieser Welt.

Sicher ist es erfreulich, dass die Landesregierung in München für die Sanierung des Kleinods 19 Millionen Euro bereit stellt, doch damit verbunden ist auch im Rahmen der Sanierung die Schließung des Hauses für mehrere Jahre.

Damit das Opernhaus aber auch in der Bauphase ein touristisches Highlight bleibt, beantragte MdL Walter Nadler bereits im Juli diesen Jahres im Maximilianeum, dass im ersten und zweiten Stock des Redoutenhauses ein Welterbe-Informationszentrum mit Besucher service und ein Opernhausmuseum mit musealer Präsentation eingerichtet wird.

Derzeit wird dieser Antrag im Haushaltsausschuss- sowie dem Ausschuss Hochschule, Forschung und Kultur beraten. Wie Walter Nadler auf Nachfrage mitteilt, haben sämtliche CSU-Ausschussmitglieder ihre Zustimmung signalisiert
.
Wie der Bayerische Finanzminister Dr. Markus Söder in einem Brief an den Bayreuther Abgeordneten mitteilt, richtet zudem die Schlösser verwaltung im Foyer und Balkonsaal des Opernhauses eine Ausstellungsfläche ein. Außerdem soll die Markgrafenloge während der Bauphase so umgestaltet werden, dass dem Besucher ein Blick in das Theater gewährt wird. Was letztlich zu sehen sein wird, eine Baustelle oder eine Illusion des renovierten Zuschauerraumes, bleibt abzuwarten.

Auch MdL Dr. Christoph Rabenstein und seine SPD-Stadtratskollegten einen 21-Punkte-Plan vor, um der Welt und Bayreuths Besuchern zu sagen, welch ein Juwel sie in Oberfrankens Regierungshauptstadt erwartet. jn/gmu



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