Bayreuth

Bayreuth: Theatrum Mundi. Barockes Welttheater, Bühnenfestspiel, Spektakel

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Unter völlig anderen Vorzeichen verwirklicht sich im bürgerlichen Zeitalter des 19. Jahrhunderts die Idee des ?Theatrum Mundi? wohl nirgends nachdrücklicher als in Richard Wagners Gesamtkunstwerk der Bayreuther Festspiele. Vor allem im ?Ring des Nibelungen? spiegelt sich eine überkommene Ordnung aus Aristokratie, korrupter Finanzwelt und dekadenter Politik, die zu überwinden Wagners Ziel ist, um sie durch eine ?ästhetische Weltordnung? zu ersetzen.

Hundert Jahre später, zu Beginn der studentischen Unruhen des Mai 1968, konstatiert der französische Autor Guy Debord, dass die Menschen in einer ?Gesellschaft des Spektakels? leben, einer Scheinwelt des Konsumismus, in der ?Wirtschaft? die Rollen verteilt zum alleinigen Zweck des zeitlosen Selbsterhalts ? eine Feststellung, die im Zeitalter der Social Media nichts an Aktualität und Prägnanz verloren hat.

In Kooperation mit der Hochschule Hof/Campus Münchberg, dem Iwalewahaus Bayreuth und BayFinK nimmt das Richard Wagner Museum Bayreuth die Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses zum Anlass, um in seiner diesjährigen Sommerausstellung dem Begriff des Welttheaters nachzuspüren.

Mit den multimedialen Mitteln unserer Zeit ? analog zur barocken Oper und zu Wagners Gesamtkunstwerk ? nähert sich die Ausstellung den Fragen nach Inszenierung und Inhalt, Schein und Sein, Rolle und Selbstbestimmtheit.


Dieser Inhalt wurde erstellt von Stadt Bayreuth


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