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Bayreuth
Umstrittene Aktion

Oberfranken: Studenten verschenken Lebensmittel - Essen stammt aus Müll-Containern

Studenten haben am Samstag Obst und Gemüse in Bayreuth verschenkt. Allerdings erfuhren die wenigsten Beschenkten, woher das kostenlose Essen stammt. Es wurde aus Containern von Bayreuther Supermärkten und Discountern "gerettet".
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In der Bayreuther Innenstadt wurden am Samstag Lebensmittel verschenkt. Die wenigsten Beschenkten wussten, woher genau das Essen stammt. Foto: privat
In der Bayreuther Innenstadt wurden am Samstag Lebensmittel verschenkt. Die wenigsten Beschenkten wussten, woher genau das Essen stammt. Foto: privat
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  • Studenten verschenken in Bayreuther Innenstadt Lebensmittel
  • Essen stammt aus Containern von lokalen Supermärkten und Discountern
  • Nur rund 5 der 20 Beschenkten wussten über die Herkunft Bescheid

Auf Facebook bekommen Studenten am Montagmittag (24.02.2020) viel Lob für eine Aktion am Wochenende. In Bayreuth verschenkten sie Obst und Gemüse in der Innenstadt. Bei der Herkunft der Lebensmittel dürfte aber einigen Bayreuthern unwohl werden.

Auf Nachfrage von inFranken.de erklärt ihr Sprecher, woher das kostenlose Essen stammt. Es kommt aus Abfall-Containern von Bayreuther Supermärkten und Discountern. Nur eine Minderheit der Beschenkten wusste über die Herkunft Bescheid, das gibt der Sprecher zu.

Studenten sprechen von "geretteten" Lebensmitteln

Am Montag (24.02.2020) veröffentlichten die Studenten dann eine Pressemitteilung: "Am Samstag konnten sich die Bayreuther über kostenloses Obst und Gemüse in der Innenstadt freuen. Vor dem Alten Schloss wurden direkt in der Nähe zu den Wahlkampfständen Lebensmittel verschenkt." Es habe sie um "gerettete Lebensmittel" gehandelt, die ansonsten in der Mülltonne gelandet wären.

Das Wort "gerettet" hatten die Studenten dann auch meist bei der kostenlosen Vergabe in der Bayreuther Innenstadt benutzt, so der Sprecher gegenüber inFranken.de. Rund 20 Menschen seien beschenkt worden, nur fünf von ihnen hätten auf Nachfrage erfahren, dass es sich bei den Lebensmitteln um Essen aus Containern handelt.

Aktivisten wollen Zeichen gegen Lebensmittel-Verschwendung setzen

Mit ihrer Aktion wollen die Studenten ein Zeichen gegen Verschwendung setzen: "Das Ausmaß des Überflusses zeigt sich auch täglich in Bayreuther Supermärkten und Discountern", heißt es in der Pressemitteilung. "Noch genießbare Lebensmittel werden weggeschmissen, weil sie nicht mehr einwandfrei aussehen oder einfach nur eine andere Lieferung eingetroffen ist und die älteren Stücke nun wegmüssen."

Allerdings könnten die Aktivisten auch Probleme bekommen: Das sogenannte "Containern" gilt nach der aktuellen Rechtssprechung als Diebstahl. Zwei Studentinnen wurden deswegen verurteilt und klagten anschließend vor dem Bundesverfassungsgericht. Außerdem könnten auch einige der Beschenkten nicht glücklich darüber sein, woher ihr kostenloses Essen stammt.

Am Samstag sei bis auf einen kleinen Rest alle Lebensmittel weggekommen, erklärt der Sprecher der Aktivisten. "Den Rest haben wir selbst abends verkocht."

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