Bayreuth
Auf Weg der Besserung

Ärzte hatten sie nach Motorradunfall aufgegeben - jetzt kann Erika Eibl wieder laufen

Die fünf Finger der rechten Hand. Mehr konnte Erika Eibl nicht bewegen, als sie im Krankenhaus aufwachte. "Sie werden nie wieder laufen können", haben Ärzte ihr nach dem schweren Motorradunfall Ende Mai 2018 gesagt. Doch die Frau hat es allen gezeigt.
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Erika Eibl, Patientin im MZEB, ist mit der aktuellen Unterstützung sehr zufrieden. Sie kann wieder ein wenig laufen und ist auf gutem Weg, zurück zur Selbstständigkeit zu finden. Foto: Klinikum Bayreuth
Erika Eibl, Patientin im MZEB, ist mit der aktuellen Unterstützung sehr zufrieden. Sie kann wieder ein wenig laufen und ist auf gutem Weg, zurück zur Selbstständigkeit zu finden. Foto: Klinikum Bayreuth

Dieser Tag dreht Erika Eibls Leben auf links. Sie sitzt als Beifahrerin auf dem Motorrad ihres Mannes. Der hat keine Chance. Der Traktor zieht einfach raus. Zwei Tage später wird sie nach Bayreuth, in das Zentrum für Querschnittlähmung an der Klinik Hohe Warte, verlegt. Pflegekräfte schieben sie auf einer Liege durch die Gänge, Rollstuhlfahrer kommen ihr entgegen. Ein Leben im Rollstuhl. "Das musst Du jetzt auch lernen", denkt sie in diesem Augenblick.

Therapie schlägt an: Erika Eibl kann wieder ein Stück gehen

Es ist eine inkomplette Querschnittlähmung, die sie bei dem Unfall Ende Mai 2018 erlitten hat. Sie sitzt im Rollstuhl, kann nicht mehr gehen und nur noch einen Arm bewegen. Doch sie gibt nicht auf.

Dank einer Operation erholt sich die lebensfrohe Frau aus Rottau bei Passau. Heute kann sie zumindest ein Stück gehen, Darm und Blase funktionieren wieder, nur der rechte Arm ist noch steif, aber auch das hat sich mit der Operation gebessert. "Natürlich ist es nicht mehr wie früher", sagt sie. Erika Eibl war Marktleiterin in einem Supermarkt. Arbeiten kann sie nicht mehr. Aber eines hat sich nicht verändert: "Ich bin eine Powerfrau."

MZEB: Neues Zentrum für Erwachsene mit Behinderung

Und jetzt? Jetzt, da fast alle operativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind? Erika Eibl ist nicht allein. Sie ist eine der ersten Patientinnen des neuen, jetzt in Betrieb genommenen Medizinischen Zentrums für Erwachsene mit Behinderung (MZEB), das an der Klinik Hohe Warte eingerichtet ist. Die Stadt Bayreuth gehört im Übrigen zu den 50 besten Städten Deutschlands laut des Zukunftsatlas.

MZEB als Rückversicherung - Hilfe beim Schritt zurück in die Selbstständigkeit

Erika Eibl nennt das MZEB "meine Rückversicherung. Ich weiß, wohin ich gehen kann. Ich habe Leute, denen ich vertraue, die mich und meine Geschichte kennen und die mir weiterhelfen." Auch mal in den ganz kleinen Dingen. Seit ein paar Tagen kann sie wieder Flaschen aufdrehen. Ein Tuch mit Noppen hilft, ganz simpel. Und mit ein wenig Hilfe will Erika Eibl jetzt einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit gehen. "Ich möchte wieder Auto fahren. Und ich möchte aus dem, was ich kann, das Beste machen."

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