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Bamberg
Kulturpreis Bayern

Wagner-Schwestern sind keine Glanzlichter

Laut Bezirkstagspräsident Günther Denzler hat der Bezirk Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner gar nicht für den Kulturpreis Bayern vorgeschlagen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll am 8. November in Erlangen überreicht werden.
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"Auch wir waren überrascht", sagt Bezirktagspräsident Günther Denzler.
"Denn wir haben die Wagner-Schwestern gar nicht vorgeschlagen." Es geht um den von der Eon finanzierten Kulturpreis Bayern, mit dem, wie berichtet, unter anderem die Bayreuther Festspielleiterinnen Eva Wagner-Pasquier (67) und Katharina Wagner (34) am 8. November in Erlangen ausgezeichnet werden sollen.

Seit 2005 wird der insgesamt mit 176.000 Euro dotierte Eon-Kulturpreis in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vergeben. Die Entscheidung über die jeweiligen Preisträger wird laut Eon durch eine "unabhängige Jury" getroffen, auf der Grundlage von Vorschlägen der sieben bayerischen Bezirke. Wobei die Vorschläge für Oberfranken nicht von Wilhelm Wenning, dem Regierungpräsidenten, kommen, sondern vom Bezirkstagspräsidenten.

Nach Angaben von Günther Denzler ist es zwar nicht zum ersten Mal passiert, dass die Vorschläge des Bezirks bei der Vergabe des Kulturpreises übergangen wurden. "Das will ich auch gar nicht kritisieren. Das kann die Eon handhaben, wie sie will. Aber dass die Entscheidung für die Wagner-Schwestern dann ohne Rückmeldung zu uns gefallen ist, hat uns schon erstaunt. Ich kann mir nur vorstellen, dass Jurysprecher Toni Schmid es so wollte, der ja auch in der Richard-Wagner-Stiftung das Sagen hat."

Er könne diese Entscheidung aus mehreren Gründen nicht verstehen. "Wenn man sich die Preisträger aus anderen Bezirken anschaut", so Denzler, "sind das meistens regionale Persönlichkeiten und Gruppen wie die die Tanngrindler Musikanten für die Oberpfalz und das Theater Pfütze für Mittelfranken. Das sind engagierte Künstler und Initiativen, die eher ein paar Euro brauchen, um auch in Zukunft erfolgreich wirken zu können. Warum sollen ausgerechnet die Wagner-Schwestern 10.000 Euro bekommen? Erst recht, wenn man bedenkt, dass Katharina Wagner ihren Großvater dafür verflucht, dass er die Festspiele im provinziellen Bayreuth etabliert hat."

Dass beispielsweise 2008 Jonathan Nott, Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, als oberfränkischer Kunstpreisträger gekürt wurde, steht für Denzler auf einem anderen Blatt. "Natürlich wollen auch wir, dass herausragende Persönlichkeiten gewürdigt werden. Das kann man ja absprechen, wenn es Glanzlichter sind, die Oberfranken in der Welt bekannt machen. Aber die Festspielleiterinnen sind umstritten und keine Glanzlichter."
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