Bayreuth
Kommentar

Richard-Wagner-Stiftung: Berlusconi lässt grüßen

Silvio Berlusconi war zwar noch nicht in Bayreuth, aber seine Methode, Gesetze einfach nach dem eigenen Gusto zu schnitzen, scheint abzufärben.
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Symbolbild: Daniel Karmann/dpa
Symbolbild: Daniel Karmann/dpa
Beispielsweise auf den gerne allmächtigen Festspiel-Verwaltungsratsvorsitzenden Toni Schmid, der vorhatte, hinter verschlossenen Türen die Satzungen der Festspiel-GmbH und der Richard-Wagner-Stiftung so umzumodeln, dass die Stiftung um ihr Königsrecht beraubt wird: das Recht zu bestimmen, wer Festspielleiter sein darf. Zwar lässt sich gut darüber streiten, ob die bisherigen Regularien das Gelbe vom Ei waren und sind. Erst im Februar beschäftigten sich führende Experten bei einer Fachtagung in Wiesbaden mit dem Thema. Was dabei herauskam, war nicht im Sinne des bayerischen Ministerialdirigenten Schmid, denn der ließ einige dieser Juristen in der von ihm redigierten und von Steuergeldern finanzierten Vierteljahresschrift "Aviso" regelrecht abwatschen.

Warum? Weil er offenbar - mit etlichen, aber hoffentlich nicht allen Politikern und sonstigen Beteiligten hinter sich - vorhat, trotz der nicht enden wollenden Serie von Pannen, Pleiten und Peinlichkeiten, zumindest den Vertrag mit Katharina Wagner zu verlängern. Man darf gespannt sein, ob es ihm wie schon 2008 nochmals gelingt, alle Stiftungsratsmitglieder über den Tisch zu ziehen. Sie alle, ihr Vorstand und die Gesellschafter können laut Satzung nämlich die Einhaltung genau jener Paragrafen verlangen, die Schmid abschaffen will.
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