Bamberg
Weihnachtsbotschaft

Regionalbischöfin aus Bayreuth zum Fest der Liebe

Worte zum Weihnachtsfest von Dr. Dorothea Greiner, Regionalbischöfin aus Bayreuth.
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Regionalbischöfin Bayreuth Dr. Dorothea Greiner. Foto: Ronald Rinklef
Regionalbischöfin Bayreuth Dr. Dorothea Greiner. Foto: Ronald Rinklef
Last Chrismas‘ nervt die Autofahrer". So lautete vor kurzem eine Pressemeldung. Die Dauerbeschallung durch englische Weihnachtshits wie "Last Chrismas", "Rudolph the Red-Nosed Reindeer" oder "Jingle Bells" gehe nach einer repräsentativen Umfrage den Autofahrern auf die Nerven. Stattdessen würden manche Autofahrer lieber selbst singen. Zu den drei beliebtesten Liedern gehöre "Stille Nacht, heilige Nacht".

Diese Nachricht hat mich aufhorchen lassen: Unser Volk scheint entgegen allen Unkenrufen das Singen noch nicht verlernt zu haben. Auch an Weihnachten singen immerhin noch 40 Prozent der Deutschen zu Hause. Lieber schief und krumm singen und brummen, als sich nur berieseln lassen. Außerdem freut es mich, dass "Stille Nacht" zu den drei beliebtesten selbst gesungenen Liedern gehört, denn der Sinn des Festes ist in ihm benannt: "Christ, der Retter ist da".

Was ist Ihr Lieblingsweihnachtslied? Auch "Stille Nacht" oder "O du fröhliche" oder "Vom Himmel hoch" oder "Es ist ein Ros entsprungen"? Es gibt so wunderschöne Weihnachtslieder. Wir brauchen solche Lieder, damit es Weihnachten wird in uns. Gerade diese alten Lieder sind keine Schnulzen. Sie thematisieren auch die Schatten in dieser Welt und im Leben. Im Lied von Paul Gerhardt "Ich steh an deiner Krippen hier", meinem Lieblingsweihnachtslied, heißt es: "Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne." Die Erfahrung der Todesnacht wird gerade nicht verschwiegen. Selbst im Jubellied "O du fröhliche" heißt die erste Strophe: "Welt ging verloren, Christ ist geboren".

Daher gehört zu Weihnachten gerade nicht die Verdrängung von schrecklichen Ereignissen wie dem Amoklauf in Newtown, von Meldungen über Unruhen in Ägypten und Syrien oder von Bildern über die Schrecken der Zwangsprostitution. Christus ist in die verlorene Welt gekommen. In all diese Nachrichten trifft die Botschaft: "Christ ist geboren" und "Christ, der Retter, ist da". Diese Welt braucht ihn und Menschen, die an ihn glauben und seine Liebe weitertragen.

Auch in vielen Familien gibt es Probleme, die sich nicht verdrängen lassen. Manchmal steigern sie sich sogar noch emotional an Weihnachten. Unsere kleine Welt, unser Wohnzimmer, unsere Familie braucht ebenso diesen Zuspruch: "Christ, der Retter, ist da". Er ist da, damit Friede werde in uns und um uns. Er kann dies bewirken in seiner großen Liebe. Öffnen wir uns für ihn und mit ihm für andere. Lasst uns singen, summen, brummen für uns und unsere Welt: "Welt ging verloren - Christ ist geboren". Darum: "Freue, freue dich, o Christenheit".

Ein frohes Weihnachtsfest Ihnen und Ihren Lieben wünscht

Dr. Dorothea Greiner
Regionalbischöfin aus Bayreuth

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