Bayreuth
Gewerkschaft

Protest gegen Kündigungen beim Nordbayerischen Kurier

Die Gewerkschaft Verdi und Verlags-Mitarbeiter protestieren am Donnerstagabend gegen die Kündigungen beim Nordbayerischen Kurier.
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Symbolfoto: Sabine Klein
Symbolfoto: Sabine Klein
Nicht nur um Gewinnmaximierung solle es bei einem Zeitungsverlag gehen, "sondern um ein gutes Produkt", findet der Gewerkschaftssekretär für Druck und Zeitung, Bernd Bauer, von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi). Deshalb rufen Verdi und der Betriebsrat des Nordbayerischen Kurier zu einer Protestkundgebung auf, gegen den geplanten Stellenabbau bei dem Bayreuther Medienhaus. Mehr als 50 der 225 Mitarbeiter sollen laut Geschäftsleitung bis zum Sommer diesen Jahres entlassen werden. Betroffen seien Redaktion, Verwaltung, Außenstellen und die Druckvorstufe. Das Motto "Jobverlust ist Qualitätsverlust"

Die Kundgebung findet am Donnerstag (2. Februar) um 21.30 Uhr bis 22.30 Uhr vor dem Internationalen Jugendkulturzentrum "Zentrum" (Äußere Badstraße) statt. Die späte Abendstunde hat einen Grund: Zur selben Zeit ist im "Zentrum" eine Veranstaltung des Nordbayerischen Kurier, die "Hate-Slam". "Wir wollen die gut besuchte Veranstaltung nutzen, um die Bayreuther zu informieren, welche Auswirkungen der Stellenabbau auf ihre Tageszeitung hat", sagt Gewerkschaftssekretär Bauer. "Eine Reduzierung auf Agenturmeldungen und Vereinswesen hat der Kurier nicht verdient. Bayreuth ist eine große Stadt und braucht eine gute Tageszeitung", meint Bauer.

Die erste Demonstration soll aber friedlich ablaufen: "Wir wollen die Kurier-Leser zunächst nur informieren", sagt Bauer. Denn erste Gespräche mit der Geschäftsleitung sind laut Bauer bereits Ende der Woche geplant. "Die wollen wir erst einmal abwarten."

Ziel der Gewerkschaft ist laut Verdi-Sekretär ein Haustarifvertrag. Der Betriebsrat verhandelt gleichzeitig über einen Sozialplan. Außerdem wolle die Gewerkschaft Möglichkeiten aufzeigen, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten trotzdem einzusparen (etwa durch Altersteilzeit).


Die Forderungen


Für Mitarbeiter, die gekündigt werden, fordert Verdi unter anderem:

- Zwei Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr als Abfindung
- Mindestens 10 000 Euro Abfindung für Vollzeitkräfte (entsprechende Beträge für Teilzeit)
- 5 000 Euro zusätzlich pro Kind des Angestellten
- Eine Beschäftigungsgesellschaft für 12 Monate , etwa für Qualifizierungsmaßnahmen und Umschulungen

Laut Bauer saht die Geschäfsführung das Gespräch angeboten, "allerdings mit dem Hinweis, dass nicht verhandelt werde", sagt Bauer.

Die Geschäftsleitung des Nordbayerischen Kuriers war im Sommer mehrheitlich an die Frankenpost in Hof verkauft worden, die zur Südwestdeutschen Medien-Holding (SWMH) in Stuttgart und zur Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG), der Medienbeteiligungsgesellschaft der SPD, gehört. Unter dem Dach der SWMH erscheint unter anderem die Süddeutsche Zeitung.

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