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Bayreuth
Asylbewerber

Neue Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Bayreuth

Das Netz von Aufnahmeeinrichtungen in Bayern wird enger geflochten: Seit Montag steht Bayreuth als neuer Standort fest, mit dem auf den anhaltenden Flüchtlingsstrom reagiert werden soll.
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Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa
Noch keine Ergebnisse gibt es bei der Standortsuche in Unterfranken und Schwaben: "Wir sind in Gesprächen", sagte Sozialministerin Emilia Müller (CSU) am Montag in Bayreuth.

"Die Stadt Bayreuth ist sich ihrer humanitären Verpflichtung bewusst", kommentierte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft) die Entscheidung für den neuen Standort. Im Stadtteil Herzogmühle soll ein Neubau mit mindestens 500 Plätzen entstehen, dazu auch eine Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Nach der Sommerpause muss der Bayreuther Stadtrat noch entsprechende Beschlüsse fassen, bevor mit der Errichtung der Häuser begonnen werden kann. Geplant sind Häuser in schnell montierbarer Holzständerbauweise.

Sozialministerin Müller betonte bei der Präsentation am Montag, dass in Bayreuth eine "sozialverträgliche Einrichtung" geschaffen werden solle. "Mir ist wichtig, dass wir die Menschen vor Ort nicht überfordern", sagte Müller, die zugleich die Bevölkerung um Solidarität mit den Asylbewerbern bat. Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning wies darauf hin, dass neben Bayreuth auch andere mögliche Standorte für die Aufnahmestelle geprüft worden seien. Die freiwerdenden US-Kasernen in Bamberg seien dabei jedoch ausgeschieden, weil der Übergabeprozess der Konversionsflächen an die Kommune voraussichtlich mehr als ein Jahr dauern werde.

Trotz dieser Fortschritte ist nicht mit einer raschen Entlastung der beiden bisherigen bayerischen Erstaufnahmeeinrichtungen in Zirndorf und München zu rechnen, obwohl nach Worten von Sozialministerin Müller die Kapazitäten in den vergangenen Jahren ausgebaut wurden. In Deggendorf wird Müller zufolge die neue Aufnahmestelle am 2. Januar ihren Betrieb aufnehmen. In Regensburg sind ebenso wie in Bayreuth Neubauten geplant, die erst im Lauf des Jahres 2015 fertiggestellt sein werden.

Bundesweit wird für dieses Jahr mit rund neuen 200.000 Asylbewerbern gerechnet, etwa 30.000 von ihnen muss das Land Bayern aufnehmen. Bereits seit Monaten sind die beiden Erstaufnahmeeinrichtungen in München und Zirndorf überlastet. Von dort aus werden die Flüchtlinge auf die bislang knapp 180 Gemeinschaftsunterkünfte verteilt werden, von denen viele ebenfalls schon überbelegt sind.



Der Bayerische Flüchtlingsrat begrüßte am Montag die Pläne für die neuen Aufnahmestellen. "Selbst mit dem größten Einsatz" sei es nicht möglich, in den beiden bestehenden Einrichtungen durchschnittlich knapp 300 Flüchtlinge pro Woche neu aufzunehmen. In seiner Stellungnahme kritisiert der Flüchtlingsrat zugleich, dass die Bayerische Staatsregierung an der strikten Lagerunterbringung von Flüchtlingen festhalte. Kurzfristig werde die Schaffung neuer Erstaufnahmeeinrichtungen die chaotische Lage in den bestehenden entschärfen, so Flüchtlingsratssprecher Alexander Thal. "Wenn allerdings die Lagerpflicht für Flüchtlinge nicht fällt und damit die Anschlussunterbringung weiterhin nicht gelingt, werden auch die neuen Erstaufnahmeeinrichtungen nach kurzer Zeit aus allen Nähten platzen". epd

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