Eckersdorf
Aufhebungsvertrag

Wirbel in Eckersdorf: Mesner nach Griff in Trinkgeldkasse entlassen

In der oberfränkischen Kirchengemeinde Eckersdorf (Dekanat Bayreuth) gibt es Wirbel um die Entlassung eines langjährigen Mesners.
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In der oberfränkischen Kirchengemeinde Eckersdorf (Dekanat Bayreuth) gibt es Wirbel um die Entlassung eines langjährigen Mesners. Foto: nr/Archiv
In der oberfränkischen Kirchengemeinde Eckersdorf (Dekanat Bayreuth) gibt es Wirbel um die Entlassung eines langjährigen Mesners. Foto: nr/Archiv
Nach einem Bericht des "Nordbayerischen Kuriers" (Donnerstag) soll der Mann über Jahre hinweg nach Beerdigungen in die Trinkgeldkasse gegriffen haben - und deswegen entlassen worden sein. Der Mesner streitet das an sich nicht ab, er sagt jedoch, diese Praxis sei mit Gemeindepfarrer Reinhard Schübel abgesprochen gewesen, um so die entstehenden Überstunden abzugelten. Der Pfarrer will von dieser Absprache aber nichts wissen.

Aufgeflogen ist das ganze überhaupt erst durch eine Angehörige, die beim evangelischen Bayreuther Dekan Hans Peetz die Trinkgeld-Praxis in Eckersdorf monierte - und zudem behauptete, der Mesner habe bei ihrer Familie extra viel verlangt. Mit dem Trinkgeld von etwa 180 Euro sollten nicht nur der Mesner entlohnt werden, sondern auch Sargträger und die Mitglieder des Chores. Im "Nordbayerischen Kurier" wird das Trinkgeld als eine Art "freiwilliges Muss" bezeichnet. Die Höhe sei nicht schriftlich festgelegt, die so gezahlten Beträge erschienen auf keiner Rechnung.

Dekan Peetz sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage am Donnerstag, die Geschichte aus Eckersdorf habe zwei Ebenen. Zum einen die Trinkgeld-Praxis, die nach dem kirchlichen Haushalts- und auch Kassenrecht schlicht unzulässig sei. Als sich jemand im Sommer per Brief bei ihm gemeldet habe, habe er mit dem Pfarrer gesprochen und die wohl über Jahrzehnte gängige Praxis sei abgestellt worden. Die Verstöße gegen das Kirchenrecht seien aber "ohne Vorsatz" geschehen, deshalb habe es auch keine disziplinarischen Konsequenzen gegeben.

Die andere Ebene sei das Verhalten des Mesners. Laut Peetz habe dieser in Gesprächen mit Pfarrer und Kirchenvorstand zugegeben, dass er sich unrechtmäßig an den Trinkgeldern bereichert und teils überhöhte Forderungen gestellt hatte. Im "Nordbayerischen Kurier" weist dieser das weit von sich. Laut Peetz wurde ein Aufhebungsvertrag mit dem Mann geschlossen, anzeigen wollte die Gemeinde den Mesner allerdings nicht. Genau das stört die Angehörige, die sich an den Dekan noch mit Namen, an die Tageszeitung nun offenbar anonym gewandt hatte.
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