Bei der Landesgartenschau in Bamberg wurde vor rund zwei Wochen der 750.000. Besucher begrüßt. Die Organisatoren sind zuversichtlich, dass bis zum Ende der Schau am 7. Oktober noch die Marke von einer Million Besuchern geschafft wird. Kalkuliert hatte man mit 800.000 Besuchern. Wird die 2016 in Bayreuth stattfindende Landesgartenschau ein ähnlicher Erfolg werden? Jedenfalls hat die für die Umsetzung dieses Großereignisses verantwortliche "Landesgartenschau Bayreuth 2016 GmbH" inzwischen ihre Arbeit aufgenommen, erste Mitarbeiter wurden eingestellt und Anfang August die neue Geschäftsstelle bezogen. Außerdem geht die planerische Umsetzung des in einem Wettbewerb ermittelten Siegerentwurfs für die Gestaltung des Kerngeländes der Schau in der Oberen Mainaue in raschen Schritten voran.

Unter dem Motto "Zu Gast bei Wilhelmine von Bayreuth" soll mit der Landesgartenschau durch den entstehenden "Neuen Park" ein räumlicher Brückenschlag zwischen der historischen Innenstadt mit den Bauten der Markgrafenzeit und dem Hofgarten sowie der Eremitage am östlichen Ende der Stadt geschaffen werden.
Derzeit besteht das Kernteam der Landesgartenschau 2016 GmbH nach Auskunft der städtischen Pressestelle aus den beiden Geschäftsführern Dagmar Voß und Ulrich Meyer zu Helligen. Dagmar Voß vertritt die Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen mbH und hat ihren Aufgabenschwerpunkt in der Durchführung der Veranstaltung im Jahr 2016. Ulrich Meyer zu Helligen ist Leiter des Stadtplanungsamtes Bayreuth und betreut demzufolge schwerpunktmäßig die Herstellung der dauerhaft bleibenden Anlagen und die Investitionen.

Mit der Planung für das Kerngelände der Landesgartenschau ist das Büro Hahn, Hertling, von Hantelmann GmbH (Berlin) als 1. Preisträger des 2010/2011 durchgeführten landschaftsplanerischen Wettbewerbs und Sieger des VOF-Verfahrens beauftragt.

Erste Arbeiten im Jahr 2013


Aktuell wird schwerpunktmäßig an der Konkretisierung der Planungen gearbeitet. Der nächste Meilenstein wird dabei die Entwurfsplanung sein, die Ende 2012 vorliegen wird. Die darauf aufbauenden Aufgaben, wie die Genehmigungsplanung, die Ausführungsplanung sowie die Ausschreibung der einzelnen Bau- und Pflanzmaßnahmen folgen dann im Jahr 2013.

Nach dem ambitionierten Zeitplan bis zur Eröffnung der Landesgartenschau im April 2016 sind die ersten Bau- und Pflanzmaßnahmen für die zweite Hälfte des Jahres 2013 vorgesehen. Der Schwerpunkt der Bau- und Pflanzungsmaßnahmen wird jedoch in den Jahren 2014 und 2015 liegen. Mit der Erarbeitung des detaillierten Ausstellungskonzeptes, der Akquise von Ausstellern und Marketingmaßnahmen soll in der zweiten Hälfte 2013 begonnen werden.

Das Gelände der Landesgartenschau befindet sich in der Oberen Mainaue, nordöstlich der Innenstadt. Begrenzt wird der im Zuge der Landesgartenschau entstehende "Neue Park" durch das gerade fertig gestellte Hochwasserbauwerk im Südwesten, die Baugebiete in der Hammerstatt, St. Georgen und im Riedelsgut im Westen, die Eremitagestraße im Norden, die Bundesautobahn A9 im Osten sowie die Kleingärten und die Äußere Badstraße im Süden. Mit dem "Neuen Park" soll ein Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung geleistet werden. Die Aufwertung des Areals in der Oberen Mainaue hin zu einem Park mit hoher Aufenthalts- und Nutzungsqualität für die Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher der Stadt Bayreuth entspricht den städtebaulichen Leitzielen. So ist die Zielsetzung, dort eine attraktive Grünanlage anzulegen, wie sie im gesamtstädtischen Flächennutzungsplan bereits seit 1978 verankert und als ein wichtiges Impulsprojekt in das Integrierte Städtebauliches Entwicklungskonzept aufgenommen worden ist. Der geplante Stadtpark soll dabei eine gezielte Ergänzung zu den hochwertigen, künstlerisch und historisch bedeutsamen Parkanlagen Eremitage und Hofgarten darstellen.

Gerade das Thema Verbindung, Vernetzung und Erreichbarkeit wird bei der Konzeptionierung des Neuen Parks eine große Rolle spielen, da die Obere Mainaue eine zentrale Lage im Stadtgebiet aufweist. So werden Fußgänger und Radfahrer aus den Stadtteilen im Norden und Osten künftig über das Gartenschau areal bestens an die Innenstadt angebunden.

Des Weiteren grenzt die Obere Mainaue direkt an Stadtteile an, die aktuell nur über wenige Grünflächen verfügen.Besonders gilt dies für die Hammerstatt, St. Georgen, das Riedelsgut und die Neue Heimat. Mit dem Projekt Landesgartenschau erhalten die Bewohner dieser Stadtquartiere einen attraktiven Park in direkter fußläufiger Entfernung. Das Wohnumfeld und die Standortqualität der Stadtteile im Bayreuther Nordosten erfahren so eine deutliche Aufwertung. In dem über 50 Hektar großen Kerngelände der Landesgartenschau bietet sich die Gelegenheit, verschiedenen Nutzungsansprüchen gerecht zu werden. Insbesondere soll generationenübergreifend Erholungs- und Freizeitnutzungen Raum geboten werden, die in den vorhandenen Parks wegen ihrer inhaltlichen Konzeption, ihrer begrenzten Flächen oder spezieller Standortanforderungen keinen Platz finden.

Die ökologische Bedeutung stärken


In einem "Sport- und Generationenpark" sollen Aktions- und Erholungsangebote für die verschiedenen Nutzer- und Altersgruppen geschaffen werden; dieser soll vorhandene Angebote der Stadt optimal und dauerhaft ergänzen.Gärtnerisch gestaltete "Gartenkabinette" und "Waldzimmer" werden sich auf Wilhelmines einzigartige Raumgestaltungen ihrer Schlösser beziehen. Wasser wird in unterschiedlichster Form einbezogen. Ein zentraler Auensee erhält eine Seebühne und könnte als Badesee gestaltet werden. "Garteninspirationen" finden Besucher in Mustergärten, die später als Kleingärten genutzt werden. Unter dem Motto "Gartenkultur" werden sich die Gartenbauverbände präsentieren. Die Veranstaltungen im Gartenschausommer 2016 sollen auch die Tradition höfischer Gartenfeste aufgreifen.

Eine weitere Intention ist, mit der Landesgartenschau die ökologische Bedeutung des Talraumes zu stärken. Dies erfolgt vor allem mit dem ökologischen Umbau des Roten Mains und der Anlage eines naturnahen Auenparks als Baustein des "Neuen Parks". Zusätzlich sollen die abgeschlossenen infrastrukturellen Großprojekte wie das Hochwasser-Einschöpfbauwerk mit seinen über vier Meter hohen Dämmen, sowie die Baumaßnahmen im Zuge des Autobahn-Ausbaus wie der Lärmschutz und die Regenrückhaltebecken gestalterisch in die Landschaft integriert und so deren Trennwirkung reduziert werden.

Nach den bisherigen Schätzungen wird für die Investiven Maßnahmen zur Landesgartenschau 2016 von Gesamtkosten von rund 12,5 Millionen Euro ausgegangen, auf die es 3,6 Millionen Euro Förderung gibt. Diese investiven Kosten umfassen sowohl Maßnahmen auf dem Kerngelände (z. B. Bau- und Pflanzmaßnahmen im Park, Freizeit- und Sportflächen, Erschließungskosten, Anlage des Auensees), als auch kleinere flankierende Maßnahmen im direkten Umfeld wie die Verbesserung der Anbindungen an die Innenstadt, zu den angrenzenden Stadtquartieren und in Richtung Eremitage.

Beim Durchführungsetat wird nach Erfahrungswerten bisheriger Landesgartenschauen von rund acht Millionen Euro Kosten ausgegangen. Darin enthalten sind der Aufwand für die gesamte Organisation, Personal, Marketing, Ausstellungen und Veranstaltungen. Die Finanzierung soll weitestgehend durch Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Verpachtung, Sponsoren und Spenden erfolgen.

Landesgartenschauen in den Jahren 2013 bis 2015


Die offiziellen Landesgartenschauen gibt es in Bayern im Zwei-Jahres-Rhythmus. In den ungeraden "Zwischenjahren" gibt es seit 1995 unter dem Motto "Natur in der Stadt" jeweils die "Kleinen Landesgartenschauen".
Die nächste Kleine Landesgartenschau findet vom 29. Mai bis 25. August 2013 in Tirschenreuth statt. Wer einen kleinen Vorgeschmack auf die "Natur in Tirschenreuth" im kommenden Jahr bekommen möchte, sollte sich das große Baustellenfest am kommenden Sonntag, 9. September, auf der Aktionsfläche an der Mähringer Straße nicht entgehen lassen. Von 10 bis 17.30 Uhr lüftet die "Natur in Tirschenreuth 2013" ein letztes Mal vor der Eröffnung am 29. Mai 2013 den Vorhang. Es warten zahlreiche Informationen über die Gartenschau sowie ein attraktives Programm auf Groß und Klein.

Vom Konzept her geht die Tirschenreuther Schau in die Historie zurück. Alte Abbildungen zeigen Tirschenreuth als eine Stadt im Wasser. Lediglich die zwei erhöhten Kuppen - die heutige Altstadt und der Ökonomiehof Fischhof - ragten als Inseln aus den riesigen Fischteichen. Die Grundidee des Konzeptes der Gartenschau "Natur in Tirschenreuth 2013" ist, diese historische Situation im Bereich um die nahezu 300 Jahre alte "Fischhofbrücke" durch den Neubau des Stadtteiches zu rekonstruieren.

Die nächste "offizielle" Landesgartenschau ist vom 25. April bis 5. Oktober 2014 in Deggendorf terminiert. Ziel dieser Schau ist es, das Areal zwischen der Deggendorfer Altstadt und der Donau nachhaltig zu entwickeln. Am nördlichen Donauufer wird hierzu ein dauerhaft hochwertiger Grün- und Erholungsbereich für die Bürger der Stadt und ihre Gäste geschaffen.

Für die Kleine Landesgartenschau 2015 geht es schließlich ganz in den Nordwesten des Freistaates Bayern, nach Alzenau an der hessischen Grenze. Unter dem Motto "Natur in Alzenau" sollen entlang des Flusses Kahl im Zuge der Gartenschau Lebensräume für alle Generationen erschlossen oder neu gestaltet werden. Insbesondere durch die Verlagerung der Firma Wellpappe - des ältesten Industriebetriebes im Kahlgrund - bietet sich hier eine einmalige Chance.