Bayreuth
Mietvertrag

Geld für Sanierung des Bayreuther Festspielhauses kann fließen

Der Weg für die millionenschwere Sanierung des Bayreuther Festspielhauses ist frei: Zwischen der Richard-Wagner-Stiftung als Eigentümerin und der Bayreuther Festspiele GmbH sei ein Mietvertrag bis zum Jahr 2040 abgeschlossen worden, sagte Festspielsprecher Peter Emmerich am Donnerstag in Bayreuth.
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Das Festspielhaus in Bayreuth  Foto: Daniel Karmann/dpa/Archiv
Das Festspielhaus in Bayreuth Foto: Daniel Karmann/dpa/Archiv
Er bestätigte damit einen Bericht des Nordbayerischen Kuriers. An der rund 30 Millionen Euro teuren Sanierung wollen sich Bund und Freistaat mit 26 Millionen Euro beteiligen. Beide hatten den Zuschuss von einem sicheren Mietvertrag abhängig gemacht. Er kam zunächst nicht zustande, weil mehrere Klauseln umstritten waren - so darf der Mieter beispielsweise über die Festspielleitung bestimmen.

Den Großteil der auf 30 Millionen Euro veranschlagten Sanierung wollen Bund und Freistaat übernehmen. Beide hatten den Zuschuss aber von einem sicheren Mietvertrag abhängig gemacht. Er kam bislang nicht zustande, weil über eine Klausel gestritten wurde: Die Bayreuther Festspiele GmbH - an der Bund, Freistaat, Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde Bayreuth e.V. beteiligt sind - darf laut Mietvertrag über die Festspielleitung alleine entscheiden.

Die Verträge der Festspiel-Chefinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier laufen im Herbst 2015 aus. Die Bayreuther Festspiele GmbH könnte die Spitze damit neu besetzen, ohne das Einverständnis der Richard-Wagner-Stiftung einholen zu müssen, in der die Vertreter der Wagner-Familie sitzen.

Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe von der freien Wählervereinigung "Bayreuther Gemeinschaft" hatte rechtliche Bedenken im Hinblick auf die Satzung der Stiftung angemeldet. In dieser steht, dass das Festspielhaus immer an ein Wagner-Mitglied vermietet werden muss, wenn die Familie Wagner die Festspiele auch leitet. Die Regierung von Oberfranken habe ihre Bedenken geteilt, sagte Merk-Erbe. Sie habe deswegen den Mietvertrag zunächst nicht unterschrieben. Ein Gutachten der obersten Stiftungsaufsicht beim Kultusministerium habe aber keine stiftungsrechtlichen Probleme gesehen.

Nach den Worten von Merk-Erbe spricht vieles dafür, dass auch nach 2015 "jemand aus der Familie Wagner" an der Spitze der Festspiele stehen wird. Eva Wagner-Pasquier hatte Ende Februar angekündigt, nicht mehr als künstlerische Leiterin zur Verfügung zu stehen.

Emmerich kündigte nun "zügige Vorbereitungen" für die Sanierung des weltberühmten Opernhauses an. Dass in diesem Jahr noch Steine bewegt werden, glaubt er aber nicht. Zunächst müssten die Aufträge europaweit ausgeschrieben werden, sagte er. In der kommenden Woche sei eine Besprechung mit der Bundesbaubehörde geplant. Dabei werde es vor allem um die Ausschreibung für den Architekten gehen.


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