Bayreuth
Fall Peggy

Chef-Ermittler im Fall Peggy bezweifelt Schuld von Ulvi K.

Im Fall der seit 2001 verschwundenen Peggy aus Lichtenberg hat die Polizei auch den damaligen Lebensgefährten von Peggys Mutter verdächtigt. Dies bestätigte ein ehemaliger Mordermittler am Montag vor dem Landgericht Bayreuth. Er äußerte außerdem Zweifel an der Schuld des Angeklagten.
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Der als Peggys Mörder verurteilte Ulvi K. sitzt am 05.05.2014 vor Beginn des Prozesstages im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Bayreuth (Bayern) neben seiner Betreuerin Gudrun Rödel. 2004 wurde Ulvi K. in einem Indizienprozess wegen Mordes an der seit 2001 verschwundenen Peggy verurteilt. Nun soll in einem Verfahren erneut geklärt werden, ob dem geistig Behinderten die Tat nachgewiesen werden kann oder nicht. Foto: David Ebener/dpa
Der als Peggys Mörder verurteilte Ulvi K. sitzt am 05.05.2014 vor Beginn des Prozesstages im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Bayreuth (Bayern) neben seiner Betreuerin Gudrun Rödel. 2004 wurde Ulvi K. in einem Indizienprozess wegen Mordes an der seit 2001 verschwundenen Peggy verurteilt. Nun soll in einem Verfahren erneut geklärt werden, ob dem geistig Behinderten die Tat nachgewiesen werden kann oder nicht. Foto: David Ebener/dpa
Im Wiederaufnahmeverfahren gegen den geistig behinderten Ulvi K. wegen Mordes an der neunjährigen Peggy hat ein ehemaliger Mordermittler Zweifel an der Schuld des Angeklagten geäußert. "Meiner Meinung nach ist auch heute noch die große Frage: Lebt Peggy noch oder nicht?", sagte der inzwischen pensionierte Polizeibeamte am Montag vor dem Landgericht Bayreuth. Er könne noch nicht einmal ausschließen, dass Peggys Mutter etwas mit dem Verschwinden des Kindes zu tun habe. "Ich weiß nicht, was passiert ist, also kann ich auch nichts ausschließen", betonte der 65-Jährige, der die Soko "Peggy 1" geleitet hatte.

Peggy kam am Nachmittag des 7. Mai 2001 nicht von der Schule nach Hause und gilt seitdem als vermisst. Eine Leiche des Mädchens wurde nie gefunden. Als ihr Mörder wurde im April 2004 Ulvi K. verurteilt. Er hatte im Herbst 2002 gegenüber der Soko "Peggy 2" überraschend ein Geständnis abgelegt. Dieses war der Tatrekonstruktion der Ermittler verblüffend ähnlich - deshalb wird der Fall neu aufgerollt.

"Als ich von dem Geständnis erfahren habe, konnte ich es zunächst gar nicht glauben", sagte der Mordermittler. Seine Soko habe viele Spuren und mehrere Verdächtige gehabt, aber keinen Täter überführen können. Zu den Verdächtigen habe neben Ulvi K. auch der damalige Lebensgefährte von Peggys Mutter gezählt. "Es gab zwischen dem Paar ständig Streitereien, auch schon vor Peggys Verschwinden", sagte er. Der Ex-Chefermittler berichtete von Morddrohungen des Mannes gegen Peggys Mutter. Er habe zudem gedroht, Peggys Schwester zu entführen.

Viele Ungereimheiten

Die Soko "Peggy 1" beendete Anfang 2002 ihre Arbeit ergebnislos. Vom Innenministerium wurde eine zweite Soko eingesetzt. Der ehemalige Fahnder äußerte sich skeptisch zum Tatzeitpunkt. Die zweite Soko ging davon aus, dass Peggy zwischen 13 und 14 Uhr getötet wurde. "Am 7. Mai 2001 hat es geregnet. Ulvi K. sagte aber in seinem Geständnis, dass die Sonne schien und er ein T-Shirt trug, als er Peggy ermordet haben will." Wenn Ulvi K. die Tat wirklich begangen habe, dann nicht am Nachmittag. "Da stehe ich zu Konkurrenz zu anderen Ermittlungen, aber das ist mein Eindruck", sagte der Zeuge. Damalige Mitschüler Peggys hatten angegeben, das Mädchen auch nach 15 Uhr noch in Lichtenberg gesehen zu haben.

Peggy kam am 7. Mai 2001 nicht von der Schule nach Hause und gilt seitdem als vermisst. Eine Leiche des Mädchens wurde nie gefunden. Als ihr Mörder wurde im April 2004 der geistig behinderte Ulvi K. verurteilt. Der heute 36-Jährige hatte die Tat im Herbst 2002 überraschend gestanden. Sein Geständnis war der Tatrekonstruktion der Ermittler verblüffend ähnlich, was aber erst Jahre nach seiner Verurteilung bekannt wurde - deshalb wird der Fall seit Mitte April neu aufgerollt.
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