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Bischofsgrün
Festival

Beats am Berg 2016: Techno-Party mit Panoramablick

Am Sonntag fand zum ersten Mal "Beats am Berg" auf dem Ochsenkopf im Fichtelgebirge statt. Eine Techno-Party auf über 1000 Meter Höhe.
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Foto: Markus Klein
Foto: Markus Klein
Kurz vor der Gipfelstation geht das gleichmäßige Brummen der Liftanlage in das gleichmäßige Wummern der Bassläufe über. Schwebte man zuvor noch in der Gondel zwischen Baumwipfeln, schwebt man nun auf der Tanzfläche zwischen einem bunten Haufen Techno-Fans den Hang auf und ab. Hinter dem DJ-Pult auf der Südseite des Berges sorgt das Fichtelgebirgspanorama für ein ganz besonderes Feeling. Über der Tanzfläche bringen die Gondeln an diesem Sonntagnachmittag wie am Fließband Downhill-Biker, Spaziergänger und neue Partygäste auf den Gipfel des Ochsenkopfs, auf 1024 Meter Höhe.


"Beats am Berg" nennt sich die Techno-Party, die die Snowboarder von "Snow Sports Entertainment" aus Bischofsgrün veranstaltet haben; damit mal was los ist in der Gegend. Die Eintrittskarten haben die Veranstalter auf 999 limitiert, um besser planen zu können. Eine Woche vor der Feier waren sie ausverkauft. "Etwas ganz Besonderes schaffen" sei das Ziel hinter der Party gewesen, meint Mitveranstalter Max Fischer. Und das ist gelungen - auch wenn Tanzen am Hang eine gewisse Gewöhnungsphase benötigt. Das gute Feeling lässt den geneigten Gast sogar darüber hinwegsehen, dass keine regionalen Biere angeboten werden, sondern nur Getränke der bekannten Großbrauereien und Softdrinkhersteller.

Selbst das unbeständige Wetter stört die Feierlustigen kaum: Immer wieder regnet es und die Besucher drängen sich für ein paar Minuten unter den Barzelten, holen sich ein neues Getränk, warten ab und tratschen. Ein paar Besucher haben sich vorbereitet und tanzen weiter unter Regenschirmen oder -parkas. Aber auch sonnige und wolkige Abschnitte sind nicht selten. So sieht man alle halbe Stunde rund 1000 Leuten beim Jacke an- und ausziehen zu. Außer auf der Tanzfläche, da ist es immer warm. Um die besondere Location war das Gelände recht minimalistisch aufgebaut: Ein Barzelt am Eingang, ein weiteres an der Tanzfläche, das DJ-Pult zur Südseite Richtung Warmensteinach hin, mit guter Musikanlage, ein paar wenigen Lichtern und einer kleinen Nebelmaschine. Ein Pizza- und ein Bratwurststand aus dem Ort auf der Ostseite, ein paar Sitzgelegenheiten auf der Westseite, in einer etwas versteckten Ecke ein paar Dixieklos. Mehr braucht man nicht zum Feiern, solange die Atmosphäre stimmt.

"Es hat uns viel Spaß gemacht, die Leute waren alle entspannt drauf", resümiert Fischer. "Im Großen und Ganzen war es ein Erfolg", sagt er schon, obwohl das finanzielle Ergebnis noch nicht abzuschätzen sei. Zwar hatten die sechs Organisatoren aus Bischofsgrün schon After-Partys nach ihren Snowboard-Events veranstaltet, aber noch nie in einer solchen Größenordnung. "Das war im Vorfeld schon sehr stressig", erinnert sich Fischer. Zwei Tage lang hat der Aufbau gedauert. In der Nacht von Samstag auf Sonntag musste er auf dem Berg übernachten, um auf Technik und Getränke aufzupassen. Entsprechend hart sei der Start in den Partytag gewesen, "aber als die ersten Gäste kamen, wurde es immer lockerer. Und als dann keine neuen Besucher mehr nachkamen, konnten wir auch selbst ein bisschen feiern", so Fischer.

Zum Abschluss konnte man mit der Gondel in den Sonnenuntergang fahren. Das Basswummern ging wieder in das Liftbrummen über, Grillenzirpen ersetzte die Synthesizer. In den rund 20 Minuten Gondelfahrt wurde es immer ruhiger und dunkler. Im Tal angekommen hört man nur noch die Grillen und ausparkende Autos. Ein gewohnt ruhiger Sonntagabend in Bischofsgrün. Bis zum nächsten Jahr: Die Veranstalter haben bereits ein "Beats am Berg 2017" angekündigt.